Tipps für Schwangere & Mütter

Dein Geburtsplan

Dein Geburtsplan
In den letzten Wochen deiner Schwangerschaft hast du dich bestimmt mit dem Thema Geburt auseinandergesetzt. Vielleicht hast du dich mit anderen Müttern über ihre eigenen Geburten unterhalten oder auch an einem Geburtsvorbereitungskurs teilgenommen. Sicherlich hast du festgestellt, dass eine Geburt nicht so richtig planbar ist und oft von den Vorstellungen und Wünschen abweicht, die die Mütter noch in der Schwangerschaft hatten.

Fragen rund um die Geburt

Etwa vier bis sechs Wochen vor dem geplanten Geburtstermin finden in vielen Geburtskliniken sogenannte Geburtsplanungsgespräche oder auch die Anmeldung zur Geburt statt. In Gesprächen mit deiner Hebamme und/oder deinem Partner/Partnerin hast du vielleicht vorher schon einige Wünsche formulieren können, wie du dir deine Geburt vorstellst. Dabei haben vielfältige Gedanken mitgespielt. Wo soll dein Baby auf die Welt kommen? Wer soll dich bei der Geburt begleiten? Wünschst du dir Unterstützung bei der Schmerzbewältigung? Gibt es Gebärpositionen, die du dir besonders gut vorstellen kannst?

Ein Geburtsplan kann helfen

Manchmal kann es hilfreich sein, deine Wünsche in einem Geburtsplan aufzuschreiben. So können die Hebammen im Kreißsaal und auch anwesende Ärzte oder Ärztinnen auf einen Blick sehen, was deine Gedanken zur Geburt sind. Bedenke, dass in den meisten Kliniken das Personal alle 8 Stunden wechselt und du dich in diesem Zeitraum schon in unterschiedlichen Geburtsphasen befinden kannst. Es macht also durchaus Sinn, dem Klinikpersonal deine Vorstellungen klar mitzuteilen. Es kann natürlich auch dein Partner oder Partnerin sein, die genau über deine Wünsche Bescheid wissen und sie dann den Betreuenden mitteilt.

Nimm dir Zeit, deine Wünsche zu formulieren. Du kannst sie handschriftlich oder auch auf dem Computer aufschreiben. Sag deinen Lieben, wo sich dein Geburtsplan befindet und was du damit bezweckst. Leg deine niedergeschriebenen Wünsche in deinen Mutterpass oder lass eine Kopie davon in deine Krankenakte legen.

Wenn du deine Wünsche formulierst, können dir folgende Fragen dabei helfen:

Beispiel eines Geburtsplans

Dein Name

Dein Errechneter Geburtstermin

Partner oder Partnerin/ andere Person, die dich begleitet

  • Name
  • Telefonnummer
  • Soll diese Personen während der gesamten Wehendauer dabei sein? Ja/Nein

Geburtsort und -form
  • Wo soll dein Baby auf die Welt kommen?
  • Kaiserschnitt/natürliche Geburt


Geburtsumgebung
Wie stellst du dir die Umgebung vor, in der du die Wehen und die Geburt deines Babys erlebst?

  • Hast du Lieblingsmusik, die du während der Geburt hören möchtest?
  • Gibt es eine besondere Beleuchtung, die du dir wünschst? Z.B. gedimmtes Licht
  • Wer kann dich motivieren, dich während der Wehen zu bewegen?
  • Welche Positionen möchtest du ausprobieren?
  • Möchtest du fotografiert werden? (Bitte beachte, dass auch die Hebamme und Ärzt*in darüber entscheiden dürfen, ob sie fotografiert werden möchten.)
  • Gibt es in deiner Kultur spezielle Rituale, die Berücksichtigung finden sollen?

Ausrüstung

Welche Ausstattung wünschst du dir für den Kreißsaal? Was ist vorhanden? Was musst du eventuell von zu Hause mitbringen?

  • Dusche/Gebärwanne/Bad
  • Gebärhocker
  • Seil oder Tuch zum Festhalten
  • Gymnastikball
  • Eigene Decke/Nachthemd/ zusätzliche Kissen/Stillkissen
  • Igelball/Tennisball zur Massage
  • Welche Erfrischungen möchtest du zu dir nehmen? (Unbedingt auf die Liste für die Kliniktasche schreiben!)

Schmerzbehandlung
Was denkst du könnte dir bei den Wehenschmerzen helfen?

  • Massage
  • Warmes Bad oder Dusche
  • Bewegung/Tanzen
  • Aromatherapie
  • Entspannungsübungen
  • Homöopathie
  • Lachgas
  • Schmerzmittel, die gespritzt werden oder als Infusion gegeben werden
  • Periduralanästhesie (PDA)

Medizinische Interventionen
Bitte besprich bitte mit deiner Geburtsklinik, wie die Standards zur Überwachung und welche Interventionen dort praktiziert werden! Folgende Dinge solltest du erfragen:

  • Venöser Zugang
  • Blutentnahmen
  • Medikamente, z. B. Antibiotika
  • Einleitung der Geburt mit Tabletten, Gel, Wehencocktail oder Katheter
  • Verstärkung der Wehen mittels Wehentropf
  • Eröffnung der Fruchtblase
  • CTG-Überwachung: mit Unterbrechungen oder kontinuierlich
  • Geburt mit Saugglocke oder Geburtszange
  • Dammschnitt
  • Kaiserschnitt

Die Geburt
Kannst du dir eine Wassergeburt vorstellen?

  • Positionen für die Geburt: Stehen/Sitzen/Hocken/Knien/Seitenlage
  • Wer soll das Geschlecht des Babys als Erstes entdecken?


Unmittelbar nach der Geburt

  • Wie stellst du dir die ersten Stunden mit deinem Kind vor, die ihr noch im Kreißsaal verbringen werdet?
  • Soll das Baby direkt auf deine Brust der Mutter gelegt oder soll es zuerst saubergemacht werden?
  • Dauerhafter Haut-zu-Haut-Kontakt mit dir / auch auf dem Arm deines Partnes oder Partnerin
  • Möchtest du dein Baby stillen oder soll es Ersatznahrung mit dem Fläschchen bekommen?
  • Bei geplanter/unerwarteter Verlegung auf eine Neugeborenen-Intensivstation: Wer begleitet das Baby, wenn es möglich ist?

Nachgeburtsphase
Wie soll die letzte Phase der Geburt ablaufen?

  • Natürlich, abwartendes Verhalten/ aktives Management
  • Was geschieht mit der Plazenta/Nachgeburt?
  • Wer schneidet die Nabelschnur durch?

Hebammenschülerinnen oder Medizinstudierende können den Eltern während der Geburt eine unschätzbare Unterstützung sein. Dürfen sie bei der Geburt anwesend sind?


Die Geburt eines Kindes ist ein natürlicher Prozess, den man nicht planen kann. Das Klinikpersonal wird bemüht sein, deine Wünsche zu beachten und möglichst individuell auf deine Vorstellungen zu reagieren.

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