Tipps für Schwangere & Mütter

Der Mutterpass – dein Begleiter durch die spannende Zeit der Schwangerschaft

Der Mutterpass – dein Begleiter durch die spannende Zeit der Schwangerschaft

Es ist ein besonderer Moment, wenn du als werdende Mama deinen Mutterpass erhältst. Jetzt hast du es schwarz auf weiß, dass du ein Baby in dir trägst. Und damit ist eins sicher: In den kommenden Monaten warten viele besondere Momente auf dich.

Wie genau der Mutterpass aufgebaut ist, was dokumentiert wird und was die Abkürzungen bedeuten, erklären wir dir hier.

Im Mutterpass wird der Weg deines Babys ins Leben dokumentiert

Ein Mutterpass ist nicht nur ein wichtiger Begleiter für die Untersuchungen in deiner Schwangerschaft, sondern mit jeder Menge Emotionen verbunden. In diesem Dokument im DIN-A-6-Format wird von der ersten Untersuchung an alles Wichtige festgehalten. Noch bevor du dein Baby im Arm halten kannst, wird sein Weg ins Leben im Mutterpass beschrieben.

Kein Wunder also, dass nahezu jede Mama den Mutterpass nach der Geburt gut aufbewahrt und sich immer freut, wenn er ihr in die Hände fällt. Wenn auch du deinen Mutterpass als Erinnerung an die schöne Zeit der Schwangerschaft aufbewahren möchtest, kannst du ihn mit einer einzigartigen Mutterpass Hülle schützen.

Was steht im Mutterpass?

Jeder Mutterpass ist gleich aufgebaut und bietet Platz für die Dokumentation von zwei Schwangerschaften. Der Aufbau eines Mutterpasses ist wie folgt:

Seite 1

  • Kontaktdaten
  • Nächste Untersuchungstermine
Spezifikation
  • Frauenarzt
  • Betreuende Hebamme
  • Geburtsklinik


Seite 2

  • Deine Daten
  • Serologische Untersuchungen (Blutgruppe, Rhesusfaktor, Rötelnantikörper)
Spezifikation
  • Name, Wohnort usw.
  • Blutgruppenzugehörigkeit
  • Antikörper-Suchtest
  • Röteln-Antikörpertest


Seite 3

  • Infektionskrankheiten
Spezifikationen
  • Nachweis des Chlamydia trachomatis-Antigens
  • Antikörper-Suchtest-Kontrolle
  • Röteln-Antikörpertest
  • LSR-Test (Lues-Such-Reaktion)
  • Nachweis von HBs-Antigen
  • HIV
  • Toxoplasmose
  • B-Streptokokken-Infektion


Seite 4

  • Vorangegangene Schwangerschaften


Seite 5

  • Allgemeine Krankengeschichte
  • Beratung der werdenden Mutter


Seite 6

  • Schwangerschaftsverlauf
  • Beratung der werdenden Mutter


Seite 7 u. 8

  • Gravidogramm


Seite 9

  • Besonderheiten zu den Katalogen A. und B. 
  • Stationäre Behandlungen
  • Cardiotokographische Befunde
Spezifikation
  • Besonderheiten aus den Seiten 5 und 6 deines MutterpassesStationäre
  • Stationäre Behandlungen während der Schwangerschaft
  • Herztöne
  • Ergebnisse der CTGs ab der 28. SSW


Seite 10 u. 11

  • Ultraschalluntersuchungen


Seite 12

  • Ultraschall-Kontrolluntersuchungen nach Anlage 1b


Seite 13

  • Normkurven für den fetalen Wachstumsverlauf


Seite 14

  • Platz für zusätzliche Ultraschallkontrolluntersuchungen


Seite 15

  • Abschlussuntersuchung (Epikrise)


Seite 16

  • 2. Untersuchung 6-8 Wochen nach der Geburt

Was bedeuten die Abkürzungen im Mutterpass?

Wenn du deinen Mutterpass erstmals in den Händen hältst, fallen dir sicherlich auf jeder Seite verschiedene Abkürzungen und Fachbegriffe ins Auge. Diese lassen medizinische Laien erst einmal mit vielen Fragen zurück. Damit du gut informiert bist und mit deinem Mutterpass gut zurechtkommst, haben wir für dich die wichtigsten Mutterpass-Abkürzungen unter die Lupe genommen.

Seite 2: Serologische Untersuchungen

Auf Seite 2 deines Mutterpasses werden die Ergebnisse aller serologischen Untersuchungen eingetragen, also der Untersuchungen, die mit dem Blut ohne dessen feste Bestandteile gemacht werden:

  • Zunächst wird deine Blutgruppe festgestellt (A, B, AB oder 0).
  • In deinem Blut wird außerdem nach verschiedenen Antikörpern gesucht, insbesondere nach Anti-D. Üblicherweise passiert das zweimal in der Schwangerschaft. Wenn deine Blutgruppe Rhesusfaktor negativ ist, erfolgt diese Bestimmung möglicherweise häufiger. Um auszuschließen, dass dein Körper Antikörper gegen die Blutgruppe deines Babys bildet, bekommst du in der Mitte der Schwangerschaft eine Spritze.
  • Beim Röteln-HAH-Test (Röteln-Hämagglutinationshemmungstest) werden die Antikörper gegen das Rötelnvirus im Blut untersucht. Bist du nicht immun, musst du während deiner Schwangerschaft besondere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um dich nicht anzustecken – denn das könnte ernsthafte Folgen für dein Baby haben.

Mutterpass-Abkürzungen und Fachbegriffe auf Seite 3

Es gibt verschiedene Krankheitserreger, die deinem ungeborenen Kind gefährlich werden können. Damit du dir deswegen keine Sorgen machen musst, werden auf Seite 3 deines Mutterpasses die Ergebnisse verschiedener Untersuchungen festgehalten:

  • Um sicherzugehen, dass du nicht mit Chlamydien infiziert bist, wird der sogenannte Chlamydia-trachomatis-Antigen-Test durchgeführt. Sollte der Test positiv ausfallen, ist er in der Schwangerschaft gut behandelbar. Eine eventuell durch die Chlamydien ausgelöste Entzündung des Gebärmutterhalses können dem Neugeborenen dann nichts mehr anhaben. In der Regel, werden dein Partner und Du dann mit einem Antibiotikum behandelt.
  • Mit dem Lues-Such-Reaktions-Test (LSR-Test) soll eine Erkrankung mit Syphilis ausgeschlossen werden. Auch diese kann aber schwangerschaftsbegleitend gut behandelt werden, sollte der Test positiv ausfallen.
  • Eine Leberentzündung Hepatitis B wird mit dem Hbs-Antigen-Test Bei einem positiven Ergebnis kann eine sofortige Impfung dein Baby direkt nach der Geburt vor einer Ansteckung schützen.
  • Ein HIV-Test ist ebenfalls Teil der Schwangerenvorsorge. Das HI-Virus ist dafür bekannt, die Autoimmunkrankheit Aids auszulösen.
  • Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die durch Parasiten hervorgerufen wird. Für dich ist die Infektionskrankheit in der Regel harmlos. Bei deinem Baby kann sie aber das Gehirn und dir Augen schädigen.
  • Solltest Du eine B-Streptokokken-Infektion haben, kann sich dein Baby während der Geburt damit infizieren, wenn du kein Antibiotikum dagegen erhälst. Die Behandlung erfolgt aber erst unmittelbar während der Geburt.

Vorangehende Schwangerschaften: Seite 4

Solltest du bereits schwanger gewesen sein, findest du auf Seite 4 in deinem Mutterpass Informationen zu deiner vorangegangenen Schwangerschaft. Hier können dir diese Abkürzungen und Fachbegriffe begegnen:

  • Mit der Spontangeburt ist eine vaginale Geburt gemeint. Operative Eingriffe während der Entbindung haben nicht stattgefunden.
  • Mit einer Vaginal-operativen Geburt ist der Einsatz von Hilfsmitteln wie einer Saugglocke (Vakuumgeburt) oder einer Geburtszange (Forzeps) bei der vaginalen Geburt gemeint.
  • Sectio ist der Fachbegriff für einen Kaiserschnitt.
  • Der Begriff Abort meint eine Fehlgeburt, während mit Abruptio ein geplanter Schwangerschaftsabbruch beschrieben wird.
  • Hat sich die befruchtete Eizelle an der falschen Stelle eingenistet, spricht man von einer Extra-Uterin-Schwangerschaft (EUG). Gemeint sind damit Schwangerschaftender Bauchhöhle oder im Eileiter.

Befunde auf den Seiten 5 und 6

Bei der allgemeinen Krankengeschichte einer Schwangeren können sich im Mutterpass die verschiedensten Fachausdrücke und Abkürzungen finden, beispielsweise:

  • Medikamenten- oder Alkoholmissbrauch (Abusus)
  • Blutarmut (Anämie)
  • Übergewicht (Adipositas)
  • Untergewicht / Magersucht (Anorexia nervosa)
  • Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes)
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Niedriger Blutdruck (Hypotonie)
  • Ungünstige Lage oder Probleme mit der Plazenta (Plazenta praevia, Plazenta-Insuffizienz)
  • Zu wenig (oder zu viel (Hydramnion) Fruchtwasser
  • Gravida (Anzahl der bisherigen Schwangerschaften inklusive Fehlgeburten)
  • Para (Anzahl der bisherigen Geburten)

Eine vollständige Auflistung aller möglichen Abkürzungen bzw. Fachausdrücke ist aufgrund der individuellen Krankengeschichte einer jeden Schwangeren nicht möglich. Du kannst dich mit Fragen zu den eingetragenen Begriffen aber jederzeit an deinen Arzt oder deine Hebamme wenden.

Seiten 7-8: zentrale Untersuchungen in der Schwangerschaft

Auf den Seiten 7 und 8 in deinem Mutterpass werden die Vorsorgeuntersuchungen in deiner Schwangerschaft dokumentiert. Hier finden sich besonders viele Abkürzungen. Da den Überblick zu behalten, ist gar nicht so leicht – aber auch nicht unmöglich:

  • SFA steht für den Symphysen-Fundus-Abstand. Damit ist der Abstand vom Schambein bis zum sogenannten Fundus (oberer Rand der Gebärmutter) gemeint. Mit der regelmäßigen Kontrolle des SFA wird also das Größenwachstum deiner Gebärmutter und deines Babys. untersucht.
  • Rückt der Geburtstermin näher, ist die Kindslage besonders wichtig. Deswegen wird dokumentiert, ob sich dein Baby in Schädellage (SL), Beckenendlage Steißlage (BEL) oder in Querlage (QL) befindet.
  • Die eingetragenen Plus- und Minuszeichen beziehen sich auf die Abhörbarkeit der Herztöne deines Kindes (+) und die bei der Mutter spürbaren (+) oder nicht spürbaren (-) Bewegungen deines Kindes.
  • Ödeme (Wassereinlagerungen) und Varikosis (Krampfadern) werden hier ebenfalls festgehalten.
  • Die Abkürzung RR steht für deinen Blutdruck, der bei jeder Untersuchung überprüft und im Mutterpass eingetragen wird.
  • Dein Hämoglobinwert (Hb) muss überprüft werden, um den Eisengehalt in deinem Blut zu überprüfen. Hast du zu wenig Eisen im Blut, solltest du ein Eisenpräparat einnehmen, um die optimale Sauerstoffversorgung deines Babys zu gewährleisten und um selbst gut auf einen kleinen Blutverlust während der Geburt vorbereitet zu sein.
  • Unter Sediment finden sich Informationen über Urintests, bei denen die Messwerte für Eiweiß, Zucker, Nitrit und Blut untersucht werden.

Cardiographische Befunde: Seite 9

Auf den Seiten 5 und 6 deines Mutterpasses wird deine allgemeine Krankengeschichte festgehalten. Sollte es hier Besonderheiten geben, findest du weitergehende Informationen dazu auf Seite 9 im Mutterpass. Auch Krankenhausaufenthalte während deiner Schwangerschaft werden hier dokumentiert.

Interessanter für dich sind jedoch wahrscheinlich die auf Seite 9 festgehaltenen cardiotokographischen Befunde, also die Ergebnisse der CTGs (Kardiotogografie bzw. Wehenschreiber) ab der 28. Schwangerschaftswoche. Bei den CTGs werden die Herztöne deines Babys und deine Wehentätigkeit aufgezeichnet.

Seiten 10-14: die drei großen Ultraschalluntersuchungen

Als werdende Mama hast du während der Schwangerschaft in der Regel drei große Ultraschalluntersuchungen vor dir. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen (Größe und Entwicklung deines Babys, Fruchtwassermenge und Sitz der Plazenta usw.) werden wie die Normkurve zum Wachstumsverlauf auf den Seiten 10-14 im Mutterpass dokumentiert.

Auch hier begegnen dir jede Menge Abkürzungen:

  • ATD (Abdomenquerdurchmesser): Durchmesser des kindlichen Bauches von einer Seite zur anderen
  • APD (Anterior-posterior-Durchmesser): Durchmesser des kindlichen Bauches von vorne nach hinten
  • AU (Abdomenumfang): Bauchumfang des Kindes
  • FL (Femurlänge): Länge des Oberschenkelknochens
  • HL (Humeruslänge): Länge des Oberarmknochens
  • KU: Kopfumfang
  • FOD (Fronto-okziptaler Durchmesser): Längsdurchmesser des Kopfes
  • BPD (Biparietaler Durchmesser): Querdurchmesser des Kopfes
  • SSL (Scheitel-Steiß-Länge): Größe des Kindes vom Kopf bis zum Steiß
  • FS: Fruchtsackdurchmesser

Häufig gestellte Fragen zum Mutterpass

Auf den ersten Blick ist der Mutterpass ein Mysterium für sich. Wenn du dich aber etwas mit den ganzen Abkürzungen auseinandersetzt, gewinnst du schnell einen guten Überblick. Zum Abschluss haben wir für dich noch drei häufig gestellte Fragen zum Mutterpass beantwortet.

1. Was wird nach der Geburt im Mutterpass eingetragen?

Die Eintragungen im Mutterpass enden nicht mit der Geburt deines Babys. Auf den Seiten 15 und 16 werden zusätzlich die Ergebnisse deiner letzten gynäkologischen Untersuchung vor der Entlassung aus dem Krankenhaus eingetragen.

Auch der APGAR-Score (Gesundheitszustand des Babys nach einem Punktesystem) wird hier vermerkt. Maximal kann dein Baby hier 10 Punkte erhalten, maximal zwei pro Bereich (Atmung, Puls, Grundtonus, Aussehen, Reflex).

Die Ergebnisse der 2. Untersuchung nach deiner Entbindung etwa 6 bis 8 Wochen später finden ebenso noch Platz auf der letzten Seite im Mutterpass.

2. Was ist, wenn ich den Mutterpass verliere?

Solltest du deinen Mutterpass verlieren, ist es wichtig, dir schnellstmöglich einen neuen zu besorgen. Diesen erhältst du bei deinem Gynäkologen oder deiner Hebamme. Alle wichtigen Daten werden dann nachgetragen.

Das ist zwar mit etwas Aufwand verbunden, aber kein Beinbruch. Wichtig ist nur, dass du nicht lange ohne Mutterpass unterwegs bist: Im Notfall liefert er behandelnden Ärzten nämlich wertvolle Informationen. 

3. Werden Corona-Impfungen im Mutterpass dokumentiert?

Solltest du in Schwangerschaft eine Impfung erhalten, beispielsweise gegen Grippe oder Covid-19, wird diese zusätzlich zum Impfpass ebenfalls in deinem Mutterpass dokumentiert.

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