Müdigkeit gehört wegen der starken hormonellen Umstellung zu den frühen Schwangerschaftsbeschwerden, geht dann im Verlauf der Schwangerschaft etwas zurück, um gegen Ende durch die wachsende körperliche Belastung wiederzukommen.
Wie fast alle Schwangerschaftsbeschwerden ist auch Müdigkeit sehr individuell. Wir haben hier für dich zusammengetragen, wann Müdigkeit in der Schwangerschaft meist am schlimmsten ist, wie lange sie üblicherweise anhält und was gegen sie helfen kann.
Dieser Beitrag enthält folgende Abschnitte:
- Warum ist Müdigkeit in der Schwangerschaft so häufig?
- Ab wann fängt Müdigkeit in der Schwangerschaft an?
- In welchem Zeitraum ist die Schwangerschaftsmüdigkeit am schlimmsten?
- Extreme Müdigkeit in der Schwangerschaft: Was ist noch normal?
- Was hilft wirklich bei Schwangerschaftsmüdigkeit?
- Ist Müdigkeit vor der Geburt normal?
- Müdigkeit in der Schwangerschaft ist meist kein Grund zur Sorge
Warum ist Müdigkeit in der Schwangerschaft so häufig?
Dein Körper muss in der Schwangerschaft viel leisten und arbeitet permanent auf Hochtouren: Gleich zu Beginn steigen mehrere Hormone stark an, vor allem das Schwangerschaftshormon Progesteron, das eine beruhigende, schläfrig machende Wirkung hat. Gleichzeitig muss dein Herz mehr Blut pumpen, dein Blutdruck und Blutzucker können etwas abfallen, und deine Plazenta wächst: All das kostet deinen Körper jede Menge Energie.
Eine gewissen Erschöpfung in der Schwangerschaft ist in der Regel unbedenklich. Wenn deine Müdigkeit allerdings extrem ist, plötzlich stark zunimmt oder du unter Schlafstörungen in der Schwangerschaft leidest, kann dein Arzt oder deine Ärztin abklären, ob ein Nährstoffmangel vorliegt oder es eine andere Ursache gibt: beispielsweise niedrige Schilddrüsenhormonwerte.
Hier kannst du dich ausführlich über Schwangerschaftshormone informieren.
Ab wann fängt Müdigkeit in der Schwangerschaft an?
Viele Frauen fühlen sich bereits in der Frühschwangerschaft zwischen der 4. und 6. Woche ungewöhnlich erschöpft. Diese Müdigkeit im 1. Trimester ist eines der häufigsten ersten Schwangerschaftsanzeichen. Sie entsteht fast immer durch den schnellen Hormonanstieg. Manche Frauen merken sie sogar, bevor der Test positiv ist.
In welchem Zeitraum ist die Schwangerschaftsmüdigkeit am schlimmsten?
Der Höhepunkt der Schwangerschaftsmüdigkeit liegt für die meisten Frauen im 1. Trimester. Schuld ist der starke Progesteron-Anstieg: Dein Körper stellt alles auf Schwangerschaft um und braucht dafür einiges an Kraft.
Im 2. Trimester wird es mit der Müdigkeit für viele Schwangere spürbar leichter: Der Kreislauf stabilisiert sich, der Energiepegel steigt wieder und auch die Übelkeit lässt oft nach.
Gegen Ende der Schwangerschaft werden viele dann erneut müde: Dein Körper muss nun mehr Gewicht tragen, dein Schlaf wird unruhiger, dir fällt das Atmen schwerer und du findest keine bequeme Liegeposition mehr.
Wie lange genau die Erschöpfung jedoch anhält, ist individuell. Manche spüren sie nur kurz, andere gar nicht und wieder andere über viele Wochen hinweg.
Extreme Müdigkeit in der Schwangerschaft: Was ist noch normal?
Jeder Mensch empfindet anders. Was für den einen noch gut auszuhalten ist, fühlt sich für den anderen extrem an. Wenn du aber...
- regelmäßig Kreislaufprobleme hast,
- ständig schläfst oder gar nicht ausschlafen kannst oder
- dich trotz Ruhepausen einfach immer erschöpft fühlst,
dann ist es sinnvoll, dich von deinem Arzt oder deiner Ärztin durchchecken zu lassen. Vielleicht hast du Eisenmangel, schlechte Schilddrüsenwerte oder eine Infektion. Solche Ursachen lassen sich meist gut behandeln.
Was hilft wirklich bei Schwangerschaftsmüdigkeit?
Wenn du von Schwangerschaftsmüdigkeit betroffen bist, gibt es einiges, was du unternehmen kannst, um dich fitter zu fühlen:
- Kurze, regelmäßige Pausen: Gönn dir kleine Momente der Erholung statt langer Schläfchen, durch die dein Schlaf–Wach-Rhythmus durcheinander geraten kann.
- Leichte Bewegung & frische Luft: Sanfter Sport in der Schwangerschaft wie Spaziergänge, Schwimmen oder Yoga kurbeln deine Durchblutung an und stabilisieren deinen Kreislauf. Viele spüren schon nach 10–15 Minuten mehr Energie und weniger Schwangerschaftsmüdigkeit.
- Regelmäßiges, ausgewogenes Essen: Mehrere kleine Mahlzeiten am Tag helfen dir, Blutzuckerschwankungen zu vermeiden, die häufig zu Erschöpfung führen. Am besten isst du ausgewogen und gesund. Besonders gut tun dir komplexe Kohlenhydrate (Vollkorn, Hafer), Proteine (Joghurt, Hülsenfrüchte) und gesunde Fette (Nüsse, Avocado).
- Ausreichend trinken: Mindestens 1,5–2 Liter täglich unterstützen Kreislauf und Konzentration.
- Vorsicht mit Koffein in der Schwangerschaft: Du solltest nicht mehr als 200 mg Koffein in der Schwangerschaft pro Tag (entspricht etwa zwei kleinen Tassen Kaffee) trinken, wenn du schwanger bist. Wenn du müde bist, hilft oft eher frische Luft oder ein kurzer Spaziergang als ein weiterer Kaffee.
- Keine Selbstmedikation: Mittel gegen Müdigkeit, Energydrinks oder frei verkäufliche Präparate sind in der Schwangerschaft nicht geeignet. Wenn du denkst, dass dir Nahrungsergänzungsmittel helfen können, kläre das bitte vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.
Ist Müdigkeit vor der Geburt normal?
Ja, Müdigkeit vor der Geburt ist absolut normal. Viele Frauen sind im 3. Trimester und besonders in den letzten Wochen vor der Geburt wieder deutlich müder als im 2. Trimester.
Das liegt daran, dass dein Körper sich intensiv auf die Geburt vorbereitet, du mehr Gewicht mit dir herumtragen musst, dein Schlaf weniger erholsam wird – und manchmal hält dich auch schlicht die Aufregung wach.
Müdigkeit in der Schwangerschaft ist meist kein Grund zur Sorge
Müdigkeit in der Schwangerschaft ist eines der häufigsten und normalsten Symptome, vor allem am Anfang und gegen Ende. Dein Körper arbeitet rund um die Uhr für dein Baby! Deshalb ist es wichtig, dass du dir Ruhe, Unterstützung und kleine Auszeiten gönnst: Mit sanfter Bewegung, regelmäßigen Mahlzeiten, viel Flüssigkeit und gutem Selbstmanagement kannst du deinem Körper helfen, der Schwangerschaftsmüdigkeit entgegenzuwirken.
Doch falls du das Gefühl haben solltest, dass deine Erschöpfung über ein normales Maß hinausgeht und du unter extremer Müdigkeit in der Schwangerschaft leidest, ist ein kurzer Check bei deinem Arzt, deiner Ärztin oder deiner Hebamme immer eine gute Entscheidung. Gemeinsam könnt ihr den Ursachen deiner Erschöpfung auf den Grund gehen und geeignete Maßnahmen ergreifen, damit es dir möglichst schnell besser geht.
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Dieser Beitrag entstand mit der
fachlichen Beratung von Swantje Outzen.
zusätzlich ausgebildete Still- und Laktationsberaterin
und ausgebildete Trageberaterin. Sie wohnt mit ihrer
Familie in Hamburg und arbeitet aktuell
als freiberufliche Hebamme.
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Immer an eurer Seite, Mamas!
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