Der Moment, das eigene Baby im Bauch zum ersten Mal zu spüren, wird von allen werdenden Mamas sehnlichst erwartet. Die meisten merken erste Kindsbewegungen etwa zwischen der 18. und 22. SSW, manche etwas früher oder später, je nach Lage der Plazenta, Körperbau und ob es die erste Schwangerschaft ist.
Wir haben in diesem Beitrag alle wichtigen Fragen rund um Kindsbewegungen beantwortet: wie sie sich anfühlen, wo im Bauch du sie spürst und wie oft sie gewöhnlich auftreten.
Dieser Beitrag enthält folgende Abschnitte:
- Wann gehen die Kindsbewegungen los?
- Wie fühlen sich die frühen Bewegungen an?
- Wo sind erste Kindsbewegungen spürbar?
- Vorderwandplazenta: Was ist das?
- Wie oft spüre ich mein Baby?
- Wie viele Stunden keine Kindsbewegungen sind normal?
- Kann man die Kindsbewegungen anregen?
- Werden die Kindsbewegungen vor der Geburt weniger?
- Können Kindsbewegungen Wehen auslösen?
- Kindsbewegungen: Praktische Tipps für dich
- Kindsbewegungen fördern die Bindung von Mama und Baby
Wann gehen die Kindsbewegungen los?
Erste Kindsbewegungen spüren Schwangere üblicherweise zwischen der 18. und 22. SSW. Von außen sind Bewegungen ungefähr ab der 25. SSW fühl- und sichtbar. Wenn du mit Mehrlingen schwanger bist, kann es sein, dass du früher Bewegungen wahrnimmst. Bei deiner ersten Schwangerschaft ist möglich, dass du sie erst etwas später merkst. Auch dein Körperbau und Plazentalage können Einfluss darauf haben, wann du dein Baby im Bauch zum ersten Mal spürst.
Kindsbewegungen sind für dich ein unmittelbares Zeichen, dass dein Baby aktiv und munter ist. Sie werden im Verlauf deiner Schwangerschaft deutlicher und regelmäßiger und helfen dir, den individuellen Tagesrhythmus deines Kindes kennenzulernen. Ab etwa der 26. bis 28. SSW spüren die meisten ihr Baby mehrmals täglich und können typische Aktivitätsphasen erkennen. Häufig sind Babys abends aktiv, wenn die werdende Mama zur Ruhe kommt.
Wie fühlen sich die frühen Bewegungen an?
Wenn man Frauen fragt, wie es sich anfühlt, wenn sie ihr Baby zum ersten Mal spüren, vergleichen das Gefühl viele mit einem Schmetterlingsflattern, Kitzeln, Blubbern oder leichtem Klopfen. Das Gefühl ist so zart, dass du es wahrscheinlich nur mitbekommst, wenn du gerade nicht anderweitig beschäftigt bist. Doch keine Sorge: In den folgenden Wochen werden aus dem sanften Flattern im Bauch deutlichere Stupser und Tritte.
Wo sind erste Kindsbewegungen spürbar?
Wo genau du die ersten Kindsbewegungen spürst, hängt vor allem von der Lage deines Babys und der Plazenta ab. Meist spüren Frauen frühe Bewegungen tief im Unterbauch oder seitlich. Wenn dein Baby wächst, fühlst du die Bewegungen mal hier, mal da, Tritte häufiger oben und Drehungen flächig.
Vorderwandplazenta: Was ist das?
Eine Vorderwandplazenta liegt, wie ihr Name schon sagt, an der vorderen Wand der Gebärmutter. Sie dämpft die Tritte deines Babys, weswegen werdende Mamas mit Vorderwandplazenta erste Kindsbewegungen oft erst etwas später spüren. Außerdem fühlen sich auch die ersten Tritte weicher an.
Doch auch hier gilt: Je mehr dein Baby wächst, desto zuverlässiger und deutlicher spürst du auch seine Bewegungen.
Wie oft spüre ich mein Baby?
Anfangs sind die Bewegungen unregelmäßig und nicht zwingend täglich zu spüren. Etwa ab der 26. bis 28. SSW spüren die meisten Schwangeren ihr Baby aber deutlich und mehrmals täglich, mit erkennbaren Aktivitätsfenstern.
Wichtig: Es gibt ruhige und sehr aktive Babys. Wichtig ist, dass du nach und nach eine Regelmäßigkeit bei den Bewegungen ausmachen kannst.
Wie viele Stunden keine Kindsbewegungen sind normal?
Dein Baby braucht auch schon in deinem Bauch seine Ruhepausen. Während seiner Schlafphasen spürst du deswegen vermutlich keine Kindsbewegungen. Oft schläft dein Baby gerade dann, wenn du selbst aktiv bist und wird munter, wenn du entspannt auf der Couch liegst: eine gute Vorbereitung für die Zeit mit einem Neugeborgenen!
Solltest du plötzlich deutlich seltener oder schwächere Kindsbewegungen spüren als gewöhnlich, melde dich bitte zeitnah bei deiner Hebamme, deinem Arzt oder deiner Ärztin, um sicherzugehen, dass alles in Ordnung ist.
Kann man die Kindsbewegungen anregen?
Ja, das ist tatsächlich möglich. Oft helfen Lagewechsel oder ein Glas Wasser trinken, um Kindsbewegungen anzuregen. Du kannst auch versuchen, sanft deinen Bauch zu streicheln und leichten Druck auszuüben. Wichtig ist, dass du nur dann versuchst, Kindsbewegungen anzuregen, wenn du dein Baby ungewöhnlich lang nicht mehr gespürt hast und sichergehen möchtest, dass alles in Ordnung ist. Du solltest nicht einfach so versuchen, dein Baby dazu zu bewegen, sich bemerkbar zu machen, um es in seinem Rhythmus nicht zu stören.
Tipp: Wenn du ganz entspannt bist, nimmst du auch feinere Bewegungen deines Babys wahr.
Werden die Kindsbewegungen vor der Geburt weniger?
Rund um die 32. SSW nimmt die Intensität der Kindsbewegungen üblicherweise nicht mehr weiter zu; später wirken die Bewegungen dann oft kleiner und rollender, weil es für dein Baby in deinem Bauch immer enger wird.
Kurz vor der Geburt schlafen viele Babys mehr, dennoch sollte ein gewohnter Rhythmus erkennbar bleiben.
Können Kindsbewegungen Wehen auslösen?
Kräftige Tritte oder Dehnungen können mal unangenehm sein, lösen aber normalerweise keine Wehen aus. Starke Kindsbewegungen alleine sind also kein sicheres Anzeichen dafür, dass die Geburt losgeht.
Kindsbewegungen: Praktische Tipps für dich
Wenn du dein Baby schon regelmäßig spürst, kannst du diese besonderen Momente noch bewusster erleben. Wir haben ein paar Alltagstipps für dich gesammelt:
- Finde dein Ruhefenster: Abends oder in Seitenlage spürst du dein Baby oft am meisten. Das ist ideal für Mama-Papa-Geschwister-Momente mit Hand auf dem Bauch ab etwa der 25. SSW.
- Achte auf den Rhythmus deines Babys: Jedes Baby entwickelt seinen eigenen Schlaf-Wach-Rhythmus. Wenn es zu auffälligen Abweichungen kommt, schaue lieber mal bei deinem Arzt, deiner Ärztin oder deiner Hebamme vorbei.
- Sanft anregen: Du kannst die Kindsbewegungen durch einen Lagewechsel anregen oder indem du dich auf die linke Seite legst, etwas trinkst, ganz ruhig atmest oder deinen Bauch streichelst.
- Kein Pflichtzählen: Manche Ratgeber nennen Zahlen wie 10 Bewegungen in 2 Stunden ab ca. 28. SSW als Orientierungswert für die Selbstbeobachtung. Das Zählen der Kindsbewegungen kann aber verunsichern; wichtiger ist dein Gefühl für die gewohnte Regelmäßigkeit
Kindsbewegungen fördern die Bindung von Mama und Baby
Es gibt keinen schöneren Beweis für die Lebendigkeit deines Babys als Kindsbewegungen, die du spüren kannst. Sie begleiten dich durch die Schwangerschaft und stärken eure Bindung schon vor der Geburt: eine ganz besondere Zeit der Zweisamkeit, die du hoffentlich ausgiebig genießen kannst!
---
Dieser Beitrag entstand mit der
fachlichen Beratung von Swantje Outzen.
zusätzlich ausgebildete Still- und Laktationsberaterin
und ausgebildete Trageberaterin. Sie wohnt mit ihrer
Familie in Hamburg und arbeitet aktuell
als freiberufliche Hebamme.
---
Immer an eurer Seite, Mamas!
Auch auf:


