Tipps für Schwangere & Mütter

10 Tipps gegen wunde Brustwarzen

10 Tipps gegen wunde Brustwarzen
Schmerzende Brustwarzen sind bei stillenden Frauen einer der häufigsten Gründe, vorzeitig abzustillen*. Über 90 % aller frischgebackenen Mütter klagen zu Beginn der Stillzeit über empfindliche, beanspruchte oder sogar wunde Brustwarzen**. Was lässt sich dagegen tun, damit das Stillen für Mama wieder angenehm wird?

Unsere Tipps können stillenden Müttern helfen, wenn die Brustwarzen schmerzhaft, gerötet, wund oder – schlimmster noch – blutig verkrustet sind. Denn sie beziehen sich nicht nur auf die Linderung der Symptome, sondern auch auf die Behandlung der möglichen Ursachen.

Ursachen für schmerzende und wunde Brustwarzen

Die Ursachen für schmerzende, wunde Brustwarzen beim Stillen sind sehr unterschiedlich:

  • Dein Baby kann deine Brustwarze beim Trinken nicht richtig erfassen.
  • Die Stillposition ist für Mutter und Kind nicht optimal, sodass deine Brustwarzen überstrapaziert werden – dein Baby sollte seinen Kopf beim Stillen nicht drehen müssen und sich in etwa auf der Höhe deiner Brust befinden.
  • Die Mundanatomie deines Babys weist Besonderheiten wie ein verkürztes Lippen- oder Zungenbändchen oder eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte auf.
  • Deine Brüste sind zu voll, weswegen dein Baby deine Brustwarze nicht richtig zu fassen bekommt.
  • Wenn du Flach- oder Hohlwarzen hast, kann das deinem Baby das Trinken erschweren.
  • Dein Baby ist ein Frühchen, weswegen deine Brustwarzen für seinen kleinen Mund noch zu groß sind oder seine Saugfähigkeit noch zu schwach ist.
  • Dein Baby zahnt und beißt dir versehentlich in die Brustwarze.
  • Du hast eine Infektion an der Brustwarze, die zu Schmerzen führt.

10 Tipps gegen wunde Brustwarzen, die jede stillende Mutter kennen sollte

1.Tipp – Kompetente Hilfe

Unser wichtigster Tipp, um wunde Brustwarzen beim Stillen zu vermeiden, kommt gleich zu Beginn. Hole dir kompetente Hilfe. Eine Hebamme oder Stillberaterin kann das Stillen beobachten, deine Brust untersuchen und dir wertvolle Ratschläge geben. Sie kann ebenfalls feststellen, ob dein Baby ein verkürztes Zungen- oder Lippenbändchen hat und die Probleme beim Stillen eventuell damit zusammenhängen. Hier hilft oft ein Stillhütchen, deinem Baby das Trinken zu erleichtern. Die transparenten Aufsätze für deine Brustwarze aus Silikon können dir und deinem Baby also über Stillprobleme hinweghelfen.

Wende jedoch Stillhütchen nicht dauerhaft an, sondern nur so lange, wie dein Baby sie zum Trinken unbedingt braucht. Wie genau du Stillhütchen anwendest und was dabei zu beachten ist, kann dir deine Hebamme oder Stillberaterin erklären.

2.Tipp – Mama muss es bequem haben

Achte beim Stillen auf eine für dich angenehme Position. Sitze oder liege also unbedingt bequem. Ein Kissen unter dem Arm, ein gutes Stillkissen im Rücken oder ein Bänkchen unter den Füßen wirken manchmal Wunder.

3.Tipp – Babys Position

Auch die Position deines Babys sollte optimal sein. Dein Baby sollte mit dir Bauch an Bauch liegen und sein Körper sollte eine möglichst gerade Linie bilden. Muss das Neugeborene den Hals verdrehen, erhöht sich der Sog und damit die Belastung für die Brustwarze.

4.Tipp – Richtiges Anlegen

Eine wichtige Grundregel beim Stillen lautet „Das Kind kommt immer zur Brust, nie die Brust zum Kind“. Wenn dein Baby den Mund weit öffnet, dann schiebe es behutsam, aber bestimmt in Richtung Brustwarze. Bitte nicht andersherum! Andernfalls könnte deine eigene Position beim Stillen wieder unbequem werden.

5.Tipp – Stillen soll nicht schmerzen

Unterbrich das Stillen sofort, wenn es schmerzt. Schiebe dafür vorsichtig deinen kleinen Finger in den Mundwinkel deines Kindes und löse damit sanft das Vakuum. Wenn der Schmerz vergangen ist, kannst du es erneut versuchen.

6.Tipp – Stillposition wechseln

Wechsle regelmäßig die Stillpositionen: Wiegehaltung, Football-Haltung oder Stillen im Liegen – wenn du immer wieder eine andere Position wählst, wird die Brustwarze an unterschiedlichen Stellen beansprucht und so dem Wundwerden entgegengewirkt.

7.Tipp – die richtige Stilleinlage

Stilleinlagen sollten sehr saugfähig und weich sein. Wechsel die Einlagen regelmäßig nach dem Stillen, damit deine Brustwarzen nicht im feucht-warmen Milieu liegen.

8.Tipp – Pflege

Deine Brustwarzen sind in der Stillzeit auf eine gute Pflege angewiesen – erst recht, wenn sie wund sind. Spezielle Cremes wie beispielsweise das 100 % natürliche HPA® Lanolin können deine beanspruchten Brustwarzen pflegen und bei der Wundheilung unterstützen. Deine Hebamme oder Stillberaterin kann dir zusätzliche Tipps zur Pflege beanspruchter oder wunder Brustwarzen geben.

9.Tipp – Hygiene

Achte auf eine gute Hygiene. Regelmäßiges Händewaschen vor dem Stillen gehört genauso dazu wie der regelmäßige Wäschewechsel. Die Brustwarzen sollten nicht mit Seife oder Duschgel gereinigt werden. Auf Basis neuerer Untersuchungen*** wird empfohlen, die Brustwarzen nach dem Stillen mit physiologischer Kochsalzlösung abzuspülen. Das vermindert das Infektionsrisiko. Kochsalzlösung ist in der Apotheke erhältlich.

10.Tipp – Geduldig sein

Sei geduldig mit dir und deinem Baby. Stillen ist ein Lernprozess für Mutter und Kind. Nicht alles klappt immer gleich von Anfang an. Auch wenn du unter wunden Brustwarzen leidest, ist es gut, nicht aufzugeben und auf jeden Fall weiter zu stillen. Eine Stillpause solltest du nur in Absprache mit deiner Hebamme oder Stillberaterin einlegen, um eine Verminderung der Milchbildung zu verhindern.

Hilfe bei wunden Brustwarzen

Wunde, brennende und rissige Brustwarzen machen das eigentlich wunderschöne Stillerlebnis oftmals zur Qual. Daher ist bei wunden und rissigen Brustwarzen schnelle Hilfe gefragt. Wir beantworten für dich im Folgenden die am häufigsten gestellten Fragen und erklären dir, wie du auch mit brennenden und rissigen Brustwarzen möglichst gut stillen kannst.

Was hilft bei brennenden, rissigen oder entzündeten Brustwarzen?

Wenn du unter entzündeten, rissigen oder brennenden Brustwarzen leidest, gibt es verschiedene Möglichkeiten, um den Heilungsprozess zu unterstützen:

  • Warme Kompressen beruhigen deine brennenden und rissigen Brustwarzen.
  • Lanolin schützt und pflegt deine wunden und brennenden Brustwarzen und hilft bei der Wundheilung. Vor der Stillmahlzeit muss das Lanolin nicht abgewaschen werden.
  • In Absprache mit deiner Hebamme oder Stillberaterin kannst du eine Stillpause einlegen und vorübergehend eine Milchpumpe verwenden.
  • Achte auf eine gute Hygiene: Wasche deine Brüste mehrmals täglich mit Wasser oder einer Kochsalzlösung.
  • Verwende weiche Stilleinlagen und wechsle sie regelmäßig.
  • Sorge durch sanfte Massagen deiner Brust beim Stillen für einen guten Milchfluss.
  • Bei Schmerzen frage deine Ärztin oder deinen Arzt nach einem zum Stillen geeigneten Schmerzmittel.

Wie lange dauert es, bis wunde Brustwarzen heilen?

Meist verschwinden wunde Brustwarzen nach ein paar Tagen wieder, wenn du sie richtig pflegst. Die feuchte Wundheilung kann den Prozess beschleunigen: Gebe eine geeignete Creme, beispielsweise die HPA® Lanolin, auf eine sterile Kompresse und lege sie bis zum nächsten Stillen auf deine wunde Brustwarze.

Bei der feuchten Wundheilung ist es das Ziel, ein ideales Wundheilungsmilieu zu schaffen. So werden deine Brustwarzen vor Austrocknung geschützt. Auch Keime haben es bei der feuchten Wundheilung wesentlich schwieriger, in die Wunde einzudringen.

Wie stille ich mit wunden Brustwarzen?

Mit wunden Brustwarzen kannst du normal weiterstillen. Achte auf die richtige Anlegetechnik. Dein Baby sollte seinen Mund weit öffnen, an deine Brust andocken und dann beginnen an deiner Brust zu saugen. Lass dir das richtige Anlegen von einer Hebamme, Stillberaterin oder Krankenschwester zeigen.

Du solltest regelmäßig eine Brustwarzensalbe benutzen und die Stillpositionen deinen Bedürfnissen anpassen. Bei starkem Anlegeschmerz kannst du auch ein stillverträgliches Schmerzmittel einnehmen.

Kann ich auch mit blutigen Brustwarzen stillen?

Muttermilch aus blutigen Brustwarzen kann etwas anders schmecken. Wenn dein Baby deine Milch weiterhin gut trinkt, stille auf jeden Fall weiter. Ein Milchstau wird so verhindert und deine Milchproduktion bleibt stabil.

Du kannst versuchen, dein Baby an nur einer Seite pro Mahlzeit zu stillen. So hätte die andere Seite einige Stunden Stillpause. Achte unbedingt auf eine gute Stillposition. Bei eingerissenen Brustwarzen versuche, die Verletzung so im Mund deines Kindes zu positionieren, dass sie in seinem Mundwinkel liegt. Dort herrscht der geringste Unterdruck beim Saugen.

Wechsele regelmäßig deine Stilleinlagen, um Infektionen zu vermeiden. Nutze Brustwarzensalbe aus hoch aufgereinigtem Lanolin ohne Zusatzstoffe. Gib eine erbsengroße Menge auf jede Brustwarze und einen dicken Klecks in die Stilleinlage. Du musst die Creme vor dem nächsten Stillen nicht abwaschen!

Quellenhinweise:

Schwarz et all 2002, Bayerische Stillstudie Kohlhuber et all 2007, Lansinoh Stillumfrage 2014 & 2015
** Bericht der Nationalen Stillkommission, 8/2007
*** Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Therapie entzündlicher Brusterkrankungen in der Stillzeit, 2013

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