Kurkuma ist in geringen Mengen als Gewürz in der Schwangerschaft erlaubt. Von höheren Dosierungen, etwa in Nahrungsergänzungsmitteln, Kurkuma-Shots oder „Goldener Milch“, wird jedoch abgeraten.
Was Kurkuma genau ist, warum es als „Superfood“ gilt und weshalb du in der Schwangerschaft besonders vorsichtig mit dem gelben Gewürz umgehen solltest, kannst du hier nachlesen.
Dieser Beitrag enthält folgende Abschnitte:
- Was ist Kurkuma?
- Warum ist Kurkuma in der Schwangerschaft ein Thema?
- Ist Kurkuma in der Schwangerschaft erlaubt?
- Wie viel Kurkuma in der Schwangerschaft ist sicher?
- Warum genau ist bei zu viel Kurkuma in der Schwangerschaft Vorsicht geboten?
- Ist Kurkuma in der Schwangerschaft gesund?
- Goldene Milch in der Schwangerschaft – erlaubt?
- Fazit
Was ist Kurkuma?
Kurkuma, auch Gelbwurz oder Curcuma longa genannt, ist eine tropische Wurzelpflanze aus der Familie der Ingwergewächse. Ihr kräftig gelbes Pulver verleiht Currys ihre typische Farbe und wird seit Jahrhunderten in der ayurvedischen Medizin geschätzt.
Die wichtigste aktive Verbindung in Kurkuma heißt Curcumin. Sie wirkt laut Studien antioxidativ und entzündungshemmend, weshalb Kurkuma als natürliches Heilmittel gilt und als Superfood beworben wird. Curcumin soll die Verdauung und das Immunsystem unterstützen; wissenschaftlich gesichert ist jedoch nur ein Teil dieser Effekte, und das auch meist nur in sehr hohen Dosierungen.
Warum ist Kurkuma in der Schwangerschaft ein Thema?
In der Schwangerschaft achten viele Frauen stärker auf ihre Ernährung und nehmen Lebensmittel kritischer unter die Lupe. Das gilt besonders, wenn sie als natürlich gesund gelten. Kurkuma zählt zwar zu den gesunden Lebensmitteln, wird aber zunehmend nicht nur als Gewürz, sondern auch in konzentrierter Form in Nahrungsergänzungsmitteln, Getränken wie „Goldener Milch“ und in sogenannten Kurkuma-Shots angeboten.
Diese Produkte enthalten oft deutlich höhere Mengen an Curcumin als ein normal gewürztes Currygericht. Und genau hier liegt das Problem für Schwangere.
Ist Kurkuma in der Schwangerschaft erlaubt?
Als Gewürz in kleinen Mengen kannst du Kurkuma als Schwangere bedenkenlos verwenden, etwas zum Würzen von Reis- oder Gemüsegerichten.
Vorsichtig sein solltest du, wenn Curcumin in hohen Dosen oder konzentrierter Form vorliegt: Curcumin steht im Verdacht, die Gebärmutter zu stimulieren. Theoretisch kann Curcumin also Wehen fördern oder Blutungen auslösen. Deshalb raten Ärztinnen, Ärzte und Hebammen zu Vorsicht beiKurkuma in der Schwangerschaft.
Wie viel Kurkuma in der Schwangerschaft ist sicher?
Für Kurkuma als Gewürz in der Schwangerschaft gibt es keine durch wissenschaftlich festgelegte Höchstmenge. Üblicherweise verwendet man beim Kochen eine Messerspitze oder weniger als einen halben Teelöffel, was auch für Schwangere als unbedenklich gilt.
Von konzentrierten Präparaten, die mehrere hundert Milligramm Curcumin pro Kapsel enthalten, solltest du in der Schwangerschaft jedoch unbedingt die Finger lassen.
Wenn du unsicher bist, ob ein Produkt zu hoch dosiert ist, lass es lieber weg oder frage deine Ärztin, deinen Arzt oder deine Hebamme um Rat.
Warum genau ist bei zu viel Kurkuma in der Schwangerschaft Vorsicht geboten?
Es gibt keine ausreichenden Studien zur Sicherheit von Curcumin in der Schwangerschaft. Was man weiß, sind vor allem theoretische Risikohinweise aus Zell- und Tierversuchen:
- Curcumin kann den Östrogenspiegel beeinflussen.
- Es kann Wehen anregen oder bei empfindlichen Frauen Gebärmutterkontraktionen auslösen.
- In sehr hohen Mengen kann es möglicherweise die Blutgerinnung hemmen und somit das Risiko für Blutungen erhöhen.
Obwohl direkte wissenschaftliche Belege fehlen, raten Fachleute dazu, Kurkuma während der Schwangerschaft nicht in hochkonzentrierter Form zu verwenden. Die Schwangerschaft ist eine sensible Phase, in der selbst natürliche Stoffe unerwartete Wirkungen haben können. Als Gewürz in geringen Mengen kannst du Kurkuma als Schwangere verwenden, ohne dir Sorgen machen zu müssen. Verzichte aber vorsorglich auf Produkte, die Curcumin in hochdosierter Form enthalten.
Wenn du mehr darüber wissen möchtest, welche Kräuter und Gewürze in der Schwangerschaft geeignet sind, findest du alle Infos auf unserer Übersichtsseite.
Ist Kurkuma in der Schwangerschaft gesund?
Ja, solange du auf die vorsichtige Dosierung achtest, denn Kurkuma gilt allgemein als gesundes Gewürz. Es enthält natürliche antioxidative und entzündungshemmende Pflanzenstoffe und kann damit zu einer ausgewogenen Ernährung in der Schwangerschaft beitragen. Außerdem bringt Kurkuma Farbe und Geschmack in Gerichte und kann helfen, das allgemeine Wohlbefinden und die Verdauung zu unterstützen.
Goldene Milch in der Schwangerschaft – erlaubt?
Die sogenannte „Goldene Milch“ besteht aus Pflanzenmilch, Kurkuma, Pfeffer und oft auch Ingwer. Das klingt zwar gesund, kann für Schwangere aber problematisch sein:
- Die enthaltene Kurkumamenge ist meist konzentrierter als beim Kochen.
- Pfeffer verstärkt die Aufnahme von Curcumin im Körper und damit auch mögliche Nebenwirkungen.
- Ingwer steht im Verdacht, in großen Mengen wehenfördernd zu wirken.
Verzichte daher besser während deiner Schwangerschaft darauf. Wenn überhaupt solltest du Goldene Milch in der Schwangerschaft nur selten und stark verdünnt trinken. Auch von Kurkuma-Tee in der Schwangerschaft wird abgeraten.
Mehr zu Ingwer in der Schwangerschaft kannst du hier nachlesen.
Fazit
Kurkuma ist ein farbenfrohes und aromatisches Gewürz, das viele mit einer gesunden Ernährung verbinden. In der Schwangerschaft ist Kurkuma als Würze in deinen Lieblingsgerichten völlig unbedenklich und bringt Farbe und Aroma auf den Teller. Ein duftendes Curry darfst du dir ohne Bedenken gönnen.
In Form von Nahrungsergänzungsmitteln oder anderen hochkonzentrierten Produkten solltest du Kurkuma in der Schwangerschaft aber nicht zu dir nehmen.
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Dieser Beitrag entstand mit der
fachlichen Beratung von Swantje Outzen.
zusätzlichausgebildete Still- und Laktationsberaterin
und ausgebildete Trageberaterin. Sie wohnt mit ihrer
Familie in Hamburg und arbeitet aktuell
als freiberufliche Hebamme.
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