Zimt ist ein schmackhaftes und sehr beliebtes Gewürz, das vielseitig einsetzbar ist. Doch in der Schwangerschaft fragen sich viele: Ist Zimt erlaubt? Wie viel Zimt in der Schwangerschaft ist unbedenklich? Und stimmt es, dass Zimt wehenfördernd wirkt?
Fragen über Fragen. Antworten bekommst du hier. Wir erklären dir, warum Zimt in der Schwangerschaft nicht grundsätzlich verboten ist und worauf du beim Verzehr achten solltest. Außerdem erfährst du, wie viel Zimt unbedenklich ist, welche Sorten es gibt und was es mit der wehenfördernden Wirkung auf sich hat: damit du Zimt in der Schwangerschaft entspannt genießen kannst!
Dieser Beitrag enthält folgende Abschnitte:
- Auf den Punkt gebracht: Dürfen Schwangere Zimt essen?
- Warum ist Zimt in der Schwangerschaft überhaupt ein Thema?
- Cassia-Zimt vs. Ceylon-Zimt: Wo liegt der Unterschied?
- Wie viel Zimt in der Schwangerschaft ist unbedenklich?
- Ist Zimt wehenfördernd?
- Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln mit Zimt
- Beliebte Gerichte mit Zimt
- Zimt in der Schwangerschaft: informiert genießen
Auf den Punkt gebracht: Dürfen Schwangere Zimt essen?
Du darfst Zimt in der Schwangerschaft essen. Wichtig ist jedoch, dass du auf die Sorte und die Menge achtest. Das hat einen einfachen Grund: Zimt enthält den Aromastoff Cumarin, der bei zu hoher Aufnahme problematisch werden kann. Doch dazu später mehr.
Panik bei einer Zimtschnecke, Milchreis mit Zimt oder einem Apfel-Zimttee ist aber völlig unbegründet. In üblichen Mengen ist Zimt in der Schwangerschaft für dich und dein Baby unbedenklich. Das gilt übrigens im 1. genauso wie im 3. Trimester. Wenn du schwanger Zimt genießen möchtest, steht dem also nichts im Wege!
Warum ist Zimt in der Schwangerschaft überhaupt ein Thema?
Zimt ist ein aromatisches Gewürz, das viele positive Eigenschaften hat: Es wirkt antibakteriell, verdauungsfördernd und enthält Antioxidantien. Das Problem in der Schwangerschaft ist jedoch das im Zimt enthaltene Cumarin.
Cumarin kann in großen Mengen Leberschäden verursachen und die Blutgerinnung beeinflussen – auch wenn du nicht schwanger bist. Weil dein Körper mit heranwachsendem Baby aber besonders sensibel reagiert, solltest du erst recht darauf achten, nicht zu viel Cumarin in der Schwangerschaft zu dir nehmen.
Cassia-Zimt vs. Ceylon-Zimt: Wo liegt der Unterschied?
Es gibt zwei Hauptsorten von Zimt, die sich vor allem in ihrem Cumaringehalt unterscheiden: Cassia-Zimt und Ceylon-Zimt:
- Cassia-Zimt wird häufig in Fertigprodukten wie Zimtschnecken, Milchreis oder Cini Minis verwendet und enthält besonders viel Cumarin: bis zu 4000 mg pro Kilo.
- Ceylon-Zimt hingegen gilt als die hochwertigere und teurere Variante. Er ist nahezu frei von Cumarin und daher ideal, wenn du beim Thema Zimt in der Schwangerschaft auf Nummer sicher gehen möchtest.
Wichtig: Im europäischen Aromarecht sind die Höchstmengen für den Aromastoff Cumarin gesetzlich geregelt. In Dessertspeisen sind beispielsweise maximal 5mg/kg erlaubt, während in Backwarten 50mg/kg als Obergrenze gelten.
Wie viel Zimt in der Schwangerschaft ist unbedenklich?
Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt für Schwangere als Richtwert, nicht mehr als 0,03 mg Cumarin pro Kilogramm Körpergewicht und Tag aufzunehmen. Bei einem Körpergewicht von 60 kg entspricht das etwa 2 mg Cumarin täglich. Das heißt konkret:
- Mit Ceylon-Zimt, der nur sehr wenig Cumarin enthält, könntest du ungefähr 10 Gramm pro Tag (das sind etwa 1,5 Teelöffel) problemlos verwenden.
- Bei Cassia-Zimt sieht es anders aus: Hier solltest du dich auf etwa 0,5 Gramm pro Tag beschränken – das entspricht gerade einmal einer kleinen Messerspitze.
Ein kleines Beispiel aus der Praxis: Ein selbstgebackener Zimtstern mit Ceylon-Zimt enthält etwa 0,25 mg Cumarin. Wenn dich der Heißhunger packt, kannst du in der Schwangerschaft also bis zu acht Zimtsterne täglich essen, ohne dir um den Cumaringehalt Gedanken machen zu müssen.
Doch Achtung: Fertig abgepackte Zimtsterne enthalten meist Cassia-Zimt und keinen Ceylon-Zimt. Hier solltest du vorsichtig sein! Schau vor dem Kauf also ganz genau auf die Inhaltsstoffe. Oder du unternimmst den Versuch, deine eigenen Zimtsterne zu backen!
Ist Zimt wehenfördernd?
Dass Zimt wehenfördernd wirkt, liegt in aller Munde. Tatsächlich müsstest du aber riesige Mengen (etwa 250 g) puren Zimt essen, damit eine wehenfördernde Wirkung einsetzt. In normalen Mengen, wie sie in Milchreis, Zimtschnecken oder Zimttee vorkommen, brauchst du dir wegen einer Überdosierung absolut keine Sorgen zu machen. In normalen Mengen ist Zimt also nicht wehenfördernd. Erst sehr große Mengen Zimt können theoretisch Wehen anregen. So viel Zimt zu dir zu nehmen, ist aber praktisch kaum möglich.
Zimtöl oder hochkonzentrierte Präparate mit Zimt solltest du allerdings meiden, da hier die Konzentration deutlich höher ist und eine wehenfördernde Wirkung nicht ausgeschlossen werden kann.
Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln mit Zimt
Bei Nahrungsergänzungsmittel wie Zimtkapseln oder Zimtpulver in konzentrierter Form solltest du in der Schwangerschaft vorsichtig sein. Diese Produkte enthalten häufig deutlich höhere Mengen an Cumarin als herkömmliche Lebensmittel, weil sie stark konzentriert sind und meist aus Cassia-Zimt hergestellt werden. Anders als bei Lebensmitteln oder Medikamenten gibt es für Nahrungsergänzungsmittel keine strengen Kontrollen oder verbindlichen Grenzwerte für den Cumaringehalt. Das bedeutet, dass du als Schwangere schnell unbemerkt die empfohlene Tageshöchstmenge überschreiten könntest.
Wenn du Zimt in der Schwangerschaft genießen möchtest, bleibe lieber bei den üblichen Mengen in Speisen und Getränken und verzichte auf hochdosierte Zimtpräparate. So bist du auf der sicheren Seite.
Beliebte Gerichte mit Zimt
Gerade in der Schwangerschaft hast du vielleicht Lust auf viele klassische Gerichte, in denen Zimt nicht fehlen darf. Die gute Nachricht: Die meisten dieser Leckereien kannst du auch als Schwangere bedenkenlos essen:
- Milchreis mit Zimt ist ein echter Klassiker, der auch in der Schwangerschaft kein Problem ist, solange du nicht täglich große Portionen davon isst.
- Süße Backwaren wie Zimtschnecken in der Schwangerschaft und Franzbrötchen in der Schwangerschaft enthalten meist nur geringe Mengen Zimt pro Stück. Wenn du es nicht übertreibst, kannst du also ruhig zubeißen.
- Zimttee und Apfel-Zimttee in der Schwangerschaft sind unbedenklich, solange du nicht literweise davon trinkst und darauf achtest, dass kein Zimtöl enthalten ist.
Zimt in der Schwangerschaft: informiert genießen
In üblichen Mengen ist Zimt in der Schwangerschaft vollkommen unbedenklich. Achte aber darauf, dass du auf hochwertigen Ceylon-Zimt setzt und Fertigprodukte mit Cassia-Zimt und einem höheren Cumaringehalt nur in Maßen zu essen. Lediglich auf Zimtöl und hochdosierte Zimtkapseln solltest du in der Schwangerschaft komplett verzichten.
Wenn du noch mehr darüber erfahren möchtest, welche Lebensmittel du in der Schwangerschaft nicht essen solltest, kannst du dich hier informieren.
Genieße deine Schwangerschaft – und gönn dir ruhig ab und zu eine Zimtschnecke!
Ausgewählte Quellen
https://www.bfr.bund.de/cm/343/neue-erkenntnisse-zu-cumarin-in-zimt.pdf
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32008R1334
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Dieser Beitrag entstand mit der
fachlichen Beratung von Swantje Outzen.
zusätzlich ausgebildete Still- und Laktationsberaterin
und ausgebildete Trageberaterin. Sie wohnt mit ihrer
Familie in Hamburg und arbeitet aktuell
als freiberufliche Hebamme.
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