Wenn ein Baby plötzlich warm wird, schlechter trinkt oder unruhig wirkt, machen sich viele Eltern sofort Sorgen. Gerade in den ersten Wochen mit Baby sind Eltern schon bei einer leicht erhöhten Temperatur verunsichert.
Die gute Nachricht: Fieber bei Babys ist oft eine normale Reaktion des Körpers auf einen Infekt. Trotzdem gibt es bei Neugeborenen eine wichtige Regel, die du kennen solltest.
Dieser Beitrag enthält folgende Abschnitte:
- Fieber beim Neugeborenen: Die wichtigste Regel zuerst
- Was ist Fieber überhaupt?
- Woran du Fieber bei deinem Baby erkennst
- Ab wann haben Babys Fieber?
- Wann du mit einem Baby mit Fieber zum Arzt solltest
- Wie misst man die Temperatur beim Baby richtig?
- Was du bei Fieber konkret tun kannst
- Muss Fieber sofort gesenkt werden?
- Ab wann sollte ich dem Baby Fiebersaft oder Zäpfchen geben?
- Was du lieber nicht tun solltest
- Kommt es beim Zahnen zu Fieber?
- Du musst nicht alles sofort perfekt wissen
Fieber beim Neugeborenen: Die wichtigste Regel zuerst
Bei Babys unter 3 Monaten gilt: Ab 38 °C solltest du immer direkt zum Arzt oder in die Notaufnahme fahren. Natürlich bedeuten 38 °C nicht automatisch, dass dein Baby etwas Schlimmes hat. Dennoch sollten Neugeborene bei Fieber immer ärztlich untersucht werden, damit Infekte früh erkannt werden können.
Ganz wichtig:Wenn dein Baby Fieber hat, verfalle nicht in Panik, sondern mach dich einfach zeitnah auf den Weg, um dein Baby ärztlich untersuchen zu lassen.
Was ist Fieber überhaupt?
Fieber ist keine Krankheit, sondern eine Schutzreaktion des Körpers: Das Immunsystem arbeitet auf Hochtouren, um Viren oder Bakterien abzuwehren. Deshalb ist Fieber bei Babys grundsätzlich erst einmal nichts Ungewöhnliches.
Die normale Körpertemperatur bei Babys kann leicht schwanken. Von Fieber spricht man meist ab 38 °C Körpertemperatur.
Wichtig: Nicht nur die Zahl auf dem Thermometer zählt, sondern auch der Gesamteindruck deines Babys.
Woran du Fieber bei deinem Baby erkennst
Manchmal fällt Fieber sofort auf, manchmal verändert sich einfach nur das Verhalten deines Babys. Häufige Anzeichen sind:
- dein Baby fühlt sich warm oder heiß an
- es wirkt schlapp oder ungewöhnlich unruhig
- es trinkt schlechter
- es schläft mehr als sonst
- die Haut kann gerötet wirken
Ab wann haben Babys Fieber?
Als Orientierung dafür, ab wann man beim Baby von Fieber sprechen kann, kannst du folgende Werte nehmen:
- unter 38 °C: normale oder leicht erhöhte Temperatur
- ab 38 °C: Fieber
- ab 39 °C: hohes Fieber
Bei älteren Babys ist Fieber oft harmlos, wenn sie ansonsten einen guten Eindruck machen und fit sind. Bei einem Neugeborenen oder jungen Säugling gelten aber strengere Regeln. Darum noch einmal die wichtigste Leitlinie: Wenn du ein Neugeborenes hast, solltest du Temperaturen ab 38 °C immer ärztlich abklären lassen.
Wann du mit einem Baby mit Fieber zum Arzt solltest
Neben einer erhöhten Temperatur beim Neugeborenen gibt es allgemein Situationen, in denen du sofort handeln und dein Baby zum Arzt bringen solltest. Hole dir medizinische Hilfe, wenn mindestens einer der folgenden Punkte zutrifft: Dein Baby ...
- ist jünger als 3 Monate und hat 38 °C oder mehr,
- ist sehr schläfrig oder schwer zu wecken,
- möchte nicht trinken,
- wirkt apathisch,
- atmet ungewöhnlich schnell oder schwer oder
- macht einen sehr schwachen Eindruck.
Du kennst dein Baby mit der Zeit immer besser. Wenn du das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt, solltest du das ernst nehmen. Gerade Erstgebärende sind oft unsicher. Das ist völlig normal. Geh lieber einmal zu viel zum Arzt als einmal zu wenig – zumal Infektionen bei Säuglingen auch ohne Fieber vorliegen können.
Wie misst man die Temperatur beim Baby richtig?
Um sicher zu wissen, ob dein Baby Fieber hat, solltest du die Temperatur möglichst genau messen. Am zuverlässigsten ist die rektale Messung, also im Po. Das ist bei Babys die genaueste Methode.
Wichtig dabei ist:
- Verwende ein digitales Thermometer.
- Miss in Ruhe.
- Creme die Spitze leicht ein.
- Führe das Thermometer vorsichtig ein.
Messungen an Stirn oder Ohr können bei sehr kleinen Babys ungenauer sein.
Was du bei Fieber konkret tun kannst
Wenn dein Baby älter als drei Monate ist und Fieber hat, musst du nicht sofort in Panik geraten. Oft helfen schon einfache Dinge.
1. Ruhe bewahren
Babys spüren Stress sehr schnell. Eine ruhige Umgebung hilft oft schon viel. Versuche deshalb, selbst ruhig zu bleiben und deinem Baby Geborgenheit zu vermitteln.
2. Ausreichend trinken lassen
Muttermilch oder Fläschchen sind jetzt besonders wichtig. Kleine Mengen häufiger anzubieten, reicht oft aus. So unterstützt du den Körper deines Babys dabei, genug Flüssigkeit aufzunehmen.
3. Nicht zu warm anziehen
Viele Eltern machen sich Sorgen, dass ihr Baby frieren könnte. Bei Fieber ist aber eher wichtig, Überhitzung zu vermeiden. Ziehe deinem Baby leichte Kleidung an und achte auf eine angenehme Raumtemperatur. Oft reicht schon ein dünner Body oder Schlafanzug völlig aus.
4. Nähe geben
Körperkontakt beruhigt Babys. Kuscheln, Tragen oder Stillen kann deinem Baby Sicherheit geben. Gerade wenn Babys sich unwohl fühlen, hilft ihnen die Nähe der Eltern oft besonders.
5. Temperatur beim Baby beobachten
Du musst nicht ständig messen. Es reicht, wenn du die Temperatur in regelmäßigen Abständen kontrollierst. Achte vor allem darauf, wie dein Baby insgesamt wirkt. Oft sagt das Verhalten deines Babys mehr aus als die genaue Zahl auf dem Thermometer.
Muss Fieber sofort gesenkt werden?
Nein, nicht jedes Fieber muss sofort behandelt werden. Das hat einen einfachen Grund: Fieber hilft dem Körper dabei, Krankheitserreger zu bekämpfen. Deshalb schauen Ärzte nicht nur auf die Temperatur, sondern vor allem darauf, wie es dem Baby geht.
Gerade bei älteren Babys gilt oft: Ein Kind mit 38,5 °C, das aufmerksam wirkt und gut trinkt, kann fitter sein als ein Baby mit niedrigerer Temperatur, das apathisch wirkt.
Ab wann sollte ich dem Baby Fiebersaft oder Zäpfchen geben?
Gerade bei Neugeborenen und Babys unter 3 Monaten solltest du Medikamente niemals ohne ärztliche Rücksprache geben. Ältere Babys brauchen ebenfalls nicht automatisch ein Fiebermittel, nur weil sie Fieber haben.
Wenn dein Baby sehr unruhig ist, Schmerzen hat, schlecht trinkt oder sich deutlich unwohl fühlt, kann ein Kinderarzt oder eine Kinderärztin beurteilen, ob Fiebersaft oder ein Zäpfchen fürs Baby sinnvoll ist.
Was du lieber nicht tun solltest
Rund um Fieber bei Babys gibt es viele gut gemeinte Ratschläge, sei es aus dem Internet, von Freunden oder aus der Familie. Manche davon verunsichern jedoch eher, als dass sie helfen.
Darauf kannst du verzichten:
- dein Baby extra warm einpacken, damit es „ausschwitzt“
- ständig die Temperatur kontrollieren
- Hausmittel ausprobieren, bei denen du kein gutes Gefühl hast
- Medikamente ohne ärztliche Rücksprache geben
Oft helfen deinem Baby Ruhe, Nähe und aufmerksames Beobachten am meisten.
Kommt es beim Zahnen zu Fieber?
Viele Eltern bringen erhöhte Temperatur beim Baby mit dem Zahnen in Verbindung. Tatsächlich kann Zahnen manchmal dazu führen, dass Babys etwas wärmer wirken oder unruhiger sind. Hohes Fieber lässt sich aber nicht allein mit dem Zahnen erklären.
Wenn dein Baby deutlich fiebert oder krank wirkt, solltest du die Ursache deswegen immer ärztlich abklären lassen.
Du musst nicht alles sofort perfekt wissen
Vor allem in den ersten Wochen mit deinem Baby ist vieles noch ungewohnt. Wenn dein Baby Fieber hat, sorgt das deshalb schnell für Unsicherheit – vor allem beim ersten Kind oder mitten in der Nacht. Mit der Zeit lernst du aber, dein Baby immer besser einzuschätzen. Vielleicht hilft es dir auch, ein präventives Gespräch mit deiner Hebamme oder dem Kinderarzt zu führen, um vorab zu besprechen, wie du im Ernstfall am besten reagierst.
Grundsätzlich gilt: Mit einem Baby unter drei Monaten solltest du sofort zum Arzt, wenn es mehr als 38°C Fieber hat. Doch auch bei älteren Babys kannst du immer einen Arzt aufsuchen, wenn du unsicher bist und Symptome nicht richtig einordnen kannst.
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Dieser Beitrag entstand mit der
fachlichen Beratung von Swantje Outzen.
zusätzlich ausgebildete Still- und Laktationsberaterin
und ausgebildete Trageberaterin. Sie wohnt mit ihrer
Familie in Hamburg und arbeitet aktuell
als freiberufliche Hebamme.
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