Etwa 3-5 von 100 Babys entwickeln nach der Geburt ein Blutschwämmchen am Körper. Obwohl sie für Eltern erst einmal ungewöhnlich aussehen, sind sie meist harmlos und gut behandelbar.
In diesem Artikel erfährst du, was ein Blutschwämmchen (auch Hämangiom oder Erdbeerfleck genannt) genau ist. Du liest, warum es entstanden sein könnte, wie du es früh erkennst, wann du ärztliche Beratung einholen solltest und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
Dieser Beitrag enthält folgende Abschnitte:
- Was ist ein Blutschwämmchen beim Baby?
- Wann sollte ich mit einem Blutschwämmchen beim Baby zum Arzt?
- Wann und warum entsteht ein Blutschwämmchen?
- Woran erkennt man ein Blutschwämmchen im Anfangsstadium?
- Wo treten Blutschwämmchen beim Baby besonders häufig auf?
- Welche Arten von Hämangiomen gibt es?
- Warum wachsen Babys Blutschwämmchen?
- Ist ein Blutschwämmchen beim Baby gefährlich?
- Verschwinden Blutschwämmchen von allein wieder?
- Wie wird ein Blutschwämmchen behandelt?
- FAQ
Was ist ein Blutschwämmchen beim Baby?
Wenn du bei deinem Baby plötzlich einen roten Fleck entdeckst, der vorher nicht da war, oder eine kleine Erhebung, die langsam größer wird, hat dein Baby vermutlich ein Blutschwämmchen. Doch was genau ist das?
Ein Blutschwämmchen beim Baby ist eine gutartige Gefäßneubildung. Der medizinische Begriff dafür lautet Hämangiom. Dabei wachsen kleine Blutgefäße stärker als üblich und bilden eine sichtbare Veränderung auf oder unter der Haut.
Blutschwämmchen zählen zu den häufigsten gutartigen Tumoren im Säuglingsalter. Etwa 3 bis 5 von 100 Babys sind betroffen, Frühgeborene deutlich häufiger (bis zu 23 von 100 Babys).
Ein Hämangiom ist kein bösartiger Tumor und hat nichts mit Krebs zu tun. Du kannst also ganz ruhig bleiben.
Wann sollte ich mit einem Blutschwämmchen beim Baby zum Arzt?
Obwohl Blutschwämmchen meist harmlos sind und du dir keine Sorgen machen brauchst, solltest du es immer ärztlich untersuchen lassen. Der Arzt kann:
- den Typ bestimmen,
- das Wachstum einschätzen,
- mittels Ultraschall die Tiefe bestimmen,
- entscheiden, ob Abwarten sinnvoll ist und
- dich zu möglichen Therapien beraten.
Wann und warum entsteht ein Blutschwämmchen?
Die meisten Babys kommen ohne sichtbares Blutschwämmchen zur Welt. Erst in den ersten Lebensmonaten zeigt sich eine Veränderung. Die Ursache liegt aber bereits in der Schwangerschaft, auch wenn man das Blutschwämmchen oft erst später sieht:
- Hämangiome beim Baby entstehen durch eine Fehlsteuerung bei der Blutgefäßentwicklung.
- Eltern haben keinen Einfluss darauf.
- Ernährung, Pflege oder Verhalten spielen keine Rolle.
- Eine Vorbeugung ist nicht möglich.
Du musst dir also keine Vorwürfe machen: Du hast absolut nichts falsch gemacht und kannst die Entstehung von Hämangiomen nicht verhindern.
Woran erkennt man ein Blutschwämmchen im Anfangsstadium?
Im Anfangsstadium ist ein Blutschwämmchen oft noch sehr unauffällig. Häufig zeigt es sich zunächst nur als kleiner roter oder rosafarbener Fleck auf der Haut, der leicht mit einem Kratzer, einem Druckmal oder einem Mückenstich verwechselt werden kann. In dieser frühen Phase liegt das Blutschwämmchen meist flach in der Haut und ist noch nicht tastbar oder erhaben. Erst mit der Zeit kann es sich verändern und wird intensiver rot oder bläulich, nimmt an Größe zu oder wölbt sich leicht nach außen.
Besonders schnell fällt ein Blutschwämmchen im Gesicht, an der Kopfhaut oder an der Lippe auf, da diese Bereiche gut sichtbar sind und Eltern dort kleinste Veränderungen sofort bemerken.
Wo treten Blutschwämmchen beim Baby besonders häufig auf?
Grundsätzlich können Blutschwämmchen überall am Körper entstehen. Oft treten sie jedoch hier auf:
- Gesicht
- Kopf und Kopfhaut
- Hals
- Lippe
- Nase
- Mundraum, z. B. Zunge
Je empfindlicher die Stelle ist (etwa am Auge, Mund oder Ohr), desto wichtiger ist es, dass du das Blutschwämmchen frühzeitig ärztlich untersuchen lässt.
Welche Arten von Hämangiomen gibt es?
Medizinisch unterscheidet man verschiedene Formen von Blutschwämmchen:
- Kutanes Hämangiom: Es liegt auf der Haut und zeigt sich meist als leuchtend roter Fleck, der auch als Erdbeerfleck bezeichnet wird.
- Subkutanes Hämangiom: Es liegt tiefer unter der Haut und erscheint daher häufig eher bläulich als rot.
- Mischformen: Dabei handelt es sich um eine Kombination aus einem oberflächlichen und einem tiefer liegenden Hämangiom.
- Segmentale Hämangiome: Sie sind meist großflächig und müssen häufiger behandelt werden als andere Formen.
Oft kann der Arzt den Typ bereits durch das Anschauen der Hautveränderung erkennen. Um besser einschätzen zu können, wie tief das Blutschwämmchen reicht, kann aber zusätzlich ein Ultraschall sinnvoll sein.
Warum wachsen Babys Blutschwämmchen?
Blutschwämmchen beim Baby entstehen durch eine Störung in der Entwicklung der Blutgefäße, die bereits während der Schwangerschaft beginnt. Dabei vermehren sich bestimmte Gefäßzellen stärker als normal, sodass sich nach der Geburt oder in den ersten Lebenswochen ein sogenanntes Hämangiom bildet. Warum es genau zu dieser Fehlsteuerung kommt, ist medizinisch noch nicht vollständig geklärt.
Bestimmte Faktoren können die Entstehung von Hämangiomen beim Baby jedoch begünstigen: Blutschwämmchen kommen häufiger bei Frühgeborenen, bei Mädchen und bei Mehrlingsschwangerschaften vor. Auch eine leicht verminderte Sauerstoffversorgung im Gewebe während der Schwangerschaft wird als möglicher Auslöser diskutiert.
Ist ein Blutschwämmchen beim Baby gefährlich?
In den meisten Fällen ist ein Blutschwämmchen nicht gefährlich. Viele Hämangiome verursachen keinerlei Beschwerden und bilden sich später zurück.
Problematisch kann es werden, wenn:
- es an funktionell wichtigen Stellen sitzt
- es stark wächst
- es wiederholt blutet
- es sehr groß ist
Deshalb gilt: Jedes Blutschwämmchen gehört einmal zur Ärztin oder dem Arzt, auch wenn es harmlos wirkt.
Besonders aufmerksam solltest du sein, wenn das Blutschwämmchen sehr schnell größer wird, sich entzündet oder blutet oder dein Baby durch das Blutschwämmchen Probleme beim Sehen, Atmen oder Trinken hat.
Verschwinden Blutschwämmchen von allein wieder?
Viele Blutschwämmchen bilden sich im Laufe der Zeit von selbst zurück, oft über mehrere Jahre hinweg. Dieser natürliche Rückbildungsprozess braucht Geduld und verläuft bei jedem Kind unterschiedlich. In manchen Fällen bleiben nach dem Abklingen hellere Hautstellen, kleine sichtbare Gefäße oder leichte Unebenheiten zurück.
Wie wird ein Blutschwämmchen behandelt?
Nicht jedes Blutschwämmchen braucht eine Therapie. Wenn doch, gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Medikamentöse Behandlung
- Lasertherapie
- selten operative Eingriffe
Wichtig: Du solltest Blutschwämmchen beim Baby auf keinen Fall mit Hausmitteln behandeln oder versuchen, es selbst zu entfernen!
FAQ: Die wichtigsten Fragen kurz und knapp beantwortet
Was ist ein Blutschwämmchen beim Baby?
Ein Blutschwämmchen beim Baby ist ein gutartiges Hämangiom, also eine harmlose Gefäßveränderung, die häufig erst nach der Geburt sichtbar wird.
Ist ein Blutschwämmchen gefährlich?
Meist nicht. Es sollte aber immer ärztlich beurteilt werden, um Risiken auszuschließen.
Warum bekommt mein Baby ein Blutschwämmchen?
Das ist wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt. Du kannst nichts dafür und nichts dagegen tun.
Muss jedes Blutschwämmchen behandelt werden?
Nein. Viele brauchen nur Beobachtung. Deine Kinderärztin oder dein Kinderarzt entscheidet individuell.
Geht ein Blutschwämmchen wieder weg?
Oft ja, aber die Rückbildung kann mehrere Jahre dauern.
Was ist das Wichtigste für mich als Mama?
Bewahre Ruhe und lass unbedingt deine Kinderärztin oder deinen Kinderarzt einen Blick drauf werfen: Die meisten Blutschwämmchen sind gut behandelbar oder verschwinden mit der Zeit ganz von allein.
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Dieser Beitrag entstand mit der
fachlichen Beratung von Swantje Outzen.
zusätzlich ausgebildete Still- und Laktationsberaterin
und ausgebildete Trageberaterin. Sie wohnt mit ihrer
Familie in Hamburg und arbeitet aktuell
als freiberufliche Hebamme.
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Immer an eurer Seite, Mamas!
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