Dein Baby wächst im Mutterleib Tag für Tag. Doch damit das überhaupt möglich ist, braucht es ein Organ, das es mit Sauerstoff, Nährstoffen und Flüssigkeit versorgt und gleichzeitig schützt. Genau diese Aufgaben übernimmt die Plazenta.
Die Plazenta begleitet dein Baby nur für die Dauer der Schwangerschaft, leistet in dieser Zeit aber Erstaunliches. Sie arbeitet rund um die Uhr und übernimmt Aufgaben, die später Lunge, Darm, Leber und Nieren erfüllen werden. Gleichzeitig sorgt sie dafür, dass wichtige Antikörper zu deinem Baby gelangen und unterstützt deinen Körper mit Schwangerschaftshormonen.
Wenn du wissen möchtest, was die Plazenta genau ist und woran du merkst, wenn etwas nicht stimmt, solltest du weiterlesen. Hier erfährst du unter anderem, welche Aufgaben dieses besondere Organ hat und warum es für dein Baby so wichtig ist.
Dieser Beitrag enthält folgende Abschnitte:
- Was ist die Plazenta?
- Welche Aufgaben übernimmt die Plazenta?
- Die Plazentaschranke als Schutzschild für dein Baby
- Wie entwickelt sich die Plazenta im Verlauf der Schwangerschaft?
- Welche Probleme können mit der Plazenta auftreten?
- Wie sieht eine Plazenta aus?
- Was passiert mit der Plazenta nach der Geburt?
- Trends rund um die Plazenta
- Die Plazenta – ein Wunder auf Zeit
Was ist die Plazenta?
Die Plazenta, auch Mutterkuchen oder Placenta genannt, ist ein Organ, das sich nur für die Zeit der Schwangerschaft bildet. Sie entsteht aus mütterlichem und kindlichem Gewebe und entwickelt sich bereits in den ersten Schwangerschaftswochen.
Im Laufe der Schwangerschaft wächst sie dann mit deinem Baby mit und passt sich immer wieder an dessen Bedürfnisse an.
Über die Nabelschnur verbindet die Plazenta Mutter und Kind. Dennoch vermischen sich die Blutkreisläufe nicht miteinander. Die Plazenta übernimmt stattdessen den Austausch aller wichtigen Stoffe.
In der Nabelschnur verlaufen drei Blutgefäße: zwei Arterien und eine Vene. Die Vene transportiert sauerstoff- und nährstoffreiches Blut von der Plazenta zum Baby. Über die beiden Arterien gelangen Kohlendioxid und andere Stoffwechselprodukte wieder zurück zur Plazenta, wo sie an den mütterlichen Kreislauf abgegeben werden. So wird dein Baby rund um die Uhr versorgt, ohne dass sich euer Blut direkt miteinander vermischt.
Du kannst dir die Plazenta als Lebensader deines Babys vorstellen. Ohne sie wäre eine Schwangerschaft nicht möglich.
Welche Aufgaben übernimmt die Plazenta?
Die Plazenta arbeitet Tag und Nacht. Während dein Baby im Bauch wächst, sorgt sie dafür, dass es alles bekommt, was es zum Leben braucht.
Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen
Dein Baby kann im Mutterleib noch nicht selbst atmen oder Nahrung aufnehmen. Deshalb übernimmt die Plazenta diese Aufgaben.
Über sie gelangen unter anderem folgende Stoffe zum Baby:
- Sauerstoff
- Wasser
- Vitamine
- Mineralstoffe
- Zucker
- Eiweiße
- Fette
Dabei passt sich die Plazenta ständig an den wachsenden Bedarf deines Babys an. Was zu Beginn der Schwangerschaft noch ausreicht, wäre einige Monate später längst zu wenig. Deshalb verändert sich das Organ fortlaufend und wird immer leistungsfähiger.
Abtransport von Stoffwechselprodukten
Nicht nur die Versorgung ist wichtig, die Plazenta kümmert sich auch um den Abtransport von Stoffwechselprodukten.
Kohlendioxid und andere Abfallstoffe gelangen zurück in deinen Blutkreislauf und werden über deine Lunge, Leber und Nieren ausgeschieden. Die Plazenta übernimmt damit Aufgaben, die dein Baby später selbst erledigen wird.
Unterstützung des Immunsystems
Schon vor der Geburt erhält dein Baby über die Plazenta Antikörper von dir. Dadurch bekommt es einen ersten Schutz gegen verschiedene Krankheitserreger.
Dieser sogenannte Nestschutz hilft deinem Kind auch nach der Geburt noch in den ersten Lebensmonaten. Die Plazenta trägt also nicht nur zum Wachstum, sondern auch zur Entwicklung des Immunsystems bei.
Produktion wichtiger Hormone
Die Plazenta ist außerdem eine kleine Hormonfabrik.
Sie bildet unter anderem:
- hCG
- Progesteron
- Östrogene
Diese Hormone helfen dabei, die Schwangerschaft aufrechtzuerhalten und bereiten deinen Körper auf die Geburt und das Stillen vor.
Unter anderem sorgen sie dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut erhalten bleibt, sich deine Brust auf die Milchbildung vorbereitet und dein Körper den besonderen Anforderungen der Schwangerschaft gewachsen ist.
Die Plazentaschranke als Schutzschild für dein Baby
Viele werdende Eltern glauben, dass sich das Blut von Mutter und Kind direkt vermischt. Tatsächlich ist das normalerweise nicht der Fall.
Zwischen euch liegt die sogenannte Plazentaschranke. Sie sorgt dafür, dass Sauerstoff und Nährstoffe zum Baby gelangen, während die beiden Blutkreisläufe voneinander getrennt bleiben.
Die Plazentaschranke lässt wichtige Stoffe passieren, darunter:
- Sauerstoff
- Wasser
- Vitamine und Nährstoffe
- Antikörper
Sie hält aber gleichzeitig viele Krankheitserreger und unerwünschte Stoffe zurück.
Allerdings ist die Plazentaschranke kein perfekter Schutz. Auch einige Stoffe können die Plazenta überwinden. Dazu gehören beispielsweise:
- Alkohol
- Nikotin
- manche Medikamente
- einige Viren und Krankheitserreger
Deshalb wird Schwangeren empfohlen, auf Alkohol und Nikotin zu verzichten und Medikamente immer mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt abzusprechen.
Viele Frauen machen sich Sorgen, wenn sie während der Schwangerschaft krank werden oder versehentlich etwas Ungeeignetes gegessen haben. In den meisten Fällen ist die Plazenta ein erstaunlich leistungsfähiger Schutz. Wenn du dir unsicher bist, solltest du dich aber immer ärztlich beraten lassen.
Wie entwickelt sich die Plazenta im Verlauf der Schwangerschaft?
Die Plazenta verändert sich während der gesamten Schwangerschaft. Sie wächst gemeinsam mit deinem Baby und passt ihre Funktionen immer wieder an.
Zu Beginn ist sie noch klein. Mit zunehmender Schwangerschaft wird sie immer leistungsfähiger und übernimmt immer mehr Aufgaben.
Gegen Ende der Schwangerschaft beginnt die Plazenta langsam zu altern. Dabei können sich kleine Kalkablagerungen bilden. Viele Frauen erschrecken, wenn sie beim Ultraschall hören, dass ihre Plazenta verkalkt sei.
Eine verkalkte Plazenta ist jedoch zunächst kein Grund zur Sorge. Leichte Verkalkungen gehören zum natürlichen Alterungsprozess. Nur selten steckt eine behandlungsbedürftige Störung dahinter.
Welche Probleme können mit der Plazenta auftreten?
In den allermeisten Fällen arbeitet die Plazenta zuverlässig bis zur Geburt. Dennoch können Komplikationen auftreten.
Plazentainsuffizienz
Bei einer Plazentainsuffizienz wird das Baby nicht mehr ausreichend versorgt. Dadurch kann es langsamer wachsen oder unterversorgt werden.
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und die Entwicklung des Babys gut im Blick zu behalten.
Plazenta praevia
Bei einer Plazenta praevia liegt die Plazenta vor oder sehr nahe am Muttermund.
Dadurch können Blutungen auftreten. Je nach Lage der Plazenta ist eine natürliche Geburt nicht immer möglich und ein Kaiserschnitt kann notwendig werden.
Vorzeitige Plazentaablösung
Eine vorzeitige Plazentaablösung ist ein medizinischer Notfall.
Dabei löst sich die Plazenta vor der Geburt teilweise oder vollständig von der Gebärmutterwand. Die Versorgung des Babys kann dadurch plötzlich unterbrochen werden.
Starke Bauchschmerzen, Blutungen oder ein plötzliches starkes Unwohlsein können Anzeichen für eine Plazentaablösung sein. Deswegen solltest du solche Beschwerden immer sofort ärztlich abklären lassen.
Verkalkte Plazenta
Der Befund einer verkalkten Plazenta verunsichert viele Schwangere. Meist handelt es sich jedoch um normale Alterungserscheinungen. Solange dein Baby gut versorgt wird und die Vorsorgeuntersuchungen unauffällig sind, besteht in der Regel kein Anlass zur Sorge.
Wie sieht eine Plazenta aus?
Viele Eltern sind neugierig und fragen sich, wie eine Plazenta aussieht.
Nach der Geburt ähnelt sie einer flachen, runden Scheibe mit schwammartiger Struktur. Sie hat ungefähr die Größe eines Tellers und wiegt etwa ein halbes Kilogramm. Auf einer Seite setzt die Nabelschnur an, die bis zur Geburt die Verbindung zu deinem Baby darstellt.
Was passiert mit der Plazenta nach der Geburt?
Nach der Geburt deines Babys endet die Aufgabe der Plazenta. Wenige Minuten später löst sie sich von der Gebärmutter und wird ausgestoßen. Dieser Vorgang wird als Nachgeburt bezeichnet.
Die Nachgeburt ist ein normaler Teil der Geburt. Hebammen und Ärztinnen oder Ärzte achten darauf, dass die Plazenta vollständig geboren wird. Verbleiben Reste in der Gebärmutter, können Blutungen oder Infektionen entstehen.
Deshalb wird die Plazenta nach der Geburt sorgfältig untersucht. Für viele Eltern ist es erstaunlich zu sehen, wie groß dieses Organ ist, das ihr Baby über Monate hinweg versorgt hat.
Trends rund um die Plazenta
Rund um die Plazenta gibt es einige Traditionen und moderne Trends.
Immer wieder wird in sozialen Medien über das sogenannte Nachgeburt-Essen gesprochen. Fachleute raten allerdings davon ab, weil hygienische Risiken bestehen.
Andere Familien entscheiden sich dafür, die Plazenta zu vergraben oder einen Baum darüber zu pflanzen. Solche Rituale haben in vielen Kulturen eine lange Tradition und können für Eltern eine schöne symbolische Bedeutung haben.
In den meisten Kliniken wird die Plazenta nach der Geburt jedoch einfach fachgerecht entsorgt.
Die Plazenta – ein Wunder auf Zeit
Die Plazenta begleitet dein Baby nur für wenige Monate. In dieser Zeit übernimmt sie lebenswichtige Aufgaben, versorgt dein Kind mit Sauerstoff und Nährstoffen, transportiert Abfallstoffe ab, schützt vor vielen Krankheitserregern und unterstützt deinen Körper mit wichtigen Hormonen.
Wie du siehst, ist der Mutterkuchen ein einzigartiges Organ, das es überhaupt erst möglich macht, dass dein Baby im Mutterleib wachsen und sich entwickeln kann. Tag für Tag arbeitet die Plazenta im Hintergrund und sorgt dafür, dass dein Kind bestmöglich versorgt wird – bis es dann bereit ist, die Welt außerhalb deines Bauches kennenzulernen.
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Dieser Beitrag entstand mit der
fachlichen Beratung von Swantje Outzen.
zusätzlich ausgebildete Still- und Laktationsberaterin
und ausgebildete Trageberaterin. Sie wohnt mit ihrer
Familie in Hamburg und arbeitet aktuell
als freiberufliche Hebamme.
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Immer an eurer Seite, Mamas!
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