Tipps für Schwangere & Mütter

Aufbewahrung von abgepumpter Muttermilch

Aufbewahrung von abgepumpter Muttermilch

Muttermilch ist das Beste für ein Baby. Doch wie bewahrt man die wertvolle Muttermilch sicher und hygienisch auf? Wie sieht es mit Lagerung und Aufbewahrungsmöglichkeiten aus? Kann man sie einfrieren und wie lange ist sie dann haltbar? Und welcher Behälter ist überhaupt für die Aufbewahrung von Muttermilch geeignet? Nützliche Tipps und Infos übers Muttermilch Abpumpen, Haltbarkeit und die richtige Aufbewahrung von Muttermilch findest Du hier.

Abgepumpte Muttermilch hygienisch aufbewahren

Muttermilch muss hygienisch aufbewahrt werden. Dazu eignen sich verschließbare Glasgefäße, Kunststoffgefäße aus Polypropylen (PP), spezielle Muttermilchflaschen oder Muttermilchbeutel aus Polyethylen (PE). Nicht geeignet sind normale Eisbeutel oder Tiefkühlbeutel, weil sie nicht vorsterilisiert sind.

Auch nicht empfehlenswert für das Aufbewahren von Muttermilch sind Gefäße aus klarem Hartplastik, sogenanntem Polycarbonat (PC). Polycarbonat ist wegen des darin enthaltenen Bisphenol A in die Kritik geraten. Der Verdacht einer endokrinen Wirksamkeit, d.h. einer hormonellen Anreicherung im Organismus, wird diskutiert.

Lansinoh hat schon immer jedes Risiko ausgeschlossen und verarbeitet in all seinen Produkten ausschließlich BPA-freie Kunststoffe.

Wie viel Hygiene ist genug?

Behälter für die Aufbewahrung oder Einfrieren von abgepumpter Muttermilch – wie beispielsweise spezielle Muttermilchflaschen – müssen nicht sterilisiert werden. Sie können mit heißem Seifenwasser gereinigt und anschließend abgespült werden oder in der Spülmaschine gespült werden. Wenn keine Seife vorhanden ist, ist vorzugsweise kochendes Wasser zu verwenden. Besondere Vorsicht könnte gelten, wenn Sie Ihr Kind zu früh bekommen haben oder Ihr Baby krank ist. Hier kann Ihnen im Fall der Fälle Ihre Hebamme oder ein/e Arzt/Ärztin Auskunft geben.

Weder die Brust noch die Brustwarze müssen vor dem Muttermilch abpumpen / Handentleeren abgewaschen werden. Davor sollten Sie allerdings Ihre Hände gründlich waschen.

Aufbewahrung von Muttermilch

Wenn Sie gleichzeitig stillen und abpumpen möchten, um Vorräte für gelegentliche Trennungszeiten zu schaffen, sollte stets nach dem Stillen abgepumpt werden. Dabei sind Muttermilchpumpen ein wichtiges und gern genutztes Stillhilfsmittel. Je nachdem wie viel Milch Sie abpumpen möchten und der Häufigkeit des Abpumpens können Sie dabei zwischen einer Handmilchpumpe, einer elektrischen Milchpumpe und einer 2-fach elektrischen Milchpumpe wählen.


Für das Aufbewahren von abgepumpter Muttermilch gelten folgende Zeitenangaben als Richtwerte *:

Zimmertemperatur (16 °C bis 29 °C): 4 bis 6 Stunden
Der Inhalt sollte abgedeckt sein und so kühl wie möglich gehalten werden. Durch das Abdecken des Behälters mit einem feuchten Tuch bleibt die Milch länger kühl.

Isolierte Kühltasche (4 °C bis 15 °C): 24 Stunden1
Sorge dafür, dass die Kühlelemente die Milchbehälter immer berühren.
Öffne die Tasche so selten wie möglich.

Kühlschrank (4 °C): 4 bis 5 Tage
Lagere die Milch im hinteren Bereich des Hauptfachs des Kühlschranks, nicht in der Tür.

Gefrierschrank (-18 °C): 3 bis 6 Monate
Tiefkühltruhe (-20 °C): 6 bis 12 Monate
Lagere die Milch abseits der Wände und im hinteren Bereich des Gefrierschranks, dort ist die Temperatur am konstantesten. Einmal aufgetaute Milch nicht wieder einfrieren.


Ist die Muttermilch bereits aufgetaut, jedoch nicht erwärmt, gelten folgende Aufbewahrungzeiten**:

# Bei Raumtemperatur (ca. 21 °C) 3 Stunden
# Im Kühlschrank (+4 °C bis +6 °C, nicht an der Tür!) ungeöffnet 24 Stunden, geöffneter Beutel max. 12 Stunden

Muttermilch bei Zimmertemperatur aufbewahren

Unter sauberen Bedingungen gewonnene Muttermilch, frisch abgepumpt, kann bei Zimmertemperatur (16 °C bis 29 °C): ca. 4 bis 6 Stunden aufbewahrt werden. In einer isolierten Kühltasche mit Kühl-Akkus herrschen etwa 4 °C bis +15 °C. Darin dürfen Sie Muttermilch 24 Stunden aufbewahren. Für sommerliche Zimmertemperaturen zwischen 27 °C und 32 °C dürften drei bis vier Stunden eine sinnvolle Grenze darstellen**.

Muttermilch im Kühlschrank aufbewahren

Im Kühlschrank bei 4 °C aufbewahrte Milch hält gute 4 bis 5 Tage. Bei geringer Ausgangsbelastung konnten sogar nach 4-8 Tagen niedrige Wachstumsraten an Keimen nachgewiesen werden. Bitte achten Sie darauf, die abgepumpte Milch nicht in der Kühlschranktür aufzubewahren, dort ist es nicht kalt genug.

Muttermilch im Tiefkühlschrank einfrieren und aufbewahren

Das Einfrieren von abgepumpter Muttermilch bei mind. -18 °C hat sich bis zu sechs Monaten als sicher gezeigt. Beim Einfrieren bleiben die Vitamine A, E und B, der Gesamteiweißgehalt, Fett, Enzyme, Laktose, Zink, Immunglobuline, Lysozym und Laktoferrin generell erhalten. Die antibakterielle Wirkung von tief gefrorener Milch bleibt für mindestens drei Wochen erhalten.

Je wärmer Ihr Gefrierfach, umso kürzer die sichere Aufbewahrungsdauer! Bitte beachten Sie die empfohlene Aufbewahrungstemperatur und die entsprechenden Aufbewahrungszeiten von Muttermilch und überprüfen Sie ggf. die Temperatur Ihres Gerätes.

Bei -18 °C eingefrorene Lebensmittel sind unbegrenzt sicher vor bakterieller Verunreinigung, dennoch verändern sich auch tiefgefrorene Lebensmittel aufgrund von bestimmten enzymatischen Prozessen, die Einfluss auf die Qualität der eingefrorenen Muttermilch haben können. Achten Sie darauf, gefrorene Milch im hinteren Teil des Tiefkühlgerätes aufzubewahren um die Bildung von Eiskristallen zu vermeiden. Alle Behälter mit Muttermilch sollten luftdicht verschlossen sein, um einer Verunreinigung vorzubeugen.

Nachdem Sie den Behälter mit Muttermilch gefüllt haben, sollte oben in dem Behälter noch Platz bleiben, damit sich die Milch während des Einfrierens ausdehnen kann. Beschriften Sie das Behältnis mit Datum. Typischerweise trinken Säuglinge Muttermilch in Portionsgrößen von 60 bis 120 ml, entsprechende Aufbewahrungsmengen sind gut, um eine Verschwendung von aufgetauter Muttermilch zu verhindern. Beobachten Sie auch, wie viel Ihr Baby individuell trinkt, das ist der beste Hinweis auf die optimale Portionsgröße.

Aufbewahren von Muttermilch: Tipps

# Mischen mehrerer Abpumpzeiten

Hinweis: Sie sollten keine körperwarme Muttermilch zu bereits gekühlter oder gefrorener Milch geben, um zu verhindern, dass die bereits eingelagerte Milch aufgewärmt wird. Lassen Sie die frisch abgepumpte Milch zunächst abkühlen, ehe Sie sie zu älterer, bereits aufbewahrter Milch geben.

# Gut zu wissen: Aufgetaute Muttermilch kann anders riechen und schmecken

Eingefrorene Muttermilch kann Geruchs- und Geschmacksveränderungen aufweisen. Diese werden durch die Aktivität des Enzyms Lipase verursacht, das das Fett in Fettsäuren aufspaltet. Diese Aufspaltung der Fette hilft dem Säugling bei der Verdauung der Muttermilch, insbesondere bei Frühgeborenen, und ist nicht gesundheitsschädlich. Manche Kinder weigern sich jedoch, diese Milch aus der Flasche **zu trinken, auch wenn die Milch nicht schädlich ist. Erhitzt man Milch über 40 °C, lässt sich die Lipaseaktivität stoppen.

Sie sollten aber genau abwägen, ob Sie diese Erwärmung über 40 °C vornehmen, denn der Nachteil ist, dass es so zu einem Verlust der für die Verdauung wichtigen Enzymaktivität kommt.

 

1Hamosh M, Ellis L, Pollock D, et al: Breastfeeding and the Working Mother: Effect of Time and Temperatur of Shortterm Storage on Proteolysis, Lipolysis, and Bacterial Growth in Milk, Pediatrics 1996; 97(4):492-498.

*Quelle La Leche League International 2017

**Aufbewahrungszeiten für Muttermilch; Breastfeeding: more than just good nutrition, Lawrence; 2011

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