Der Schleimpfropf verschließt während der Schwangerschaft den Muttermund am Übergang zur Gebärmutter und schützt dein Baby vor Keimen. Sein Abgang kann ein erstes Zeichen dafür sein, dass sich dein Körper auf die Geburt vorbereitet.
Hier erfährst du, welche Funktion der Schleimpfropf hat, wie er aussieht, wann er sich löst und was sein Abgang für den Geburtsverlauf bedeutet.
Dieser Beitrag enthält folgende Abschnitte:
- Bedeutung und Funktion des Schleimpfropfs
- Wann und warum Schleimpfropf sich der Schleimpfropf löst
- Schleimpfropf und Geburtsbeginn
- Aussehen und Erkennung des Schleimpfropfs
- Was du beachten solltest, wenn der Schleimpfropf abgeht
- Veränderungen am Muttermund und Verlauf bis zur Geburt
- Natürlicher Schritt Richtung Geburt
Bedeutung und Funktion des Schleimpfropfs
Der Schleimpfropf (auch Mucus Plug genannt) verschließt während der Schwangerschaft den Muttermund. Er besteht aus zähem, gelartigem Schleim und schützt dein Baby zuverlässig vor Bakterien und Keimen, die aus der Scheide aufsteigen könnten.
Seine Schutzfunktion ist besonders wichtig, da dein Körper während der Schwangerschaft ein möglichst sicheres Umfeld für dein Baby schafft. Der Schleimpfropf bildet dabei eine Art „natürlichen Verschluss“, der die Gebärmutter abschirmt.
Auch außerhalb der Schwangerschaft produziert dein Körper Zervixschleim. Dieser ist aber meist klar und deutlich flüssiger. In der Schwangerschaft hingegen ist der Schleim deutlich fester, dichter und bildet einen kompakten Pfropf.
Wann und warum Schleimpfropf sich der Schleimpfropf löst
Der Schleimpfropf löst sich meist gegen Ende der Schwangerschaft, häufig ab etwa der 38. Schwangerschaftswoche.
Grund dafür sind hormonelle Veränderungen: Dein Körper bereitet sich aktiv auf die Geburt vor. Der Gebärmutterhals wird weicher, verkürzt sich und beginnt, sich leicht zu öffnen. Gleichzeitig können erste, oft noch unregelmäßige Wehen auftreten.
Durch diese Veränderungen kann sich der Schleimpfropf lösen. Das kann plötzlich passieren oder sich über mehrere Tage hinweg ziehen. Manche Frauen bemerken einen einmaligen Abgang, andere berichten davon, dass sich der Schleimpfropf in Etappen löst.
Wie merkt man, dass sich der Schleimpfropf löst?
Nicht jede Frau nimmt den Schleimpfropf-Abgang bewusst wahr.
Wenn du ihn bemerkst, zeigt sich der Abgang des Schleimpfropf oft durch:
- einen plötzlich stärkeren, schleimigen Ausfluss
- eine deutlich andere Konsistenz als gewöhnlich
- eine größere Menge auf einmal
- ein Gefühl von einem „Abgang“, ähnlich wie bei stärkerem Ausfluss
Manchmal geht der Schleimpfropf auch beim Toilettengang ab und wird gar nicht bewusst wahrgenommen. Gerade bei einem schleichenden, stückweisen Abgang fällt er vielen Schwangeren nicht auf.
Schleimpfropf und Geburtsbeginn
Der Schleimpfropf-Abgang zeigt, dass dein Körper in die Vorbereitungsphase der Geburt eintritt. Das bedeutet: Der Muttermund verändert sich und dein Körper stellt sich hormonell um.
Allerdings kann es sehr unterschiedlich sein, wann die Geburt tatsächlich beginnt.
Wie lange dauert es vom Schleimpfropf-Abgang bis zur Geburt?
Diese Frage lässt sich leider nicht pauschal beantworten, da jede Schwangerschaft individuell verläuft. Während bei manchen Frauen die Wehen bereits innerhalb weniger Stunden nach dem Abgang des Schleimpfropfs einsetzen, beginnt bei anderen die Geburt erst am nächsten oder sogar übernächsten Tag.
Es kann aber auch vorkommen, dass noch mehrere Tage vergehen, ohne dass weitere eindeutige Anzeichen auftreten. Der Schleimpfropf ist daher eher ein Hinweis darauf, dass sich dein Körper auf die Geburt vorbereitet, aber kein verlässlicher Countdown für den tatsächlichen Geburtsbeginn.
Aussehen und Erkennung des Schleimpfropfs
Das Aussehen des Schleimpfropfs kann sehr unterschiedlich sein. Gerade deswegen sind viele Frauen unsicher, ob sich ihr Schleimpfropf gelöst hat.
Typischerweise ist er:
- durchsichtig, weißlich oder gelblich
- zäh, dick und geleeartig
- klumpig oder fädig
- manchmal mit Blutspuren durchzogen
Ein Schleimpfropf ohne Blut ist ebenso normal wie ein leicht blutiger Schleim. Wenn sich kleine Blutgefäße im Muttermund lösen, können rötliche oder bräunliche Fäden entstehen. Viele beschreiben das Aussehen auch als dickeren, glibberigen Schleim oder vergleichen ihn mit Gelatine.
Schleimpfropf oder Ausfluss: Wie erkenne ich den Unterschied?
Gerade gegen Ende der Schwangerschaft nimmt der Ausfluss häufig zu, was viele werdende Mütter verunsichert. Deshalb ist es nicht immer leicht, den Schleimpfropf eindeutig zu erkennen.
Während normaler Ausfluss meist eher flüssig, milchig und regelmäßig auftritt, zeigt sich der Schleimpfropf in der Regel deutlich anders: Er ist dick, zäh und tritt häufig einmalig oder in größeren Mengen auf. Besonders ein plötzlich auftretender, geleeartiger Ausfluss kann ein Hinweis darauf sein, dass sich der Schleimpfropf gelöst hat. Im Gegensatz dazu verändert sich gewöhnlicher Ausfluss meist schrittweise und wirkt insgesamt weniger kompakt und auffällig.
Was du beachten solltest, wenn der Schleimpfropf abgeht
Grundsätzlich ist der Schleimpfropf-Abgang ein natürlicher Vorgang und kein Grund zur Sorge. Trotzdem ist es wichtig, dass du aufmerksam auf deinen Körper achtest und bestimmte Anzeichen ernst nimmst:
- Wenn du starke, frische oder wiederholte Blutungen bemerkst, solltest du das unbedingt sofort ärztlich abklären lassen.
- Auch wenn sich der Schleimpfropf bereits vor der 37. Schwangerschaftswoche löst, ist es wichtig, Rücksprache mit deinem Arzt oder deiner Hebamme zu halten.
- Treten zusätzlich ungewöhnliche Beschwerden wie starke Schmerzen, Fieber oder ein ungutes Gefühl auf, solltest du ebenfalls medizinischen Rat einholen.
- Leichte Blutspuren im Schleim sind hingegen meist unbedenklich und werden als Zeichnungsblutung bezeichnet.
Was bedeutet die Zeichnungsblutung?
Wenn der Schleimpfropf Blutspuren enthält, spricht man von der sogenannten Zeichnungsblutung.
Diese entsteht, weil sich kleine Blutgefäße im Muttermund öffnen, wenn sich dieser auf die Geburt vorbereitet und leicht dehnt. Die Blutung ist in der Regel schwach und zeigt sich eher als Beimischung im Schleim.
Das ist ein gutes Zeichen: Dein Körper arbeitet aktiv auf die Geburt hin.
Veränderungen am Muttermund und Verlauf bis zur Geburt
Der Abgang des Schleimpfropfs bedeutet, dass sich dein Muttermund bereits verändert hat.
Dein Gebärmutterhals kann:
- weicher geworden sein
- sich verkürzt haben
- sich leicht geöffnet haben
Die vollständige Öffnung erfolgt jedoch erst unter aktiven Wehen während der Geburt.
Löst sich der Schleimpfropf immer vor den Wehen?
In vielen Fällen geht der Schleimpfropf vor den ersten Wehen ab, aber nicht immer.
Es kann auch vorkommen, dass er sich erst während der Geburt löst, er unbemerkt abgeht oder der Abgang des Schleimpfropfs stückchenweise erfolgt.
All diese Möglichkeiten sind vollkommen normal und kein Grund zur Sorge.
Der Abgang des Schleimpfropfs ist ein natürlicher Schritt Richtung Geburt
Der Schleimpfropf spielt eine wichtige Rolle während der Schwangerschaft und schützt dein Baby zuverlässig. Sein Abgang zeigt, dass dein Körper sich auf die Geburt vorbereitet, auch wenn es noch etwas dauern kann, bis es wirklich losgeht.
Ob plötzlich oder schleichend, mit oder ohne Blut: Wie der Schleimpfropf abgeht, ist unterschiedlich. Vertraue auf deinen Körper, hol dir im Zweifel aber immer Unterstützung von deiner Hebamme, deiner Ärztin oder deinem Arzt. Sie sind immer für dich da und stehen dir bei Fragen und Unsicherheiten zur Seite.
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Dieser Beitrag entstand mit der
fachlichen Beratung von Swantje Outzen.
zusätzlich ausgebildete Still- und Laktationsberaterin
und ausgebildete Trageberaterin. Sie wohnt mit ihrer
Familie in Hamburg und arbeitet aktuell
als freiberufliche Hebamme.
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Immer an eurer Seite, Mamas!
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