Beim Blasensprung platzt deine Fruchtblase und es tritt Fruchtwasser aus. Das zeigt an, dass dein Körper sich auf die Geburt vorbereitet. In den meisten Fällen tritt der Blasensprung während der Geburt auf, seltener setzt er vor Beginn der Wehen ein.
Ein Blasensprung ist also ein natürlicher Schritt im Geburtsverlauf. Hier kannst du nachlesen, wie du einen Blasensprung erkennen kannst, was genau er bedeutet und wann du schnell handeln solltest – damit du dich sicher und gut vorbereitet fühlst.
Dieser Beitrag enthält folgende Abschnitte:
- Was genau passiert beim Blasensprung?
- Was ist ein hoher Blasensprung?
- Wie fühlt sich ein Blasensprung an?
- Fruchtblase geplatzt oder Urin: Woran erkenne ich sicher den Unterschied?
- Wie läuft ein Blasensprung normalerweise ab?
- Wie schnell öffnet sich der Muttermund nach einem Blasensprung?
- Wie lange dauert es vom Blasensprung bis zur Geburt?
- Wann muss ich bei einem Blasensprung ins Krankenhaus?
- Was tun bei einem Blasensprung zuhause?
- Vorzeitiger Blasensprung: Was bedeutet das?
- Was kann einen (frühen) Blasensprung auslösen?
- Wie lange kann das Baby nach einem Blasensprung im Bauch bleiben?
- Fazit: Dem Blasensprung gelassen entgegensehen
Was genau passiert beim Blasensprung?
Deine Fruchtblase ist eine dünne, flexible Membran, die dein Baby zusammen mit dem Fruchtwasser schützt. Wenn sie einreißt, tritt das Fruchtwasser aus: manchmal schwallartig und manchmal tröpfchenweise. Das ist der Moment des Blasensprungs.
Das Fruchtwasser selbst ist normalerweise klar bis leicht milchig und riecht nicht bis leicht süßlich.
Für den Blasensprung gibt es keinen festen Zeitpunkt. Bei nur ca. 10-15 % der Schwangeren erfolgt der Blasensprung, bevor die Wehen einsetzen. In vielen Fällen öffnet sich die Fruchtblase erst unter der Geburt.
Was ist ein hoher Blasensprung?
Manchmal reißt die Fruchtblase oben statt in der Nähe des Muttermundes. Dann spricht man von einem hohen Blasensprung, das Fruchtwasser läuft eher tröpfchenweise aus und wird schnell für Ausfluss oder Urin gehalten. Auch hier solltest du dich im Krankenhaus vorstellen, damit sicher abgeklärt werden kann, ob es wirklich Fruchtwasser ist.
Wie fühlt sich ein Blasensprung an?
Wie sich ein Blasensprung anfühlt, ist individuell. Viele Frauen merken nichts Besonderes, bis sie auf einmal Fruchtwasser verlieren, andere spüren eine Art Ploppen oder Drucknachlassen. Typisch für einen Blasensprung ist:
- Du hast plötzlich nasse Unterwäsche.
- Es läuft ständig Flüssigkeit nach.
- Du kannst das Nachlaufen der Flüssigkeit nicht stoppen.
- Die austretende Flüssigkeit ist geruchlos oder riecht leicht süßlich.
Fruchtblase geplatzt oder Urin: Woran erkenne ich sicher den Unterschied?
Manchmal ist es gar nicht so leicht zu erkennen, ob es sich um Fruchtwasser oder einfach um Urin handelt. Besonders häufig taucht die Frage auf: Wie merkt man eigentlich, dass Fruchtwasser im Slip ist?
Du kannst auf ein paar typische Unterschiede achten, um Fruchtwasser sicher von Urin zu unterscheiden: Fruchtwasser ist sehr dünnflüssig, fast wie Wasser, während Urin meist etwas gelblich ist. Auch der Geruch kann dir einen Hinweis geben: Fruchtwasser riecht neutral oder leicht süßlich, Urin dagegen eher stechend. In der Farbe zeigt sich ebenfalls ein Unterschied: Fruchtwasser ist meist klar bis leicht milchig, während Urin oft gelblich ist.
Wenn du merkst, dass immer wieder Flüssigkeit nachläuft, spricht das eher für einen Blasensprung, denn Fruchtwasser kommt nicht nur einmal, sondern kontinuierlich nach.
Wichtig: Ist das Fruchtwasser grünlich oder bräunlich, solltest du sofort die Klinik oder deine Hebamme anrufen. Eine Verfärbung des Fruchtwassers kann ein Hinweis auf Kindspech (Mekonium) sein und muss abgeklärt werden.
Wie läuft ein Blasensprung normalerweise ab?
In den meisten Fällen tritt der Blasensprung erst mit oder kurz vor den Wehen auf. Viele Frauen kommen aber auch mit Wehen ins Krankenhaus und erleben dort erst das Platzen der Fruchtblase.
Ein Blasensprung ohne Wehen ist ebenfalls häufig und nicht automatisch besorgniserregend. Meist setzen die Wehen innerhalb einiger Stunden ein. Trotzdem solltest du dich auch dann ärztlich untersuchen lassen, wenn du einen Blasensprung ohne Wehen hast.
Wie schnell öffnet sich der Muttermund nach einem Blasensprung?
Das ist sehr individuell. Manche Frauen kommen nach zwei Stunden bereits in die aktive Geburt, bei anderen dauert es länger. Vor allem bei Erstgebärenden kann es mehrere Stunden bis über einen Tag dauern, bis nach dem Blasensprung Wehen einsetzen.
Wie lange dauert es vom Blasensprung bis zur Geburt?
Statistisch gesehen geht es bei Erstgebärenden mit der Geburt meist innerhalb von 12 bis 24 Stunden los. Bei Frauen, die schon einmal geboren haben, geht es oft deutlich schneller.
Wann muss ich bei einem Blasensprung ins Krankenhaus?
Wenn du einen Blasensprung hast, solltest du dich entspannt auf den Weg ins Krankenhaus oder Geburtshaus machen. Ob du schon Wehen hast oder nicht, spielt keine Rolle.
Sofort ins Krankenhaus fahren solltest du auf jeden Fall, wenn:
- das Fruchtwasser grün, braun oder blutig ist,
- du dich unwohl fühlst oder Schmerzen hast,
- dein Baby sich ungewöhnlich ruhig verhält oder
- du eine Steißlage hast. Hier besteht die Gefahr eines Nabelschnurvorfalls.
Im Zweifelsfall fahre lieber einmal zu früh ins Krankenhaus als zu spät.
Was tun bei einem Blasensprung zuhause?
Es ist leichter gesagt als getan, aber du solltest auf jeden Fall Ruhe bewahren. Untersuche die austretende Flüssigkeit genau, um sicherzugehen, dass es sich um Fruchtwasser handelt. Notiere dann die Zeit, wann der Blasensprung war und wie viel Flüssigkeit kam und kontaktiere deine Hebamme oder Geburtsklinik.
Tipp: Viele Kliniken empfehlen, dich hinzulegen, bis du untersucht wurdest, wenn das Köpfchen deines Babys noch nicht fest im Becken sitzt.
Vorzeitiger Blasensprung: Was bedeutet das?
Von einem vorzeitigen Blasensprung spricht man, wenn Fruchtwasser abgeht, bevor regelmäßige Wehen da sind. Keine Sorge: Das kommt häufig vor und ist meist gut kontrollierbar.
Problematisch wird es, wenn der Blasensprung vor der 37. Schwangerschaftswoche passiert. Dann besteht ein höheres Risiko für Infektionen, weil dein Baby nicht mehr vollständig geschützt ist.
Was kann einen (frühen) Blasensprung auslösen?
Ein sicherer Auslöser für einen Blasensprung lässt sich oft nicht finden, da es viele verschiedene Gründe gibt, die teils auch miteinander zusammenhängen:
- natürliche Wehenvorbereitung
- Druck durch das Baby
- Infektionen im Genitalbereich
- Mehrlingsschwangerschaft
- viel oder sehr wenig Fruchtwasser
- mechanische Belastung, z. B. durch eine Untersuchung
Wie lange kann das Baby nach einem Blasensprung im Bauch bleiben?
Wie lange dein Baby nach einem Blasensprung noch im Bauch bleiben kann, hängt vor allem davon ab, in welcher Schwangerschaftswoche du bist. Passiert der Blasensprung nah am errechneten Geburtstermin, begleiten die meisten Kliniken den Geburtsverlauf etwa 12 bis 18 Stunden, manchmal auch länger, solange es dir und deinem Baby gut geht.
Erfolgt der Blasensprung aber vor der 37. Woche, entscheidet das Behandlungsteam individuell: Oft wird versucht, die Schwangerschaft mithilfe von Medikamenten noch etwas zu verlängern, wenn dein Zustand und der deines Babys das zulassen. Dabei wirst du im Krankenhaus eng überwacht, weil das Risiko für Infektionen mit der Zeit ansteigt und frühzeitig erkannt werden soll.
Fazit: Dem Blasensprung gelassen entgegensehen
Ein Blasensprung ist ein natürlicher Schritt Richtung Geburt. Er verläuft meist deutlich unspektakulärer, als es in Filmen gezeigt wird. Wichtig ist, beim Blasensprung ruhig zu reagieren und die Farbe des Fruchtwassers zu kontrollieren.
Ein Blasensprung bedeutet nicht, dass sofort Panik angesagt ist, aber er ist ein klares Zeichen, dass du nun Kontakt zu Hebamme oder Klinik aufnehmen solltest und dein Baby ganz bald auf der Welt ist.
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Dieser Beitrag entstand mit der
fachlichen Beratung von Swantje Outzen.
zusätzlich ausgebildete Still- und Laktationsberaterin
und ausgebildete Trageberaterin. Sie wohnt mit ihrer
Familie in Hamburg und arbeitet aktuell
als freiberufliche Hebamme.
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Immer an eurer Seite, Mamas!
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