„Schmeckt mein Baby eigentlich, was ich esse?“ Mit dieser Frage bist du als stillende Mama nicht allein. Die Antwort lautet: Ja, deine Ernährung kann den Geschmack der Muttermilch beeinflussen. Das ist ganz normal und sogar etwas Besonderes, denn Muttermilch ist weit mehr als nur Nahrung.
In diesem Artikel erfährst du, warum Muttermilch nicht jeden Tag gleich schmeckt, wie Aromastoffe aus deiner Ernährung den Muttermilch-Geschmack beeinflussen können und wie dein Baby diese Unterschiede wahrnimmt.
Dieser Beitrag enthält folgende Abschnitte:
- Muttermilch schmeckt nicht immer gleich
- Wie beeinflusst die Ernährung den Geschmack der Muttermilch?
- Merkt mein Baby die Unterschiede im Geschmack der Muttermilch?
- Können frühe Geschmackserfahrungen später hilfreich sein?
- Muss ich bestimmte Lebensmittel meiden?
- Warum schmeckt aufgetaute Muttermilch manchmal anders?
Muttermilch schmeckt nicht immer gleich
Der Geschmack deiner Muttermilch verändert sich auf natürliche Weise. Schon im Verlauf einer einzelnen Stillmahlzeit unterscheidet sich die Zusammensetzung deiner Milch. Auch im Laufe der gesamten Stillzeit verändert sie sich immer wieder. Sogar das Kolostrum, die erste Milch nach der Geburt, schmeckt etwas anders als reife Muttermilch.
Wenn du dich fragst, wonach Muttermilch schmeckt, lässt sich das nur grob beantworten: Sie schmeckt meist leicht süßlich. Gleichzeitig ist ihr Aroma individuell und nicht jeden Tag gleich. Genau das macht Muttermilch so besonders.
Wie beeinflusst die Ernährung den Geschmack der Muttermilch?
Bestimmte Aromastoffe aus Lebensmitteln können in kleinen Mengen in die Muttermilch übergehen. Dazu gehören zum Beispiel:
- Knoblauch
- Vanille
- Curry
- Kräuter und Gewürze
Die Milch übernimmt dabei nicht einfach den Geschmack der Lebensmittel. Vielmehr werden die Aromastoffe vom Körper verarbeitet und gelangen in veränderter und deutlich abgeschwächter Form in die Muttermilch.
Viele Mütter fragen sich, ob Knoblauch in der Stillzeit erlaubt ist. Tatsächlich sprechen die bisherigen Erkenntnisse nicht dafür, dass du auf Knoblauch beim Stillen verzichten musst. Ob Knoblauch während der Stillzeit, Curry oder würzige Speisen: Eine abwechslungsreiche Ernährung ist in der Stillzeit problemlos möglich.
Merkt mein Baby die Unterschiede im Geschmack der Muttermilch?
Es gibt Hinweise darauf, dass Säuglinge Geschmacksunterschiede wahrnehmen und demzufolge merken, wenn sich der Geschmack deiner Muttermilch ernährungsbedingt verändert.
Im Gegensatz zu industriell hergestellter Säuglingsnahrung lernt dein Baby in der Muttermilch schon früh verschiedene Aromen kennen.
Können frühe Geschmackserfahrungen später hilfreich sein?
Schon während der Schwangerschaft kommen Babys über das Fruchtwasser mit verschiedenen Aromen in Kontakt. Nach der Geburt setzt sich diese Erfahrung über die Muttermilch fort.
Aktuelle Forschungen deuten darauf hin, dass frühe Geschmackserfahrungen die spätere Akzeptanz unterschiedlicher Lebensmittel beeinflussen könnten. Das bedeutet nicht, dass Stillen automatisch aus jedem Kind einen unkomplizierten Esser macht. Es zeigt aber, dass Babys, die schon früh verschiedene Geschmacksrichtungen kennenlernen, möglicherweise leichter an die Familienkost herangeführt werden können.
Muss ich bestimmte Lebensmittel meiden?
Es besteht meist kein Grund, bestimmte Lebensmittel zu meiden, wenn du stillst. Viele Frauen verzichten aus Sorge auf Zwiebeln, Kohl, Knoblauch oder Gewürze. Die aktuelle Datenlage spricht jedoch nicht dafür, dass das einen Nutzen hat. Wichtig ist vor allem, dass du dich ausgewogen und abwechslungsreich ernährst.
Wenn du aber feststellst, dass dein Baby empfindlich auf die Milch reagiert, wenn du etwas Bestimmtes gegessen hast (zum Beispiel mit Blähungen oder Unruhe), kann es allerdings nicht schaden, auf das jeweilige Lebensmittel zu verzichten. In den meisten Fällen kannst du aber weiterhin genießen, was dir schmeckt.
Warum schmeckt aufgetaute Muttermilch manchmal anders?
Manche Mütter bemerken, dass eingefrorene und wieder aufgetaute Muttermilch anders riecht oder schmeckt. Dafür ist häufig das Enzym Lipase verantwortlich. Die Milch ist dadurch in der Regel nicht verdorben und kann weiterhin gefüttert werden. Viele Babys trinken sie problemlos, auch wenn der Geruch und Geschmack der Muttermilch zunächst ungewohnt sein können.
Muttermilch ist also nicht nur eine wertvolle Nährstoffquelle. Sie vermittelt deinem Baby auch erste Geschmackserfahrungen – und eine abwechslungsreiche Ernährung in der Stillzeit kann dazu beitragen, dass dein Kind schon früh unterschiedliche Aromen kennenlernt und später bereit ist, mehr auszuprobieren.
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Dieser Beitrag entstand mit der
fachlichen Beratung von Swantje Outzen.
zusätzlich ausgebildete Still- und Laktationsberaterin
und ausgebildete Trageberaterin. Sie wohnt mit ihrer
Familie in Hamburg und arbeitet aktuell
als freiberufliche Hebamme.
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Immer an eurer Seite, Mamas!
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