Tipps für Schwangere & Mütter

Was du als Schwangere über das Coronavirus wissen solltest

Was du als Schwangere über das Coronavirus wissen solltest

Das Coronavirus beschäftigt uns alle. Und obwohl dein Baby noch gar nicht auf der Welt ist, machst du dir sicher schon Gedanken, wie du es schützen kannst und versuchst alles zu tun, um gesund zu bleiben.

Die Viruserkrankung COVID-19 trat erstmals Dezember 2019 auf. Unter Ärzten und Wissenschaftlern gibt es daher noch viele offene Fragen – auch wie sich das Coronavirus SARS-CoV-2 zum Beispiel auf eine Schwangerschaft auswirken kann. „Wir sind immer noch dabei, zu verstehen, wie sich das Virus überhaupt verbreitet und wie es sich von anderen, bekannten Coronaviren unterscheidet“, sagt Dr. Alexis Davis, Direktor der amerikanischen National Neonatal Nurses Conference (Nicu) und Mitglied des Clinical Advisory Boards von Lansinoh. „Unsere Empfehlungen sind daher derzeit zurückhaltend“, erklärt er weiter.

Was die Wissenschaft Schwangeren aktuell empfiehlt:

Das Immunsystem verändert sich, wenn eine Frau ein Kind erwartet. Schwangere werden zum Beispiel anfälliger für Viruserkrankungen. Auch bei einer Infektion mit dem Coronavirus ist daher damit zu rechnen, dass betroffene Frauen mehr und stärkere Beschwerden entwickeln, als es ohne eine Schwangerschaft der Fall wäre.

Internationalen Präventionsexperten folgend solltest du als Schwangere Folgendes beachten:

  1. Bleibe möglichst zuhause! Verlasse das Haus nur für wichtige Wege zum Arzt, zum Einkaufen oder um dich an der frischen Luft zu bewegen.
  2. Halte Abstand zu Menschen, die nicht in deinem Haushalt leben. Empfohlen werden 1,5 bis 2 Meter Abstand.
  3. Achte darauf, dir häufig die Hände zu waschen. Du solltest sie mindestens 30 Sekunden einschäumen und schrubben und auch häufig vernachlässigte Stellen zwischen den Fingern und unter den Nägeln säubern. Häufiges Händewaschen reduziert das Risiko, sich mit vielen verschiedenen Viren, einschließlich COVID-19, zu infizieren, maßgeblich.
  4. Vermeide den Kontakt zu erkrankten Menschen. So kannst du das Risiko reduzieren, selbst zu erkranken.
  5. Informiere dich bei deiner Frauenärztin bzw. deinem Frauenarzt oder einer wohnortnahen Klinik über die Entwicklungen der Coronakrise. Entsprechend der unterschiedlichen Ausbreitung des Virus gelten von Stadt zu Stadt und Region zu Region andere Bestimmungen und Verhaltensregeln.

Bisher ist nicht bekannt, ob du als Schwangere das Coronavirus im Falle einer Infektion auf dein Kind im Mutterleib übertragen könntest. Die Wahrscheinlichkeit ist aber gering, wie eine kürzlich durchgeführte Studie mit Müttern in China zeigt:

  • In der Untersuchung wurden 33 infizierte Schwangere erfasst.
  • Nach der Geburt wurden drei der 33 Neugeborenen positiv auf COVID-19 getestet.
  • Unklar ist, wie sich die Säuglinge angesteckt hatten: ob noch im Mutterleib, während oder nach der Geburt.
  • Alle mit dem Coronavirus infizierten Babys erholten sich vollständig.

Wie meistern wir die Pandemie?

Die Coronakrise ist eine emotionale Herausforderung. Verständlicherweise führen die Nachrichten und Veränderungen des Alltags und in der Gesellschaft bei vielen Menschen zu Sorgen, Bedenken und einem Gefühl der Verunsicherung. Geht es dir auch so?

Denke immer daran: In der Schwangerschaft sorgen viele verschiedene Hormone dafür, dass du – auch ohne Coronavirus – oft emotionaler reagierst, als wenn du kein Kind erwarten würdest. Es ist daher verständlich, dass sich dieser Gefühlszustand nun eventuell verstärkt.

Das kannst du tun, um als Schwangere gut durch die Krise zu kommen und dein Baby zu schützen:

  • Sei nicht gleich besorgt, wenn du im Moment sensibler als sonst bist.
  • Behalte deine mentale und körperliche Gesundheit im Auge.
  • Wenn dich die täglichen Nachrichten über COVID-19 mehr beunruhigen als informieren, reduziere deinen Medienkonsum.
  • Stresst dich der Kontakt mit bestimmten Menschen, ziehe dich eine Zeitlang zurück.
  • Reduziere deine Social-Media-Lektüre, wenn dich die ständigen Aktualisierungen rund um die Coronakrise stark bewegen oder aufregen.
  • Umgib dich mit Menschen, die dir guttun. Beachte dabei unbedingt die geltenden Kontaktbeschränkungen.
  • Sprich über Dinge, die dich glücklich machen.
  • Auch in Zeiten von Social Distancing kannst du mit Freunden und deiner Familie zusammen sein, beispielsweise über Telefon oder Video-Chat.
  • Kontaktiere deine Lieben – und tausche dich regelmäßig aus, über deine Schwangerschaft, deinen Alltag, über Dinge, die dich erfreuen.
  • In unsicheren Zeiten braucht der Mensch Sicherheit, zum Beispiel durch eine tägliche Routine: Nimm dir jeden Tag Zeit für gesunde Mahlzeiten, ausreichend Bewegung, für deine Arbeit und persönlichen Hobbys.
  • Übe dich in Achtsamkeit und Dankbarkeit. Die Struktur und Regelmäßigkeit, die du dir selbst schaffst, gibt dir ein Gefühl von Kontrolle und beruhigt dich.

Brauchst du ärztliche Hilfe?

Helfen alle Empfehlungen nicht gegen Gefühle von Angst, extremer Traurigkeit oder Erschöpfung? Fällt es dir schwer, dich um dich zu kümmern oder Dinge zu erledigen, die du dir vorgenommen hast? Dann sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Schildere ihr oder ihm deine Gefühle und was dich bewegt und besorgt.

Deine Ärztin bzw. dein Arzt wird entscheiden, ob deine Emotionen im Rahmen der Coronakrise nachvollziehbar entstanden sind – oder ob du eventuell eine perinatale Depression entwickelt hast. Das bedeutet, dass während der Schwangerschaft eine Depression auftritt. Häufig sind Frauen betroffen, die auch vorher schon öfter niedergeschlagen und depressiv waren. Die perinatale Depression ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die gut behandelbar ist, aber nicht wieder von allein verschwindet. Hast du den Verdacht, dass du betroffen sein könntest, solltest du daher unbedingt ärztlichen Rat einholen.

Wende dich außerdem umgehend an deine Ärztin oder deinen Arzt, wenn du Beschwerden entwickelst, die auf eine COVID-19-Erkrankung hindeuten könnten. Zu den häufigen Symptomen zählen:

  • Fieber
  • trockener Husten
  • Atemnot
  • Atembeschwerden

Alle Inhalte auf der Website www.lansinoh.de, einschließlich Text, Bilder, Audio oder andere Formate, werden ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Der Inhalt ist kein Ersatz für eine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Hast du Fragen zu einer Krankheit, wende dich bitte an deine Ärztin/deinen Arzt oder einen anderen qualifizierten Gesundheitsdienstleister.

– Letzte Aktualisierung am 1. April 2020 –

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