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Verhütung und Sex nach der Geburt

18 Mai 2017

Verhütung und Sex nach der Geburt

Ihr Baby ist endlich da und Sie fühlen sich mit jedem Tag wieder zunehmend wie Sie selbst. Das bedeutet, dass Ihr sexuelles Verlangen auch wieder zurückkehrt und möglicherweise fragen Sie sich, wann Sie wieder mit Ihrem Partner intim werden können. Gute Nachrichten – es gibt keine Regeln, wann Sie Ihr Liebesleben wieder beginnen dürfen, aber vielleicht wollen Sie abwarten, bis Schmerzen und Müdigkeit vergehen, sodass Sie es wieder vollständig genießen können. Ein Gleitgel kann am Anfang hilfreich sein, da sich die Scheide durch Hormonveränderungen möglicherweise trockener anfühlt.

Wenn man über Sex redet, sollte man auch an Verhütung denken. Dies scheint Ihnen möglicherweise fern, nachdem Sie gerade ein Kind geboren haben, aber viele ungeplante Schwangerschaften entstehen in den ersten Monaten nach der Geburt eines Kindes. Seien Sie also vorbereitet, wenn Sie eine erneute Schwangerschaft für einen späteren Zeitpunkt planen oder vermeiden wollen.

Wann setzt Ihre Periode wieder ein? Nun, wenn Sie nicht stillen, ist der früheste Zeitpunkt 6 Wochen nach der Geburt. Beachten Sie jedoch, dass Sie auch schwanger werden können bevor die Menstruation beginnt, da der Eisprung schon zwei Wochen vor Einsetzen der Regelblutung eintritt. Ab drei Wochen bzw. 21 Tagen nach der Geburt sollten Sie also wieder an Verhütung denken. Warten Sie nicht bis zu Ihrer Abschlussuntersuchung oder bis Ihre Periode einsetzt, da Sie in der Zwischenzeit schwanger werden könnten.

Im Folgenden sind verschiedene, nicht dauerhafte Verhütungsmethoden aufgelistet:  

  • Kondome für Mann und Frau – sobald Sie möchten, können Sie diese benutzen. Bei richtiger Anwendung sind sie zu 98 % bzw. 95 % sicher.
  • Hormonstäbchen/ Verhütungsstäbchen – ab drei Wochen nach der Geburt können Sie sich für ein solches Implantat entscheiden. Die Sicherheitsquote liegt bei 99 %. Diese Verhütungsmethode schützt jedoch nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Da das Implantat für drei Jahre wirken kann, ist diese Methode passend, wenn Sie kein weiteres Kind in naher Zukunft planen.
  • Pille (Kombinationspräparate) – diese Methode können Sie ab 3 Wochen nach der Geburt anwenden, wenn Sie Ihr Kind nicht stillen. Wenn Sie ein Kind stillen, das jünger als sechs Monate ist, kann die Einnahme der Pille die Milchproduktion verringern. Wenn Sie die Einnahme der Pille nicht am 21. Tag nach der Geburt beginnen, sondern erst später, sollten Sie für die nächsten 7 Tage zusätzliche Verhütungsmittel benutzen. Die Pille ist zu 99 % sicher in Bezug auf die Vermeidung einer Schwangerschaft.
  • Verhütungsring und Verhütungspflaster – beide Varianten können ab 3 Wochen nach der Geburt benutzt werden, wenn Sie nicht stillen. Sollten Sie diese Verhütungsmethoden trotzdem benutzen, kann sich die Milchproduktion reduzieren.
  • Minipille (östrogenfreie Pille) – diese Methode ist zu über 99 % sicher. Mit der Einnahme können Sie ab Tag 21 nach der Geburt beginnen und sind sofort vor einer Schwangerschaft geschützt. Sollten Sie später beginnen, die Minipille einzunehmen, wird empfohlen, für die folgenden zwei Tage nach Einnahmebeginn weitere Verhütungsmittel zu benutzen. Die Minipille beeinflusst die Muttermilch nicht.
  • Verhütungsspritze – diese können Sie sich jederzeit nach der Geburt geben lassen. Auch wenn Sie stillen, ist die Verhütungsspritze unbedenklich. Dennoch wird empfohlen, die Spritze erst 6 Wochen nach der Geburt einzusetzen, wenn Sie Ihr Kind stillen. So kann auch das Risiko starker und unregelmäßiger Blutungen verhindert werden. Die Verhütungsspritze ist zu 99 % sicher und hat je nach Injektionsart eine Wirkdauer von 8 – 12 Wochen. Sollten Sie die Spritze vor bzw. an Tag 21 nach der Geburt bekommen, besteht der Schutz vor Schwangerschaft sofort. Bei einer späteren Injektion sollten für die nächsten 7 Tage weitere Verhütungsmittel verwendet werden.
  • Kupferspirale/ Hormonspirale – diese Methode bietet eine Sicherheit von über 99 % und kann 4 bis 6 Wochen nach der Geburt eingesetzt werden. Die Anwendung der Spirale ist auch in der Stillzeit sicher, da sie die Milchbildung nicht beeinflusst. Eine zusätzliche Verhütungsmethode ab 3 Wochen nach der Geburt bis die Spirale eingesetzt wird, sollte benutzt werden.
  • Diaphragma oder Portiokappe – bei korrekter Anwendung mit Permizid sind beide Methoden zu 92 % – 96 % sicher. Es wird empfohlen, mindestens 6 Wochen nach der Geburt zu warten, bevor Sie sich für die Verwendung eines Diaphragmas oder einer Portiokappe entscheiden. Möglicherweise benötigen Sie eine andere Größe.
  • Natürliche Familienplanung – obwohl auch diese Verhütungsmethode bei genauer Beachtung der Regeln eine Sicherheit von bis zu 99 % verspricht, lassen Schätzungen vermuten, dass aufgrund der hohen Fehleranfälligkeit nur eine Sicherheit von ca. 75 % gewährleistet werden kann. Direkt nach der Geburt ist die Anwendung dieser Verhütungsmethode schwieriger, da die Anzeichen für Fruchtbarkeit verändert sein können und daher schwieriger zu verfolgen sind. Sollten Sie stillen, können die Fruchtbarkeitsanzeichen nicht sicher beurteilt werden.
  • Stillen – während Sie stillen, haben Sie keine Regelblutung. Man nennt das Laktationsamenorrhoe. Stillen ist dennoch keine sichere Verhütungsmethode, da jederzeit die Möglichkeit eines Eisprungs besteht.

Der erste Sex nach der Geburt ist häufig von der Angst vor Schmerzen an einer Dammnaht o.Ä. überschattet. Lassen Sie sich deshalb zu nichts drängen und bestimmen Sie den richtigen Zeitpunkt selbst. Mit Ihren eigenen Fingern können Sie vorsichtig ausprobieren, ob die Narbe noch Schmerzen bereitet. Seien Sie geduldig mit sich selbst. Heilung braucht Zeit und viele Frauen sind nach einer Entbindung durch die neuen Aufgaben sehr erschöpft und deshalb nicht „in der Stimmung“. Das ist vollkommen in Ordnung. Nehmen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Partner Zeit, Ihren Körper neu zu erkunden. Wenn Bedenken kommen, reden Sie offen miteinander. In entspannter Stimmung und mit einem guten inneren Gefühl steht der körperlichen Liebe nichts mehr im Weg.

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