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Muttermilch abpumpen

29 August 2017

Muttermilch abpumpen schafft Feiräume und kann die Dauer der Stillzeit verlängern

Stillen ist die natürliche Ernährung des Säuglings. Nicht allein, dass Muttermilch alle wichtigen Nährstoffe und Antikörper für das Baby enthält – das Stillen stärkt auch die Bindung zu Ihrem Kind, es beruhigt, vermittelt Geborgenheit und Zuversicht. Wir möchten Sie darin unterstützen, eine angenehme und dauerhafte Stillzeit zu erleben.

Muttermilch abpumpen

Für viele Mütter gehört auch das Abpumpen von Muttermilch zu einer guten Stillbeziehung. Denn das Abpumpen schafft Freiräume, die eine Frau gelegentlich braucht und unter Umständen, z.B. bei der Rückkehr in den Beruf, sogar regelmäßig nutzen möchte. Doch wie funktioniert das Abpumpen von Muttermilch? Wie schafft man kleine Milchvorräte? Und was ist zu beachten, wenn man regelmäßig mehrere Stillmahlzeiten überbrücken müss?

Vorbereitungen zum Abpumpen von Muttermilch

Egal, ob Sie gelegentlich oder regelmäßig Muttermilch abpumpen möchten: Eine Ihrem Bedarf entsprechende manuelle oder elektrische Milchpumpe sollten Sie sich rechtzeitig besorgen. Sie können Pumpen kaufen oder ausleihen. Unterschiedliche Indikationen, z. B. nach einer Frühgeburt oder bei Mehrlingen, geben die Möglichkeit, eine elektrische Milchpumpe auf Rezept auszuleihen – bei Bedarf bis zu sechs Monate. Eine auf Rezept verordnete Handmilchpumpe müssen Sie später nicht zurückgeben. Achten Sie beim Kauf auf Qualitätsunterschiede in der Handhabung und Materialverarbeitung. Die modernen Handmilchpumpen mit Membrantechnik versprechen eine sanftere und  komfortablere Anwendung gegenüber den älteren Modellen mit Ball oder Kolben. Lassen Sie sich von anderen Müttern, Ihrer Hebamme oder Stillberaterin beraten, um eine sichere und effektive Milchpumpe zu erwerben. Vor der Benutzung sollten Sie stets die Herstellerhinweise zur Reinigung befolgen.

Sie benötigen zudem geeignete, bruchsichere Aufbewahrungsgefäße, z.B. Muttermilchflaschen oder -beutel aus Bisphenol-A-freiem Kunststoff, die dem Einfrieren standhalten.

Abpumpen und stillen

Wenn Sie gleichzeitig stillen und Muttermilch abpumpen möchten, um Vorräte für gelegentliche Abwesenheitszeiten zu schaffen, sollte stets nach dem Stillen abgepumpt werden.

Beispiel: Es hat sich ein Stillabstand von etwa drei Stunden etabliert. Pumpen Sie dann ungefähr eine Stunde nach der letzten Mahlzeit ab. Über den Tag verteilt kann so nach und nach ein Vorrat geschaffen werden.

Wer gleichzeitig stillt und abpumpt, kann auch an einer Brust stillen und an der anderen parallel dazu abpumpen. Der Milchspendereflex wird durch das saugende Kind bereits hervorgerufen und das Abpumpen ist nebenher schnell erledigt.

Die abgepumpte Milch eines Tages darf zusammen aufbewahrt werden. Sie sollten jedoch keine frisch abgepumpte Muttermilch zu bereits gekühlter Milch geben. Lassen sie daher die frisch abgepumpte Muttermilch im Kühlschrank zuerst abgekühlen, bevor sie mit der bereits gelagerten Milch gemischt wird. Sie beschriften das Sammelgefäß mit Datum und Uhrzeit der ersten Portion und gießen die folgenden Teilmengen des gleichen Tages darauf. Das Gefäß bewahren Sie im Kühlschrank auf. Am Ende des Tages wird die Milch entweder eingefroren oder abends erwärmt und gefüttert.

Hinweis: In den ersten zwei bis drei Wochen nach der Geburt sollte noch keine Vorratssammlung stattfinden, denn die Muttermilch verändert sich in dieser Zeit sehr und wird erst nach ca. zwei Wochen zur so genannten reifen Frauenmilch. Muttermilch wird auch in den folgenden Monaten dem aktuellen Bedarf des Kindes stetig angepasst. Verfüttern Sie daher abgepumpte Muttermilch möglichst bald. In seltenen Fällen kann sich Muttermilch durch das Einfrieren geschmacklich verändern, so dass das Kind diese Milch nicht mehr mag. Daher ist es ratsam, nicht allzu lange im Voraus zu planen.

Lassen Sie Ihr Kind gelegentlich von der aufbewahrten Milch kosten, probieren Sie das Füttern zwischendurch immer wieder aus – so erleben Sie später keine Enttäuschung durch eine überraschende Trinkverweigerung.

Muttermilch abpumpen, wenn Sie vom Baby getrennt sind

Muttermilch abpumpen mit der Doppel-Milchpumpe ist besonders schnell und effizient

Das Abpumpen, getrennt vom Baby, ist gewöhnungsbedürftig. Denn es ist nicht ganz einfach, den Milchspendereflex hervorzurufen, ohne das Kind bei sich zu haben. Hebammen empfehlen Müttern daher, ein Foto des Kindes zu betrachten oder an einem Kleidungsstück des Babys zu schnuppern, um sich vor Augen zu halten, für wen sie das eigentlich tun. Auch eine sanfte Brustmassage oder die wärmende Anwendung von mit Gel gefüllten Thermoperlen-Kissen kann den anschließenden Pumpvorgang unterstützen. Nicht zuletzt sollten Sie stets vor oder beim Abpumpen etwas trinken, auch das hat positive Auswirkungen auf den  Milchspendereflex.

Mütter berichten auch, dass es einige Tage gedauert hat, bis die gewünschte Milchmenge beim Abpumpen zusammenkam, denn keine Milchpumpe ist so effektiv wie ein saugendes Kind an der Brust. Es ist aber in Studien gezeigt worden, dass das Abpumpen beider Brüste gleichzeitig zu einer höheren Milchmenge führt. Am besten eignet sich hier eine handliche, elektrische Doppelmilchpumpe. Auch wechselseitiges Abpumpen kann helfen. Die Mutter wechselt zwischen den Brüsten hin und her und macht sich den wiederkehrenden Milcheinschuss zunutze.

Beispiel: Sie pumpen 10 min links, dann 10 min rechts, wieder 5 min links und 5 min rechts, und schließlich nochmal 3 min links und 3 min rechts. Wenn Sie die Milchproduktion zusätzlich anregen möchten, ist häufiges, eventuell auch nächtliches Stillen bzw. Abpumpen zu empfehlen. Der Körper reagiert auf die zusätzliche Nachfrage und produziert mehr Milch.

Aufbewahrung von Muttermilch

Bitte füllen Sie Aufbewahrungsflaschen oder Muttermilchbeutel nicht zu voll, denn durch das Einfrieren vergrößert sich das Volumen. Es ist zu empfehlen, dem aktuellen Bedarf entsprechende Mengen einzufrieren, denn einmal erwärmte und nicht getrunkene Milch darf leider nicht weiter verwendet werden. Gefrorene Muttermilch sollte schonend und langsam im Kühlschrank oder bei Raumtemperatur auftauen, damit die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Wenn es schnell gehen muss, tauen Sie die Milch im warmen Wasserbad.
Wichtig: Benutzen Sie keine Mikrowelle!

Haltbarkeit von Muttermilch*

Aufbewahrung von Muttermilch -Wie lange?

Ohne Kühlung (ca. 21°C): 6 - 8 Stunden
Die Milch muss dann umgehend verfüttert werden, bitte keine weitere Aufbewahrung!
Im Kühlschrank (ca. +4°C): 3 Tage
Milch, die innerhalb von 24 Stunden gesammelt wird, kann bei 4 bis 6° C aufbewahrt und dann eingefroren werden. Aufgetaute Muttermilch kann im ungeöffneten Behältnis 24 Stunden und im geöffneten Behältnis 12 Stunden im Kühlschrank aufbewahrt werden.
In der Tiefkühltruhe (bei -17° C oder kälter): 6 Monate
Tieffrieren ist eine ideale Konservierungsart für Muttermilch, wenn das Einfrieren schnell und das Auftauen schonend geschieht. Einmal aufgetaute Muttermilch darf nicht wieder eingefroren werden.

Vor Ihrem ersten Ausflug ohne Baby

Um die Zeiten der Trennung von Ihrem Baby problemlos zu überbrücken, ist es wichtig, dass sich die Stillbeziehung zu Ihrem Kind harmonisch entwickelt hat.

Im Allgemeinen ist das Baby nach sechs bis acht Wochen so vertraut mit dem Stillen, dass es sich von einem Schnuller oder Sauger nicht mehr aus dem Konzept bringen lässt. Das Füttern mit der Flasche sollten Sie dennoch der Person überlassen, die Sie vertreten wird. Warten Sie mit dem ersten Ausflug, bis Ihr Kind die Flasche akzeptiert.

Für den Vater, der in vielen Fällen Ihre Aufgabe übernehmen und Ihrem Baby das Fläschchen geben wird, ist ein Erfolgserlebnis beim Füttern ein toller Augenblick. Lassen Sie sich von ersten Fehlversuchen nicht entmutigen und probieren Sie es weiter. Sie profitieren alle, wenn es gut klappt. Tolle Tipps zum Füttern mit der Flasche finden Sie hier.

*Aufbewahrungszeiten für Muttermilch; Breastfeeding: more than just good nutrition, Lawrence; 2011

Download Themenblatt "Muttermilch abpumpen - Erste Tipps zum Abpumpen, Aufbewahren, Füttern" (PDF)

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