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Milchstau - Symptome, Ursachen und Hilfe

26 September 2017

Milchstau - Ursachen und Verbeugung

Nicht immer verläuft die Stillzeit ohne Schwierigkeiten. Schmerzende Brüste und Fieber können dabei Milchstau-Symptome oder Anzeichen einer beginnenden Brustdrüsenentzündung sein. Was kann man bei Milchstau tun? Wie kann Milchstau vermieden bzw. gelöst werden?

Schwierigkeiten beim Stillen

In den ersten Tagen und Wochen lernen Sie und Ihr Baby das Stillen bzw. Trinken an der Brust – eine spannende Zeit. Bis Sie beide zu einem eingespielten Team werden, vergeht eine Weile. Üben Sie die verschiedenen Stillpositionen mit Ihrem Baby – am besten lassen Sie sich von Ihrer Hebamme oder Stillberaterin unterstützen. Stillen ist ein Lernprozess für Sie beide. Sie werden sehen, nach einigen Tagen fällt Ihnen das Anlegen und Ihrem Neugeborenen das Saugen leichter. Auch wenn es nicht gleich von Anfang an mit dem Stillen klappt, mussen die anfänglichen Stillprobleme nicht immer als Symptome für Milchstau oder Mastitis gedeutet werden.

Damit die Stillzeit eine positive, die Bindung stärkende Erfahrung wird, haben wir für Sie einige Tipps zusammengestellt:

  • Tragen Sie während – und auch schon direkt vor – der Stillzeit gut sitzende und lockere Kleidung. Dauerhafter Druck durch schlecht sitzende oder enge BHs oder BH-Bügel kann das Brustgewebe einklemmen und zu Schmerzen führen. Wenn es für Sie angenehmer ist, können Sie den BH einfach weglassen.

  • Vermeiden Sie auch eng sitzende Sicherheitsgurte und schwere Schultertaschen, um den Druck auf Ihre Brüste zu verringern.

  • Sie können Ihre Brust beim Stillen im sogenannten „C-Griff“ halten, indem Sie Ihre Hand unter der Brust positionieren und den Daumen, ohne Druck, auf die Brust legen. So halten Sie Ihre Brust sicher, aber nie zu fest.

  • Waschen Sie Ihre Brüste regelmäßig mit klarem Wasser ab. Tupfen Sie die Brustwarze vorsichtig trocken. Wechseln Sie häufig die Handtücher, damit sich darauf keine Keime festsetzen.

  • Vieles ist neu, manches auch anstrengend. Versuchen Sie daher unnötigen Stress zu vermeiden. Geben Sie Aufgaben im Haushalt an Ihren Partner, an Familie und Freunde ab, um ausreichend Schlaf und Entspannung zu finden. Wenn Sie sich auf Ihr Baby und das Stillen konzentrieren können, genießen Sie beide die gemeinsame Zeit deutlich mehr.

  • Versuchen Sie über den Tag, gleichmäßig an beiden Brüsten zu stillen. Ändern Sie die Stillpositionen, um alle Bereiche der Brust zu entspannen. Optimalerweise ist die Brust nach dem Stillen deutlich weniger druckempfindlich.

  • Kurz nach der Geburt sind frühes, häufiges Stillen und richtige Stillpositionen für den weiteren Stillverlauf wichtig. Lernen Sie daher die frühen Hungerzeichen Ihres Kindes erkennen: Es öffnet den Mund wie beim Erfassen der Brustwarze, leckt seine Lippen, streckt die Zunge heraus, bewegt den Kopf suchend hin und her oder steckt sein Fäustchen in den Mund.

Ein fester Stillrhythmus ist am Anfang nicht zu erwarten und vor allem nicht nötig. Sie sollten Ihren Säugling nach Bedarf stillen. In den ersten acht Wochen trinkt Ihr Baby vermutlich unregelmäßig, 8-12 mal am Tag oder sogar häufiger. Es kann auch sein, dass sich Ihr Baby gegen Abend in kurzen Abständen mehrmals meldet, z.B. innerhalb von 3 Stunden halbstündlich (sogenanntes  "Clustern" oder „Clusterfeeding).

Milchstau erkennen - die Symptome

Bevor sich Ihr Körper auf die Bedürfnisse des Babys eingestellt hat, wird die Milchproduktion auf Hochtouren laufen. Die Brüste können sehr voll werden und prall anschwellen. Wenn das Baby noch wenig trinkt und es nicht schafft, die Brust optimal zu entleeren, kann es in dieser Situation zum Milchstau kommen. Erstes Symptom für Milchstau ist ein schmerzhaftes Spannen. Dann wird die Brust fühlbar heißer, ist leicht gerötet. Auch noch nach dem Stillen erfühlen Sie beim Tasten verhärtete Knubbel – die blockierten Milchdrüsen und Milchgänge.

Die typischen Milchstau-Symptome sind:

  • Rötung(en)
  • Schwellung oder feste Stelle(n)
  • Fieber, oft mit Schüttelfrost
  • Schmerzen in der Brust

Behandlung von Milchstau. Was tun?

Wenn die Symptome auf Milchstau hindeuten, ist schnelles Handeln gefragt. Wenn Milchstau nicht oder nicht schnell genug behandelt wird, kann sich daraus eine Brustentzündung entwickeln.
Doch was tun bei Milchstau? Damit sich der Milchstau schnellstmöglich wieder auflöst und sich die Milchdrüsen nicht entzünden, hier einige Ratschläge zur ersten Hilfe:

  • Stillen Sie! Der Milchfluss ist die beste Methode, den Milchstau zu beheben und eine zusätzliche Infektion Ihrer Brust zu vermeiden.
  • Stillen Sie Ihr Baby abwechselnd an beiden Brüsten und verändern Sie die Stillposition. Dadurch kann das Kind sämtliche Bereiche der Brust leeren. Das Kinn des Kindes sollte beim Stillen zur Verhärtung hin positioniert werden, um das natürliche Ausmassieren zu unterstützen. Ist die Verhärtung beispielsweise an der äußeren Seite der rechten Brust, legen Sie Ihr Baby rechts in der Rückenhaltung an.
  • Verzichten Sie auf alles, was Ihre Brust beengen könnte: Vertrauen Sie Ihrem Körpergefühl und verzichten Sie auf einen BH, wenn es angenehmer für Sie ist. Vermeiden Sie schweres Heben und Tragen und legen Sie sich nichts Beschwerendes auf die Brust (keine Wärmflasche), auch das Baby nicht.
  • Ruhen Sie sich aus! Hebammen empfehlen meist Bettruhe. Eine Studie hat gezeigt, dass Stress und Müdigkeit einen Milchstau begünstigen können. Partner, Freunde und Familie sollten jetzt helfen.
  • Bitten Sie Ihre Hebamme oder Stillberaterin um Hilfe. Sie kann Ihnen zeigen, wie Sie Ihre Brust sanft massieren und Verhärtungen lösen können, damit die Milch weiterhin gut fließt.
  • Wärme sorgt für Entspannung und regt den Milchfluss an. Legen Sie vor dem Stillen etwas Wärmendes auf die Brust. Das entspannt das Gewebe und das Stillen wird einfacher.
  • Gegen Schmerzen helfen kühlende Brustwickel oder mit Gel gefüllten Thermoperlen-Kissen. Wenn Sie die Brust nach dem Stillen kühlen, ziehen sich die Gefäße zusammen, dadurch verringert sich die Spannung in Ihrer Brust.

Abpumpen beim Milchstau

Bei Milchstau und Mastitits kann eine Handmilchpumpe helfen -Lansinoh Themenblatt als kostenloser Download

Wenn das Baby nicht oder nicht lange genug trinkt bzw. das Stillen die Verhärtung beim Milchstau nicht lösen kann, kann Ihre Hebamme oder Stillberaterin Ihnen Massagetechniken zeigen, um das Stillen zu ermöglichen und gleichzeitig eine Brustentzündung zu verhindern. Bitte streichen nur Sie selbst Ihre Brust aus. Für Außenstehende, auch Fachpersonal, gilt: Finger weg von der Brust!

Was kann man sonst bei Milchstau tun?

Eine andere Möglichkeit zur Behandlung von Milchstau: Pumpen Sie an der betroffenen Brust ab. Erstes Ziel ist es, die Schwellung durch Abpumpen zu verringern und die blockierten Milchgänge zu entleeren.

Eine Handmilchpumpe reicht bei akutem Bedarf vollkommen aus. Versuchen Sie auch hier, den Milchfluss durch feuchte Wärme zu unterstützen. Sie können die Brust mit warmem Wasser abduschen und dabei vorsichtig zur Brustwarze hin massieren. Anschließend setzen Sie die Handmilchpumpe an und erzeugen einen sanften Zug. Sie sollten weder beim Massieren noch beim Pumpen Schmerzen verspüren.

Pumpen Sie nur solange, bis die Brust entspannter ist. Denn das Abpumpen regt die Milchproduktion weiter an. Eventuell wird das Baby nun selbst die Brust erfassen und wirkungsvoll entleeren.

Manche Mütter berichten, dass ihr Baby ausgerechnet während des Milchstaus nicht an die Brust wollte oder nach wenigen Zügen verweigerte. Es kann sein, dass die Milch einen ungewohnt salzigen Geschmack hat. Wenn mehrere Versuche das Kind anzulegen keinen Erfolg haben, entleeren Sie die Brust durch Abpumpen.

Die eben genannten Maßnahmen helfen den meisten Müttern, bei ersten Symptomen den Milchstau in kurzer Zeit aufzuheben und einer Brustdrüsenentzündung vorzubeugen. Fühlen Sie sich nach 8 bis 24 Stunden nicht besser, haben sich die blockierten Milchgänge vielleicht entzündet. Eine solche Brustdrüsenentzündung – Mastitis – kann sehr schmerzhaft sein und muss behandelt werden. Welche die Anzeichen für eine Mastitis sind und wie sie sich vorbeugen lässt, können Sie im Artikel "Mastitis" lesen.

Qualifizierte Hebammen und Stillberaterinnen finden Sie z. B. beim Deutscher HebammenVerband und beim Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen

 

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