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Der Stillstreik oder die Brustschimpfphase

4 Februar 2018

Wenn ein Baby, das sonst immer ruhig an der Brust trinkt, plötzlich die Brust ablehnt oder anschreit, ist dies für viele Mütter sehr besorgniserregend. Wir haben Informationen zum Thema Stillstreik für Sie zusammengestellt, die Ihnen und Ihrem Baby durch diese anstrengende Phase helfen können. 

Was ist ein Stillstreik?

Zunächst sollten Sie wissen, dass ein Stillstreik oder eine Brustschimpfphase in der Stillbeziehung vieler Mutter-Kind-Paare vorkommt. Typischerweise tritt ein Stillstreik auf, wenn das Baby drei bis acht Monate alt ist, aber auch etwas früher oder später ist er möglich. Das gestillte Kind schreit in dieser Phase die Brust an, stößt sich weg und verweigert so besonders am Tag das Stillen. Manchmal sind nur wenige Stillmahlzeiten betroffen, manchmal hält „das Brustschimpfen“ aber auch über Tage hinweg an. Kein Wunder, dass Mütter dann besorgt sind. Lassen Sie sich jedoch nicht entmutigen! Kein Streik dauert ewig und sehr wahrscheinlich werden Sie bald wieder eine harmonische Stillbeziehung haben.

Die Ursachen für einen Stillstreik sind vielfältig, manchmal findet sich aber auch kein nachvollziehbarer Grund für das Verweigern der Brust. Die häufigsten Gründe dafür sind Ablenkung, Reizüberflutung, Entwicklungssprung und Zahnen.

Stillstreik – was tun?

Viele Mütter befürchten, dass der Stillstreik den Abschied von der Stillzeit bedeutet. Bei dem Großteil der Kinder ist das aber nicht der Fall. Es gibt in den meisten Fällen auch keine Probleme mit der Milchbildung. Im Alter von drei und mehr Monaten sind die Babys leicht ablenkbar oder von den Reizen der Umwelt vollkommen überflutet. Manchmal hilft es, das Kind in einem ruhigen Raum mit gedämpfter Beleuchtung zu stillen. Kein Fernseher, kein Radio, kein Smartphone oder Geschwisterkinder sollten stören, wenn Sie beide stillen. Sie können auch versuchen, eine Stillkette oder ein kleines Spielzeug in Höhe der Brust zu halten. So kann das Baby möglicherweise die Konzentration bei Ihnen und dem Stillvorgang halten. Viele Mütter bemerken, dass das Stillen in der Nacht, wenn das Baby schläfrig ist, besser klappt. Nachts nehmen die Kinder dann also eine gewisse Menge Muttermilch zu sich. Oft trinken sie während eines Stillstreiks nachts auch häufiger. Achten Sie am Tag besonders auf die frühen Hungerzeichen und legen Sie Ihr Kind immer wieder an, wenn es signalisiert, an die Brust zu wollen. Frühe Hungerzeichen können z.B. sein:

  • die Zunge herausstrecken,
  • Lecken an den Lippen,
  • saugen an der Hand,
  • Sauggeräusche,
  • Hin- und Herdrehen des Köpfens (Suche nach der Mutterbrust).

Nach einem Nickerchen, im halbschlafenden Zustand, funktioniert das Anlegen oft ohne Probleme. Bleiben Sie also zuversichtlich und geduldig. Um die Milchproduktion aufrecht zu erhalten, können Sie mit einer elektrischen Milchpumpe oder Handmilchpumpe nach den Anlegeversuchen oder kurzen Stillmahlzeiten zusätzlich Muttermilch abpumpen.

Im Halbschlaf klappt das Stillen beim Stillstreik leichter

Stillstreik beim Zahnen

Wenn Babys zahnen, kann es ebenfalls zu einem veränderten Stillverhalten kommen. Aber auch hier gilt: So schnell, wie der Spuk begonnen hat, endet er meist auch wieder. Geben Sie Ihrem Baby Möglichkeiten zu kauen und damit sein Zahnfleisch zu massieren, am besten auf gekühlten Beißringen oder auf gefrorener Muttermilch. Babys brauchen Zeit, sich an das neue „Mund-Gefühl“ zu gewöhnen.

Stillstreik – bitte nicht aufgeben

Ein Baby in der Brustschimpfphase oder in einem Stillstreik braucht viel Zuwendung. Kuscheln Sie ausgiebig und werden Sie nicht müde, die Brust anzubieten. Bleiben Sie auf jeden Fall am Ball. Zufüttern oder Beikost sind nur selten die Lösung für den Streik. Wenn Sie Sorge haben, Ihr Kind könnte nicht ausreichend Nahrung zu sich nehmen, kontaktieren Sie bitte Ihre Hebamme oder Stillberaterin. Sie kann weitere Tipps geben, wie Sie gelassen durch diese nervenaufreibende Phase kommen.

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