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10 Tipps gegen wunde Brustwarzen

5 Januar 2017

Vorschaubild 10 Tipps gegen wunde Brustwarzen

Schmerzende Brustwarzen sind bei stillenden Frauen einer der häufigsten Gründe, vorzeitig abzustillen* . Über 90 % aller frischgebackenen Mütter klagen zu Beginn der Stillzeit über sensible, beanspruchte oder sogar wunde Brustwarzen**. Was lässt sich dagegen tun, damit Stillen für Mama wieder angenehm wird?

Die Ursachen für schmerzende, wunde Brustwarzen beim Stillen sind sehr unterschiedlich:

  • Das Baby erfasst beim Trinken an der Brust nicht genügend Gewebe des Brustwarzenvorhofes,
  • die Stillposition von Mutter oder Kind ist nicht optimal,
  • Besonderheiten in der Mundanatomie des Kindes (z.B. ein verkürztes Lippen- oder Zungenbändchen) und nicht zuletzt
  • Infektionen an der Brustwarze können hier genannt werden.

Hilfe bei wunden Brustwarzen

Unsere Tipps können stillenden Müttern helfen, wenn die Brustwarzen schmerzhaft, gerötet, wund oder - schlimmster noch - blutig verkrustet sind. Denn sie beziehen sich nicht nur auf die Linderung der Symptome, sondern auch auf die Behandlung der möglichen Ursachen.

10 Tipps gegen wunde Brustwarzen, die jede stilende Mutter kennen sollte

# 1.Tipp - Kompetente Hilfe

Unser wichtigster Tipp, um wunde Brustwarzen beim Stillen zu vermeiden, kommt gleich zu Beginn. Holen Sie sich kompetente Hilfe. Eine Hebamme oder Stillberaterin kann das Stillen beobachten, Ihre Brust untersuchen und Ihnen wertvolle Ratschläge geben. Sie kann ebenfalls feststellen, ob Ihr Baby ein verkürztes Zungen- oder Lippenbändchen hat.  

# 2.Tipp – Mama muss es bequem haben

Achten Sie selbst beim Stillen auf eine angenehme Position. Sitzen oder liegen Sie bequem. Ein Kissen unter dem Arm, ein gutes Stillkissen im Rücken oder ein Bänkchen unter den Füßen wirken manchmal Wunder.

# 3.Tipp – Babys Position 

Auch die Position Ihres Babys sollte optimal sein. Das Baby sollte mit Ihnen Bauch an Bauch liegen und sein Körper sollte eine möglichst gerade Linie bilden. Muss das Neugeborene den Hals verdrehen, erhöht sich der Sog und damit die Belastung für die Brustwarze.

# 4.Tipp – Das Baby kommt zur Brust

Eine wichtige Grundregel beim Stillen lautet „Das Kind kommt immer zur Brust, nie die Brust zum Kind“. Wenn Ihr Baby den Mund weit öffnet, dann schieben Sie es behutsam, aber bestimmt in Richtung Brustwarze. Bitte nicht anders herum! Andernfalls könnte Ihre eigene Position beim Stillen wieder unbequem werden.

# 5.Tipp – Stillen soll nicht schmerzen

Unterbrechen Sie das Stillen sofort, wenn es schmerzt. Schieben Sie dafür vorsichtig Ihren kleinen Finger in den Mundwinkel des Kindes und lösen Sie damit sanft das Vakuum. Wenn der Schmerz vergangen ist, versuchen Sie es erneut.

# 6.Tipp – Stillposition wechseln

Wechseln Sie die Stillpositionen. Wiegehaltung, Football-Haltung oder Stillen im Liegen – wenn Sie immer wieder eine andere Position wählen, wird die Brustwarze an unterschiedlichen Stellen beansprucht und so dem Wundwerden entgegengewirkt.

# 7.Tipp – die richtige Stilleinlage

Stilleinlagen sollten sehr saugfähig und weich sein. Wechseln Sie die Einlagen regelmäßig nach dem Stillen, damit die Brustwarze nicht im feuchten-warmen Milieu liegt.

# 8.Tipp – Pflege

Wunde Brustwarzen benötigen eine besondere Pflege. Spezielle Cremes können die Heilung unterstützen. Informieren Sie sich zur Pflege beanspruchter Brustwarzen bei Ihrer Stillberaterin oder Hebamme.

# 9.Tipp – Hygiene

Achten Sie auf eine gute Hygiene. Regelmäßiges Händewaschen vor dem Stillen sollte genauso dazu gehören wie der regelmäßige Wäschewechsel. Die Brustwarzen sollten nicht mit Seife oder Duschgel gereinigt werden. Auf Basis neuerer Untersuchungen*** wird empfohlen, die Brustwarzen nach dem Stillen mit physiologischer Kochsalzlösung abzuspülen. Das vermindert das Infektionsrisiko. Kochsalzlösung ist in der Apotheke erhältlich.

# 10.Tipp – Geduldig sein

Seien Sie geduldig mit sich und Ihrem Baby. Stillen ist ein Lernprozess für Mutter und Kind. Nicht alles klappt immer gleich von Anfang an. Auch wenn Sie unter wunden Brustwarzen leiden, ist es gut, wenn Sie durchhalten und auf jeden Fall weiter stillen. Eine Stillpause sollten Sie nur in Absprache mit Ihrer Hebamme/Stillberaterin einlegen, um eine Verminderung der Milchbildung zu verhindern.

 

Quellenhinweise:

* Schwarz et all 2002, Bayerische Stillstudie Kohlhuber et all 2007, Lansinoh Stillumfrage 2014 & 2015

** Bericht der Nationalen Stillkommission, 8/2007

*** Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Therapie entzündlicher Brusterkrankungen in der Stillzeit, 2013

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