
Neun von zehn Frauen, die während der ersten sechs Wochen aufgeben, wollten eigentlich länger stillen. Oft liegt dies an mangelnder Unterstützung sobald Schwierigkeiten auftreten. Denn Stillen ist zunächst für Mutter und Kind eine neue und zuweilen anstrengende Erfahrung. Stillen muss gelernt werden und jede Mutter benötigt dabei Zuspruch und Aufklärung. Erst recht, sobald Probleme wie wunde Brustwarzen oder ein Milchstau auftreten oder die Mutter das Gefühl hat, die Milch würde nicht ausreichen. Auch wenn man oft Frauen sagen hört, dass sie nicht stillen können, tatsächlich sind es weniger als 2% aller Frauen, die körperlich nicht zum Stillen in der Lage sind.
Die Zusammensetzung der Muttermilch ändert sich täglich und passt sich an die jeweiligen Bedürfnisse des Babys an. Während einer Mahlzeit ändern sich ihre Eigenschaften von Durst stillend bis zu Hunger sättigend. Muttermilch wird schnell verdaut. Da der Magen eines Neugeborenen etwa die Größe einer Walnuss hat, muss er oft gefüllt werden. Es ist heute bekannt, dass ein Kind am besten "ad libitum", das heißt, nach Bedarf gestillt wird. Ein Rhythmus wird sich einstellen, doch erwarten Sie keinen Vier-Stunden-Takt von einem Neugeborenen. Die winzigen Geschöpfe melden sich gerne häufiger: 8 - 12 Stillmahlzeiten innerhalb von 24 Stunden sind zu erwarten. Das Kind wird in den Wochen und Monaten seinen Bedarf selbst regulieren. Braucht es mehr Milch, wird es häufiger an die Brust wollen. Wenn die Mutter darauf reagiert und häufiger anlegt, wird die Milchproduktion angekurbelt und innerhalb weniger Tage wird mehr bereitgestellt, sodass Ihr Kind nach einer Mahlzeit wieder gut gesättigt mehrere Stunden durchhält.
Rauchen Sie? Wenn ja, wäre es ein Segen für Ihr Kind, wenn Sie aufhören oder zumindest draußen rauchen.
Als Mann sollten Sie auch, genau wie Ihre Frau, wissen, wie man Probleme vermeidet oder schnell wieder in den Griff bekommt - Ihre Frau wird Ihnen dankbar sein! Hier ein paar Tipps:
Einige Frauen haben Schwierigkeiten, wenn sie mit dem Stillen beginnen: z. B. durch einen enormen Milcheinschuss. Vor dem Stillen kann etwas Milch ausgestrichen werden, um die Spannung zu mildern. Der Säugling sollte einen großen Teil des Brustwarzenhofes mit dem Mund umschließen können, dann liegt die Brustwarze gut geschützt im hinteren Bereich des Munds. Falls Schmerzen an der Brust auftreten, muss eventuell die Stillposition korrigiert werden. Auch wenn Ihre Partnerin bereits eine Stillberatung in der Geburtsklinik erhalten hat, eine Wiederholung mit der Hebamme oder einer Stillberaterin gibt individuelle Hilfestellung. Die Brustwarze ist besonders am Anfang sehr empfindlich, deshalb ist Pflege und Schutz wichtig, dabei hilft hoch aufgereinigtes, wundheilendes Lanolin.

Ein Baby bringt Freude und Verantwortung zugleich. Vieles ist neu und ein Patentrezept für die Elternschaft hält keiner parat. Wir glauben, das Wichtigste ist, dass Sie sich mit Ihrer Partnerin austauschen und sich mit ihr darüber einigen, was Sie beide für Ihr Baby wollen. Lassen Sie sich bei Problemen rund um Schwangerschaft, Geburt und Stillen professionell beraten. Je nach Fragestellung sollte das die Hebamme, der/die Frauenarzt/ärztin oder die Stillberaterin sein.
Wir wollen Sie mit ein paar gebündelten Tipps für die ersten Wochen nach der Geburt unterstützen und wichtige Fragen zum Thema Stillen beantworten.
Das Stillen ist für das Baby nicht nur Ernährung, sondern für Mutter und Kind eine besondere Weise, die Bindung zueinander aufzubauen. Das ist Ihnen als Vater natürlich nicht möglich. Aber dennoch gibt es ganz viele Möglichkeiten, wie die Vater-Kind-Bindung schon in den ersten Wochen und Monaten aufgebaut werden kann.
Was können Sie also tun? In den ersten sechs bis acht Wochen sollte die Mutter idealerweise das Wochenbett einhalten. Sich nach der Geburt ausruhen, ist für sie sehr wichtig. Sie als Vater können das Wickeln, das Spazierentragen, das Anziehen des Säuglings übernehmen. Damit unterstützen Sie Ihre Frau und können gleichzeitig wertvolle Zeit mit Ihrem Baby verbringen. Wenn Sie Ihr Kind baden, steigen Sie doch gleich mit in die Wanne! Singen Sie Ihrem Baby etwas vor, halten Sie es fest im Arm und wiegen Sie es oder tanzen mit ihm. Ihre Berührung, Ihr Geruch, Ihre Stimme - all das kann das Kind jetzt schon wahrnehmen und lernt Sie jeden Tag besser kennen. Sie können mit Ihrem Nachwuchs auch einen Babymassagekurs belegen - Ihre Frau hat zwei Stunden ganz für sich und Sie und Ihr Baby genießen die Streicheleinheiten. Später, wenn das Kind ein paar Monate alt ist, können Sie auch gemeinsam einen Baby-Schwimmkurs belegen, das macht den Winzlingen nämlich sehr viel Spaß!
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Informationsblatt "Väter und Stillen"Wie kann Papa helfen? Was kann er selbst tun? |
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Nach ein paar Wochen kann Sie als erfahrener Vater eines gestillten Kindes so leicht nichts mehr erschüttern. Hier noch ein paar abschließende Tipps für die folgenden Monate: Eine gesunde Mutter kann ihr Kind - wenn sie das möchte - ohne weiteres Zufüttern mindestens sechs Monate ausschließlich stillen und mit ihrer Milch sättigen. Sie werden in schwierigen Phasen oft von anderen hören oder sogar selbst annehmen, dass Ihr Baby eventuell nicht mehr satt wird. Doch lassen Sie sich davon nicht beirren, solange Ihr Kind gut gedeiht.
Nach etwa einem halben Jahr ist das Baby bereit für Beikost. Dann wird Ihre Hilfe umso nötiger. Entdecken Sie Ihre Fähigkeiten als Kartoffelbreischläger, Broccoli- und Möhrchen-Chefkoch. Beikostbereite Babys lieben es am Familientisch nach saftigen Kartoffeln, Blumenkohl oder Fenchel zu greifen. Lassen Sie Ihrem Kind Zeit die neue Nahrung zu erforschen, es wird Ihnen zeigen, wann es bereit ist.
Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihre Hebamme oder an eine Stillorganisation wie die La Leche Liga oder den Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen.
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