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Stillen im Job - so klappt’s!

21 August 2015

Das regelmäßige oder häufige Füttern mit Muttermilch mit einer Saugerflasche betrifft insbesondere Frauen, die frühzeitig in den Beruf zurückkehren müssen oder möchten. Viele haben den Wunsch trotzdem weiter zu stillen oder zumindest das Baby auch weiterhin mit Muttermilch zu ernähren. Wir möchten ihren Entschluss unterstützen und zeigen Ihnen, wie das Stillen im Job möglich ist!

Stillen im Job - Die besten Tipps

Es ist erstaunlich, in welch unterschiedlichen Lebenssituationen Mütter sind, die sich mit dem Thema Arbeiten und Stillen auseinandersetzen. Das Thema betrifft Studentinnen, Schülerinnen und Auszubildende, die nicht unterbrechen möchten oder kurz vor dem Abschluss stehen, es betrifft selbständige Frauen und Unternehmerinnen, Künstlerinnen und Schauspielerinnen, die in Projekte involviert sind oder ein Engagement haben. Und vergessen wir nicht die Frauen, die einfach sehr gerne in ihrem Job arbeiten und/oder ihr berufliches Fortkommen sichern wollen, und schließlich gibt es auch Frauen, die auf das Einkommen nicht verzichten können. Was auch immer der Beweggrund ist zu arbeiten, das Kind einer anderen Betreuungsperson zu überlassen, ist für die meisten Frauen kein leichter Schritt. Umso gründlicher sollte er vorbereitet sein!

#1 Gute Beratung

Suchen Sie sich eine Hebamme oder Stillberaterin, die Sie in Ihrem Anliegen unterstützt und Sie bei der Umsetzung Ihrer Entscheidung kompetent informieren und betreuen kann. Geeignete Experten finden Sie z.B. beim BDL - Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen IBCLC e.V. oder beim Deutschen Hebammenverband!

#2 Planung und Besprechung

Auch wenn Sie selbst überzeugt sind von Ihrer Entscheidung: Sie müssen sich auf Ihr Umfeld verlassen können und einige Menschen unbedingt ins Boot holen. Besprechen sollten Sie daher:

  • Wie steht Ihr Partner zu Ihrer Entscheidung?
  • Haben Sie eine zuverlässige Kinderbetreuung in Aussicht?
  • Ist die Rückkehr an Ihren Arbeitsplatz gut organisiert, weiß Ihr Arbeitgeber / Projektleiter / Ausbilder, dass Sie weiter stillen und abpumpen möchten?
  • Manchmal fällt das Loslassen ganz schön schwer, haben Sie jemanden, der Ihnen beisteht und Sie tröstet und dennoch Ihr berufliches Vorhaben unterstützt?

#3 Checkliste für eine sichere Planung

Um gut vorbereitet in die Besprechungen mit der Betreuungsperson, Ihrem Partner und Ihrem Arbeitgeber/Auftraggeber zu starten, sollten Sie folgende Frage für sich erörtern:

  • Ab wann werden Sie arbeiten?
  • An wie vielen Tagen pro Woche?
  • Wie viele Stunden täglich?
  • Gibt es längere Zeiträume zu überbrücken (Kongresse, Gastspiele, Reisen)?
  • Wer versorgt das Kind (Vater/Kita…)?
  • Kommt das Kind zum Stillen zu Ihnen oder kommt Ihre Milch zum Kind?
  • Gibt es weitere Betreuer für Krisentage (Großeltern, Onkel, Tanten)?
  • Kennen Sie Ihre Rechte?

#4 Absprache mit Arbeitgeber

Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber über die gesetzliche Stillpausenregelung. Sie scheint vor allem dann machbar, wenn Ihnen Ihr Kind gebracht wird oder Sie nahe am Arbeitsplatz wohnen. Sollten Sie nicht mehr ausschließlich stillen, kann Ihnen auch eine leicht zu transportierende Milchpumpe am Arbeitsplatz von Nutzen sein. Ihr Arbeitgeber muss Ihnen Abpumppausen einräumen und eine Räumlichkeit zur Verfügung stellen, die Sie ungestört wahrnehmen können.

Es besteht auch die Möglichkeit, dass Ihnen die Stillpausen am Ende des Arbeitstages gewährt werden und Sie dadurch eine Stunde früher nach Hause gehen können.

Wichtig für Ihr eigenes Wohlbefinden ist ein ruhiger Raum zum Stillen oder Abpumpen, in welchem Sie keine Störung zu befürchten haben. Bitte lassen Sie sich nicht auf die Toilette verweisen. Der Arbeitgeber hat die Verpflichtung, eine andere Möglichkeit zur Verfügung zu stellen. Denken Sie an eine Kühlmöglichkeit und kennzeichnen Sie Ihre Milch als Eigentum, falls es ein gemeinschaftlich genutzter Kühlschrank ist!

#5 Geduld

Aller Anfang ist schwer: Haben Sie Geduld! Die Umstellung braucht ein wenig Zeit, damit Sie und Ihr Kind sich mit der neuen Situation wohl fühlen. Auch wenn Sie sich an manchen Tagen entbehrlich fühlen und Sie das traurig stimmt, machen Sie sich bewusst, wie wichtig Ihnen die Arbeit, das Projekt oder Ihre Ausbildung ist.

Ihr Kind fühlt sich wohl, wenn es Halt spürt durch die Betreuungsperson, aber auch Halt, den Sie durch Ihre innere Sicherheit beim Gehen und Wiederkommen ausstrahlen. Nehmen Sie sich nach der Arbeit viel Zeit mit Ihrem Kind und genießen Sie dann eine schöne gemeinsame Stillzeit.

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