
Wenn Sie etwas Routine beim Stillen entwickelt haben, steht Ihren Unternehmungen mit Baby nichts mehr im Weg. Es ist eine wunderbare Zeit, um neue Freundschaften mit anderen Müttern und Vätern zu schließen und Erfahrungen auszutauschen. Ihre Bewegungsfreiheit ist mit einem Baby am größten. Sie können reisen und Freunde besuchen, sich kulturell bei Ausstellungen oder Vorträgen weiterbilden, Ausflüge ins Umland unternehmen, spazieren gehen und wandern oder mit Gelassenheit durch Geschäfte stöbern und einkaufen. In größeren Städten ist auch das Elternkino beliebt, dort können Eltern tagsüber mit ihren Kleinkindern ins Kino gehen und die verpassten Abendvorstellungen besuchen. Nirgendwo sonst könnten Sie so diskret stillen und dabei so gut unterhalten werden!
Bei ihrem ersten Ausflug besuchen manche Mütter eine Freundin oder gehen an einen Ort, an dem das Stillen gewünscht ist, zum Beispiel ein Stillcafé, den Nachbereitungskurs ihrer Hebamme oder eine private Mutter-Kind-Gruppe. In dieser gesicherten Atmosphäre können Sie perfekt das Stillen in der „Öffentlichkeit“ üben! Nachdem Sie gelernt haben, das Kind richtig zu stützen, können Sie auch ohne weitere Kissen oder Anlegehilfen stillen. Treffen Sie sich mit Freunden oder mit Ihren neuen Bekannten aus der Entbindungsklinik, dem Geburtshaus oder der Stillgruppe. Gemeinsam unterwegs zu stillen macht gute Laune und verschafft Sicherheit.
Ihr Baby hat viele Signale, um seinen Hunger anzumelden: Schmatzen, Suchen, Herumfuchteln mit den Händchen. Gut, wenn Sie die Zeichen Ihres Kindes rechtzeitig erkennen, bevor es lautstark um Beachtung ringt und dadurch beim Anlegen verstärkt die Aufmerksamkeit anderer auf Sie beide zieht. Lassen Sie sich trotzdem nicht nervös machen, wenn Ihr Baby schreit. Die meisten Leute haben Verständnis und atmen mit Ihnen erleichtert durch, wenn Ihr Kind zufrieden an der Brust liegt und sich satt trinkt. Am Anfang bereitet der enorme Milcheinschuss eventuell Schwierigkeiten. Einige Frauen berichten, dass während des Saugens an der einen Brust die zweite unentwegt läuft. Keine Sorge, dieser Milchspendereflex reguliert sich meist nach wenigen Tagen. Gute, saugfähige Stilleinlagen, die die Brust schützen und trocken halten, bewahren Sie vor unangenehmen Situationen, wie einem durchnässten T-Shirt. Übrigens, gemusterte Kleidung kaschiert Flecken besser als ein unifarbenes Oberteil.

Es gibt viele Auffassungen, wo und wie sich das Stillen in der Öffentlichkeit schickt – auch unter Müttern. Wir sind eben keine Gesellschaft, in der das Entblößen der Brust, damit das Kind ernährt wird, ein gewohnter Anblick ist. Obwohl die Akzeptanz der Bevölkerung zum Stillen in der Öffentlichkeit bei über 70 Prozent liegt – Tendenz steigend.
In einer Befragung unter Restaurantbetreibern hörten wir am häufigsten die Meinung, das Stillen sei überhaupt kein Problem, doch es sollte im Restaurant bitte diskret geschehen. Diskretion – das Wort birgt Interpretationsspielraum. Was ist diskret? Muss frau sich in die Ecke setzen? Sind zwei stillende Frauen zu viel für ein Restaurant? Und für wen gilt Diskretion – auch für den Beobachter? Darf man(n) da eigentlich hinschauen? Und das Baby? Was bedeutet Diskretion für den kleinen Hungerleider?
Stillen ist die natürliche Nahrungsaufnahme eines Säuglings. Und Sie tun das Beste für Ihr Baby. Darüber sind sich 95% der Bevölkerung einig! Kein Grund also, dass Sie und Ihr Kind zum Stillen zu Hause bleiben oder sich währenddessen verstecken. Es wäre schön, wenn Mütter einfach überall entspannt stillen würden und alle Beobachter, Männer wie Frauen, es selbstverständlich fänden. Die Akzeptanz der Öffentlichkeit wird weiter steigen, wenn sie gewohnt ist, stillende Frauen zu erleben.
Für manche Mutter ist es besonders wichtig, nicht beobachtet zu werden. Sie wird lieber eine ruhige Ecke wählen, um das Gefühl von Privatsphäre zu haben und den Raum zu überblicken. Einige Einrichtungen bieten spezielle Räume, in denen Mütter ungestört stillen können. Manchmal ist ein hungriger Säugling aber einfach nicht bereit zu warten. Deshalb sind Restaurants und Cafés eine gute Wahl, um Ihr Kind anzulegen, falls Sie unterwegs plötzlich vom Stillbedürfnis Ihres Säuglings überrascht werden. Die meisten Restaurantbetreiber finden das völlig in Ordnung und heißen Sie und Ihr Baby willkommen wie jeden Gast. In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass Sie doch schief angeschaut werden. Lassen Sie sich die Ruhe nicht nehmen und bleiben Sie selbstbewusst.

Es gibt Frauen, die Ihren Beruf und das Stillen sehr erfolgreich kombinieren. Natürlich bedarf es einer guten Planung und ein wenig Kompromissbereitschaft. Einige wenige Mütter können sich ihr Baby jeden Tag bringen lassen und so das Kind stillen. Es ist aber auch möglich und erlaubt, während der Arbeitszeit mehrere Stillpausen einzulegen und die Arbeitsstelle für diese Tätigkeit kurz zu verlassen. Praktisch wird dies allerdings nur recht schwer zu realisieren sein.
Häufiger pumpen berufstätige Mütter ihre Muttermilch meistens regelmäßig zuhause ab und lagern diese dann an einem geeigneten Ort, im Kühlschrank oder Gefrierfach. Diese abgepumpte Milch kann von der Tagesmutter oder Familienangehörigen später gefüttert werden. Viele Mütter stillen ihr Baby auch unmittelbar bevor Sie das Haus verlassen, sofort wenn sie von der Arbeit wieder kommen und dann natürlich in der Nacht.
Reden Sie mit Ihrer Vorsetzten / Ihrem Vorgesetzen offen über das Thema Stillen und finden Sie einen guten Kompromiss für alle Beteiligten. Ein Argument für das Stillen wäre beispielsweise der Fakt, dass gestillte Babys nachgewiesenermaßen weniger krank werden, so dass die Mutter deswegen auch weniger Zeit zu Hause bleiben muss.
| Download |
Informationsblatt "Stillen unterwegs"Mit dem Stillkind unterwegs - was alles geht |
Download Vorschaubild: |