
In Deutschland beginnen ca. 85% der Mütter nach der Entbindung ihr Kind zu stillen. Eine Studie in Bayern zeigte, dass nach etwa zwei Monaten noch etwa 60% aller Mütter stillen, nach vier Monaten ist der Anteil stillender Mütter auf die Hälfte geschrumpft. Alle maßgeblichen Stillinstitutionen in Deutschland und die Nationale Stillkommission empfehlen, das Baby von Geburt an vier bis sechs Monate lang voll zu stillen. Jedoch stillen am Ende des sechsten Monats tatsächlich weniger als 20% aller Frauen in Deutschland ihr Kind voll und ausschließlich. (Vgl. Das Gesundheitswesen, Supplement Stillen und kindliche Gesundheit. S1, März 2008, Verlag Thieme)
Um Stillschwierigkeiten entgegenzuwirken, sollten Sie sich rechtzeitig mit dem Thema befassen und wissen, wo Sie Hilfe bekommen können. Nutzen Sie die Möglichkeit der Nachsorge durch eine Hebamme. In Deutschland ist dies gesetzlich geregelt und wird von den Krankenkassen bezahlt. Viele Mütter informieren sich bereits während der Schwangerschaft und finden für sich eine Hebamme oder Beratungsstelle, von der sie Hilfe und Unterstützung beim Stillen erhalten können. Bücher, Zeitschriften, Filme oder der Geburtsvorbereitungskurs bei einer Hebamme bieten Gelegenheit, sich so gut wie möglich auf die neue Situation mit Kind vorzubereiten.
In den meisten Orten finden Sie von Krankenhäusern, Hebammen oder Stillberaterinnen organisierte Stillgruppen. Der Austausch mit anderen Müttern, das Beobachten der Neugeborenen an der Brust und so mancher Tipp aus der Praxis helfen und motivieren. Bei der Stillgruppensuche unterstützt Sie die Website www.stillgruppen.de
Eben war Ihr Baby noch geborgen in Ihrem Bauch, mit der Geburt wird es nun in eine fremde Welt geworfen, und die Nähe zur Mutter reißt plötzlich ab. Um die Nähe sofort wieder herzustellen, sucht das gesunde Neugeborene nach der Brust der Mutter. Die Natur hat den Säugling mit einem starken Saugreflex ausgestattet. Instinktiv sucht das Junge nach der Fortsetzung der verlorenen Verbindung.

Das passiert bei jedem Stillen. Es wird Ihnen leichter fallen, sich auf Ihr Baby und seine Bedürfnisse einzustellen. Mit mancher Situation können Sie gelassener umgehen. Stillende Mütter kommen tatsächlich besser mit Schlafmangel zurecht, denn das Hormon Prolaktin wirkt beruhigend. Sie werden übrigens bald bemerken, dass das Stillen bei aller Bindung Ihnen gleichzeitig viel Freiheit und Ruhe lässt, z.B. wenn Sie nachts im Bett liegen bleiben können, statt aufzustehen um Fläschchen zuzubereiten. Stellen Sie sich einfach vor, wie hilfreich es ist, unterwegs Ihren hungrigen oder beunruhigten Säugling rasch anzulegen statt auf das Zubereiten/Erwärmen einer Flasche warten zu müssen.
Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall ein Gespräch mit Ihrer Hebamme oder Ihrer Stillberaterin. Diese kann Ihnen beim Erlernen der richtigen Stillposition und der für Sie passenden Anlegetechnik behilflich sein. Außerdem gibt Ihnen Ihre Hebamme oder Stillberaterin gerne auch weitere wertvolle Ratschläge und Tipps zum Thema Stillen und Brustpflege.
Die richtige Position beim Stillen und im Besonderen die korrekte Art und Weise wie das Baby an die Brust der Mutter gelegt wird, kann verhindern, dass Sie als Mutter unter wunden und eingerissenen Brustwarzen leiden. Außerdem kann die korrekte Position und Anlegetechnik den Mangel an Muttermilch vorbeugen. Einige Mütter nutzen Stillkissen, um eine komfortable Position für das Baby und sich selber zu finden.
Ganz wichtig ist, dass Sie eine Stillhaltung finden, die für Sie persönlich bequem ist, damit Sie sich beim Stillen mit Ihrem Baby entspannen können. Es gibt mehrere empfohlene Stillpositionen. Ob Sie zum Beispiel im Liegen oder Sitzen stillen oder den Wiegegriff, Kreuzgriff oder die so genannte Fußballerhaltung bevorzugen, hängt von Ihren persönlichen Vorlieben ab. Viele Mütter ruhen sich am besten in der liegenden Stillposition aus, die Sie daher auch tagsüber zur Entspannung einnehmen sollten.
Unabhängig davon, welche Positionen Sie wählen, achten Sie darauf, dass der Kopf und der Körper des Babys auf Ihre Brust zeigen. Der Mund des Babys sollte auf Höhe der Brustwarze sein. Das Baby sollte viel Brustgewebe mit dem ganzen Mund erfassen und nicht nur an der Brustwarze saugen! So erreichen Sie einen optimalen Milchfluss und schützen die Brustwarzen vor dem Wundwerden.
Stillen ist immer mehr als nur Ernährung, es ist Ruhe, Geborgenheit, Wärme, Innigkeit.
| Download |
Informationsblatt "Erste Schritte beim Stillen"Tipps & Tricks rund um den Stillbeginn |
Download Vorschaubild: |
