Aufbewahrung von Muttermilch

Zu allererst: Hygienisch aufbewahren

Muttermilch muss hygienisch aufbewahrt werden. Dazu eignen sich verschließbare Glasgefäße, Kunststoffgefäße aus Polypropylen (PP)  oder spezielle Muttermilchbeutel aus Polyethylen (PE). Nicht geeignet sind normale Eisbeutel oder Tiefkühlbeutel, weil sie nicht vorsterilisiert sind.

Auch nicht empfehlenswert sind Gefäße aus klarem Hartplastik, sogenanntem Polycarbonat (PC). Polycarbonat ist wegen des darin enthaltenen Bisphenol A in die Kritik geraten. Der Verdacht einer endokrinen Wirksamkeit, d.h. einer hormonellen Anreicherung im Organismus, wird diskutiert.

Lansinoh hat schon immer jedes Risiko ausgeschlossen und verarbeitet in all seinen Produkten ausschließlich BPA-freie Kunststoffe.

Wie viel Hygiene ist genug?

Behälter für die Aufbewahrung von Muttermilch müssen nicht sterilisiert werden. Sie können mit heißem Seifenwasser gereinigt und anschließend abgespült werden oder in der Spülmaschine gespült werden. Wenn keine Seife vorhanden ist, ist vorzugsweise kochendes Wasser zu verwenden. Besondere Vorsicht könnte gelten, wenn Sie Ihr Kind zu früh bekommen haben oder Ihr Baby krank ist. Hier kann Ihnen im Fall der Fälle Ihre Hebamme oder  ein/e Arzt/Ärztin Auskunft geben.

Weder die Brust noch die Brustwarze müssen vor dem Abpumpen/Handentleeren abgewaschen werden. Waschen sollten Sie aber Ihre Hände.


Aufbewahrung von Muttermilch …

Bei Zimmertemperatur

Unter sauberen Bedingungen gewonnene Muttermilch, frisch abgepumpt, kann bei Zimmertemperatur (10–25°C) zwischen 6 bis 8 Stunden  aufbewahrt werden. In einer Kühltasche mit Kühl-Akkus herrschen etwa 15°C. Darin dürfen Sie Muttermilch acht Stunden aufbewahren. Für sommerliche Zimmertemperaturen zwischen 27°C und 32°C dürften drei bis vier Stunden eine sinnvolle Grenze darstellen.

Im Kühlschrank

Im Kühlschrank bei 4-6°C aufbewahrte Milch hält gute 2-3 Tage. Bei geringer Ausgangsbelastung konnten sogar nach 4-8 Tagen niedrige Wachstumsraten an Keimen nachgewiesen werden. Bitte achten Sie darauf, die Milch nicht in der Kühlschranktür aufzubewahren, dort ist es nicht kalt genug.

Im Tiefkühlschrank

Das Einfrieren von abgepumpter Muttermilch (ca. -17°C bis -20°C) hat sich für einen Zeitraum von mindestens drei Monaten als sicher gezeigt. Beim Einfrieren bleiben die Vitamine A, E und B, der Gesamteiweißgehalt, Fett, Enzyme, Laktose, Zink, Immunglobuline, Lysozym und Laktoferrin generell erhalten. Die antibakterielle Wirkung von tief gefrorener Milch bleibt für mindestens drei Wochen erhalten.

Bei -18°C (0°F) eingefrorene Lebensmittel sind unbegrenzt sicher vor bakterieller Verunreinigung, dennoch verändern sich auch tiefgefrorene Lebensmittel aufgrund von bestimmten enzymatischen Prozessen, die Einfluss auf die Qualität der eingefrorenen Muttermilch haben können. Achten Sie darauf, gefrorene Milch im hinteren Teil des Tiefkühlgerätes aufzubewahren um die Bildung von Eiskristallen zu vermeiden. Alle Behälter mit Muttermilch sollten luftdicht verschlossen sein, um einer Verunreinigung vorzubeugen.

Nachdem Sie den Behälter mit Muttermilch gefüllt haben, sollte oben in dem Behälter noch Platz bleiben, damit sich die Milch während des Einfrierens ausdehnen kann. Beschriften Sie das Behältnis mit Datum. Typischerweise trinken Säuglinge Muttermilch in Portionsgrößen von 60 bis 120 ml, entsprechende Aufbewahrungsmengen sind gut, um eine Verschwendung von aufgetauter Muttermilch zu verhindern. Beobachten Sie auch, wie viel Ihr Kind individuell trinkt, das ist der beste Hinweis auf die optimale Portionsgröße.

Zimmertemperatur

16–29°C (60–85°F)

3–4 Stunden optimal

Kühlschrank

≤4°C (39°F)

72 Stunden optimal

Tiefkühlgerät

<-17°C(0°F)

6 Monate optimal


Mischen mehrerer Abpumpzeiten

Sie sollten keine körperwarme Milch zu bereits gekühlter oder gefrorener Milch geben, um zu verhindern, dass die bereits eingelagerte Milch aufgewärmt wird. Lassen Sie die frisch gewonnene Milch zunächst abkühlen, ehe Sie sie zu älterer, bereits aufbewahrter Milch geben.

Enzymaktivität in der Muttermilch

Gelagerte Muttermilch kann Geruchs- und Geschmacksveränderungen aufweisen. Diese werden durch die Aktivität des Enzyms Lipase verursacht, das das Fett in Fettsäuren aufspaltet. Diese Aufspaltung der Fette hilft dem Säugling bei der Verdauung der Muttermilch, insbesondere bei Frühgeborenen, und ist nicht gesundheitsschädlich. Manche Kinder weigern sich jedoch, diese Milch zu trinken, auch wenn die Milch nicht schädlich ist. Erhitzt man Milch über 40°C lässt sich die Lipaseaktivität stoppen.

Sie sollte aber genau abwägen, ob Sie diese Erwärmung über 40°C vornehmen, denn der Nachteil ist, das es so zu einem Verlust der für die Verdauung wichtigen Enzymaktivität kommt.

Informationsblatt "Muttermilch abpumpen"

Wie, womit und ab wann Muttermilch abpumpen?
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